Vallnord DH Worldcup 2018 Vallnord DH Worldcup 2018

DH Worldcup 2018 #6 Vallnord: Rennbericht

Keine Sensation für Pierron

Adrian Kaether am 16.07.2018

Überraschung beim Downhill-Worldcup in Vallnord: Rachel Atherton patzte, im Feld der Herren konnte Loris Vergier eine erstaunlich gute Leistung abliefern. Genug für den Sieg?

Kein Sieg für Commencal in Vallnord! Schon verrückt, dass wir das Fehlen eines Sieges als eine Neuigkeit verkünden. Aber wir haben uns einfach schon ziemlich daran gewöhnt, dass die Bike-Schmiede aus Andorra mittlerweile bei jedem Downhill-Worldcup mindestens eine der Trophäen erhält. Kein Wunder, bei der Talentdichte im Team: Myriam Nicole, Remi Thirion, Thomas Estaque und Reece Wilson, nicht zu vergessen natürlich den mittlerweile dreifachen Worldcup-Sieger Amaury Pierron. Ausgerechnet beim Heimweltcup des Teams gingen die Andorraner aber leer aus.

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Amaury Pierron gelang der vierte Sieg in Folge am Ende nicht. Das wäre dann vielleicht auch etwas zu viel des Guten gewesen.

Im Damenrennen war das abzusehen. Myriam Nicole war bei der Qualifikation in Val di Sole vor gut einer Woche schwer gestürzt und hatte sich damit zwar keine Brüche aber doch eine Zwangspause eingehandelt. Damit mussten Rachel Atherton, Tahnée Seagrave und Tracey Hannah das Rennen unter sich ausmachen. Die erste schnelle Zeit des Tages holte aber eine andere Fahrerin: Eleonora Farina. Sie erreichte das Ziel nach 5:04,057 Minuten, gut genug, um sich am Ende Platz vier zu sichern.

Atherton gegen Seagrave

Das lag aber sicher auch daran, dass einige der anderen Fahrerinnen im Racerun patzten. Cecile Ravanel war nicht darunter, sie musste sich Farina jedoch trotzdem knapp geschlagen geben. Siegenthaler, Cabirou, Curd und Capellari leisteten sich gröbere Fehler oder stürzten und waren damit nicht konkurrenzfähig. Erst Tracey Hannah konnte Farina aus dem Hot Seat vertreiben, aber auch hier war absehbar, dass ihre Zeit noch unterboten werden könnte.

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Tahnée Seagrave in einer der engen Steilkurven im Mittelteil der Strecke.

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Rachel Atherton war absolut auf Siegkurs. Ein kleiner Fahrfehler machte aber alle Chancen zunichte.

Und Tahnée Seagrave machte Nägel mit Köpfen. Die Britin leistete sich wenig Fehler und toppte die Zeit von Tracey Hannah um mehr als achteinhalb Sekunden. Genug um Rachel Atherton auf Distanz zu halten? Nein. Schon die ersten Splits von Atherton waren grün, doch dann folgte ein Fahrfehler auf einer der schnellen, rumpligen Geraden. Zwar rettete Atherton die Situation, doch der Sieg war dahin, Rachel musste sich in Vallnord mit Platz zwei begnügen.

Finn Iles legt vor

Im Rennen der Herren gelang dem jungen Kanadier Finn Iles einer der besten Läufe des gesamten Wochenendes. Bei ihm gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder er landet auf der Nase, oder er ist verteufelt schnell. In Vallnord war zum Glück Letzteres der Fall. Und die erfahrenen Profis bissen sich an ihm reihenweise die Zähne aus. Selbst Größen wie sein Teamkollege Loïc Bruni, Danny Hart, der Sieger des letzten Jahres, Troy Brosnan, Connor Fearon und Eddie Masters konnten Iles nicht Paroli bieten, guter Rennläufe zum Trotz.

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Finn Iles legte bei den Männer ordentlich vor. Erst die Top-5 konnte seine Zeit dann ankratzen.

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Loic Bruni gab alles. Seinem ehemaligen Protegé Vergier konnte er aber nicht das Wasser reichen.

Schlägt jemand Loris Vergier?

Loris Vergier war der erste Fahrer, der Iles Zeit schlagen konnte. Der junge Franzose vom Santa Cruz Syndicate nahm seinem Konkurrenten gleich mehr als viereinhalb Sekunden ab. Eine Welt im Männer-Downhill! Da mussten sich die Favoriten schon gehörig strecken, um noch an Vergier heranzukommen. Brook MacDonald schaffte die Zeit nicht, sogar Amaury Pierron hatte beim Heimweltcup des Teams knapp das Nachsehen. Laurie Greenland war deutlich langsamer, auch Vergiers Teamkollege Luca Shaw lag in den ersten Zwischenzeiten schon deutlich hinter Vergier, ein Sturz machte die Hoffnungen des Amerikaners dann vollends zunichte.

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Loris Vergier war extrem schnell unterwegs in Andorra.

Kameraschwenk auf Loris Vergier: Der Franzose war zu Tränen gerührt. Schon seit Jahren stand er immer wieder auf dem Worldcup-Podium, fuhr ein gutes Resultat nach dem andern ein, doch für einen Sieg hatte es nie gereicht, wenn er auch schon ein paarmal ziemlich nah dran war (z. B. in Leogang 2017). Bis jetzt. Und Vergier wurde überschwemmt von einer Welle aus Gratulanten, Freunden, Teamkollegen und Rivalen gleichermaßen. Es sieht ganz so aus, als sei der Damm endlich gebrochen, bei dem jungen Franzosen mit der guten Laune, der ganz oben auf dem Podium der Worldcuprennen dieser Welt.

Alle Ergebnisse zum Rennen in Vallnord finden Sie auf der Website der UCI. Die Wiederholung gibt es auf Redbull.tv zu sehen. 

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Sonst so fröhlich und überdreht, wirkte Loris Vergier am Ende regelrecht überwältigt. Mit dem Sieg hatte der junge Franzose nach so vielen Versuchen wohl nicht gerechnet.

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Obligatorische Sektdusche: erst recht wenn es der erste Wordcup-Sieg der Karriere ist, wie im Fall von Loris Vergier.

Adrian Kaether am 16.07.2018