Greg Minnaar schreibt in Lenzerheide Geschichte Greg Minnaar schreibt in Lenzerheide Geschichte Greg Minnaar schreibt in Lenzerheide Geschichte

Downhill World Cup 2015 #4 in Lenzerheide

Greg Minnaar schreibt in Lenzerheide Geschichte

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 7 Jahren

Die Bedingungen beim vierten Downhill-Worldcup in Lenzerheide waren extrem. Heiß, staubig, rutschig, schnell. Kein Wunder, dass zwei Titanen des Sports mit ihrer Erfahrung den Sieg holten.

Wer hätte noch in der letzten Saison damit gerechnet? Das Comeback von Greg Minnaar war auch für die größten Enthusiasten eine vollkommene Überraschung. Zwar holte Minnaar letzte Saison noch zwei Podiumsplätze und den siebten Platz in der Gesamtwertung, doch zu den Top-Favoriten für die Saison hat ihn wohl keiner gezählt.

Red Bull Content Pool Nick Beer vom Radon-Magura-Team beim großen Drop im letzten Drittel der Strecke.

Und dann kam plötzlich, wie aus dem Nichts, der Sieg in Fort William . Klar, die lange Strecke und die extremen Konditionen mit ständig wechselnden Bedingungen und viel Schlamm spielten Minnaar in die Karten und so konnte er seine Erfahrung nutzen. Doch mit einem 17. Worldcup-Sieg hat niemand gerechnet.

Ein One-Hit-Wonder? Ein Comeback für einen Sieg? Egal, Minnaar hatte mit seinem Teamkollegen Steve Peat gleichgezogen. Beide konnten sich nun rühmen, 17 Worldcups gewonnen zu haben. Mehr als jeder andere Fahrer in der Geschichte des Downhill. In Leogang gewann dann Aaron Gwin in einem phänomenalen Lauf ohne Kette und so zählten auch in Lenzerheide nur die wenigsten Greg Minnaar zu den Favoriten.

Die neue DH-Strecke in Lenzerheide

Der wichtigste Grund dafür ist wohl die Strecke. Kurz und schnell ist Lenzerheide, auf nur 2,2 Kilometern werden 425 Höhenmeter in unter drei Minuten vernichtet. Dabei gibt es viele enge Kurven, durch die man aber mit der richtigen Technik viel Schwung mitnehmen kann. Kein Platz also, um ein Rennen mit körperlicher Fitness zu gewinnen.

Zunächst konnte sich vor allem Edward Masters lange im Hot Seat halten, bis er von Dean Lucas geschlagen wurde. Dem Australier lagen offensichtlich die hohen Temperaturen und der staubige Track in Lenzerheide und er legte eine Zeit vor, an der einige zu knabbern hatten. Erst Gee Atherton kam wieder in Reichweite von Lucas Zeit, doch er konnte sie nicht schlagen.

Sauber ist doch schnell

Dann war es an Greg Minnaar. Auch der Südafrikaner hat mit seinen 34 Jahren schon jede Menge Erfahrung gesammelt, die ihm in Lenzerheide helfen würde. Und was niemand für möglich hielt, gelang ihm erneut. Er legte einen extrem sauberen Run hin und unterbot die Zeit von Dean Lucas um fast zwei Sekunden. Auch Aaron Gwin und Loic Bruni konnten Minnaars Zeit nun nicht mehr schlagen. Loic Bruni landete, nach einem Fehler in der vorletzten Kurve, auf Platz zwei. Platz drei ging an Dean Lucas.

Red Bull Content Pool Dean Lucas fuhr in Lenzerheide sein bisher bestes Ergebnis ein. Er wurde Dritter.

Greg Minnaar hat sich damit endgültig seinen Platz im Downhill-Olymp gesichert. 18 Worldcup-Siege gehen nun auf sein Konto. Das ist mehr als jeder ander Fahrer in der Geschichte des Downhill-Worldcups für sich beanspruchen kann.

Red Bull Content Pool Das Podium der Herren: Troy Brosnan, Loic Bruni, Greg Minnaar, Dean Lucas und Gee Atherton (von links).

Rachel Atherton holt sich den Sieg

Bei den Damen war es wieder einmal Rachel Atherton, die sich mit einem sauberen Run den Sieg in Lenzerheide sicherte. Sie konnte sich deutlich von ihren Konkurrentinnen absetzen und nur Emmeline Ragot kratzte an Athertons Zeit. Doch sie stürzte im unteren Drittel des Kurses. Zwar war sie schnell wieder auf den Beinen, doch der Sieg war nicht mehr in Reichweite.

Red Bull Content Pool Rachel Atherton feiert ihren Sieg.

Zweite wurde Manon Carpenter, die nach ihrer Pechsträhne mit einem fiesen Sturz im Rennen in Fort William und einer Disqualifikation in Leogang nun wieder auf dem Podium steht. Auch Tracey Hannah wird sich nach einer längeren Durststrecke über ihre Podiumsplatzierung freuen. Sie wurde Dritte.

Damit hat sich Rachel Atherton mit ihrem bereits 23. Worldcup-Sieg schon nach dem vierten Rennen der Saison deutlich von ihren Konkurrentinnen abgesetzt. Ein Gesamtsieg scheint bereits jetzt extrem wahrscheinlich.

Red Bull Content Pool Das Podium der Damen: Morgane Charre, Manon Carpenter, Rachel Atherton, Tracey Hannah und Emmeline Ragot (von links).

Themen: AthertonDownhillGwinLenzerheideWorldcup


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