Textor und Richter Deutsche Meister im Enduro Textor und Richter Deutsche Meister im Enduro Textor und Richter Deutsche Meister im Enduro

Deutsche Meisterschaft Enduro 2016: Rennbericht

Textor und Richter Deutsche Meister im Enduro

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 5 Jahren

Das wichtigste nationale Enduro-Rennen ist Geschichte. In Schöneck holten sich Christian Textor und Raphaela Richter beim dritten Lauf zur Specialized-Sram Enduro Series die DM-Titel.

Christian Textor wird Deutscher Enduro Meister 2016!

Nie war der Kampf um den Deutschen Meistertitel so spannend wie in Schöneck. 0,585 Sekunden trennten nach dem Prolog und sieben gewerteten Prüfungen die Ränge eins und zwei. Am vergangenen Wochenende fand in Schöneck zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft im Enduro statt. Bereits im Jahr 2014 wurden im Vogtland die nationalen Titelkämpfe in dieser noch jungen MTB-Disziplin ausgetragen. Eingebettet wurde das Rennen in den dritten Lauf der Specialized-Sram Enduro Series und somit waren einige internationale Größen am Start. Insgesamt gingen 400 Mountainbiker aus zehn Nationen auf die anspruchsvolle Runde.

Dass eine DM etwas ganz Besonderes ist, war von vornherein klar, allerdings hatten sich die Organisatoren in Schöneck weitere Besonderheiten einfallen lassen. Für die Elite- und Pro-Klassen wurden insgesamt sieben Stages angeboten, plus einem zusätzlichen Prolog, dessen Zeit auch ins Endergebnis einfloss. Die offenen Klassen hatten fünf Stages zu absolvieren. Die Besonderheit: In den Kategorien Elite und Pro wurde nach den sechs gewerteten Stages die letzte Wertungsprüfung nach dem aktuellen Ergebnis in umgekehrter Reihenfolge gestartet. Spannender und zuschauerfreundlicher kann man ein Enduro-Rennen wohl kaum gestalten.

800 Höhenmeter auf sieben Stages

Auf dem Programm stand eine Runde mit 47 Kilometern, wobei die sieben Stages eine Gesamtlänge von 8,5 Kilometern hatten. Auf diesen gezeiteten Streckenabschnitten wurden über 800 Höhenmeter vernichtet. Den Open-Klassen wurde die dritte Stage erspart und das Rennen endete bereits nach der sechsten Wertungsprüfung.

Nach dem Training am Samstag ging es abends zur Sache. Ein 600 Meter langer Prolog mit Ende direkt im Start-/Zielbereich musste absolviert werden. Viele Zuschauer säumten bei bestem Wetter die Strecke und bekamen jede Menge Action geboten. Insbesondere am letzten Sprung vor dem Ziel trugen einige Stunts zur Unterhaltung bei. Am Ende gewann der Serienführende Zakarias Johansen (NOR) mit einer Zeit von 1:28.324 Minuten und einem Vorsprung von knapp acht Zehnteln auf Michal Prokop (CZE). Schnellste Frau war die 18-jährige Cross-Country-Fahrerin Mirjam Kuhn (GER), die nach eigener Aussage selbst über dieses Ergebnis überrascht war.

Benjamin Prescher Der knapp 1,5-minütige Prolog am Samstagabend stellte die Weichen fürs Gesamtklassement.

Benjamin Prescher Zakarias Johansen war der Schnellste im Prolog und gewann auch die Gesamtwertung beim Rennen in Schöneck.

Am Morgen des Renntages brachten heftige Regenfälle Unruhe ins Fahrerlager. Hektisch zogen die Mechaniker der Top-Favoriten vor dem Start der Elite-Klassen um 8:30 Uhr Regenreifen auf die Felgen, um dem Schlamm Paroli zu bieten. Denn über Nacht hatte Regen die Strecken ordentlich aufweichen lassen. Die erste Stage war eine alte Bekannte des Rennens in Schöneck, jedoch mit geänderter Linienführung. Nach Aussage der Veranstalter ist der Zick-Zack-Kurs durch das Baumlabyrinth des Schönecker Stadtparks einfach zu schön, um ihn rauszulassen. Danach ging es dann auf die zweite Stage, auf der die ersten Fahrer allesamt Probleme hatten und man einige Stürze beobachten konnte.

Die dritte Wertungsprüfung führte dann in die Vogtland Arena Klingenthal – dann schon bei besseren Bedingungen und abtrocknender Strecke. Kurz und knackig führte es steil bergab entlang des Schanzentischs. Zur Belohnung gab es dann eine schöne Aussicht und die Auffahrt mit dem Lift. Danach ging es wieder zurück in die Bikewelt Schöneck, bevor die fünfte und sechste Stage noch einmal im alten Steinbruch lange Streckenverläufe boten. Kein Fahrer der späteren Top 10 schaffte es, den Kurs ohne Sturz zu bewältigen. André Wagenknecht brachte bis zur sechsten Stage zwar saubere Rennläufe ins Tal, musste dann aber mit einem Kettenriss seine Titelchancen begraben. Anschließend wurden die Transponder ausgelesen und die Fahrer der offenen Klasse hatten es geschafft. Alle anderen wurden nun mit fester Startzeit und in umgekehrter Reihenfolge im Downhill-Modus auf die letzte Stage geschickt.

Johansen und Richter vor der letzten Stage vorne

Benjamin Prescher Alter und neuer Deutscher Enduro-Meister: Fabian Scholz (links) gratuliert Christian Textor zum Sieg.

Die Schnellsten nach sechs Stages waren Zakarias Johansen vom Team Specialized Nordic und Raphaela Richter (Radon Magura). Bei Richter war das Ganze mit 27 Sekunden Vorsprung ziemlich deutlich und kaum noch veränderbar. In der Männer-Elite sah es allerdings ganz anders aus. Zweitschnellster war der Tscheche Michal Prokop (Ghost) mit nur fünf Sekunden Rückstand. Danach kam als Schnellster der DM-Wertung Fabian Scholz (Focus), der somit gute Chancen auf eine Titelverteidigung hatte.

Zunächst gingen die Masters-Fahrer auf die finale Stage. André Kleindienst (Bergamont Hayes) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwölf Sekunden Vorsprung und ließ nichts mehr anbrennen. Die Anzeigetafel zeigte bei ihm am Ende eine Gesamtfahrzeit von 11:53.445 Minuten und einen Vorsprung von 15 Sekunden an. Damit gewann er den Deutschen Meistertitel vor Christian Junker (Rose) und Benjamin Herold (Giant), der zwar die letzte Stage gewinnen konnte, aber am Gesamtergebnis nichts mehr ändern konnte.

Benjamin Prescher Raphaela Richter ließ in Abwesenheit von Ines Thoma nichts anbrennen und sicherte sich ihren ersten DM-Titel.

Benjamin Prescher Die drei schnellsten Enduro-Pilotinnen Deutschlands: Sandra Rübesam, Raphaela Richter und Veronika Brüchle (v.l.).

Direkt im Anschluss gingen die Elite Women auf den Kurs. Wie zu erwarten sicherte sich Richter souverän den Sieg und verließ den Platz als Deutsche Enduro-Meisterin 2016. Zweite wurde die amtierende Deutsche Meisterin im Downhill Sandra Rübesam (Rose), die damit bewies, dass sie auch ordentlich treten kann. Auf dem dritten Rang komplettierte Veronika Brüchle (Stevens) das Podest.

0,5 Sekunden entscheiden über DM-Titel

In der Elite-Klasse der Männer wurden die letzten Fahrer etwas umsortiert. Vor die letzten zehn besten Deutschen wurden die schnellsten fünf internationalen Fahrer gesetzt. Michal Prokop bestätigte mit einer Zeit von 11:15.529 Minuten seine Form. Zakarias Johansen legte mit 11:07.410 Minuten eine unglaublich schnelle Zeit vor, die zum Sieg reichen sollte. Aber alle Zuschauer schielten auf das DM-Ergebnis. Fabian Scholz lag lediglich 0,7 Sekunden vor dem zweitplatzierten Christian Textor (Bulls). Während auf den Rängen ab Platz drei keine Veränderung mehr zu erwarten war, sollte der Kampf um den Titel also in der letzten Abfahrt des Tages entschieden werden. Und Tatsächlich. Christian Textor bewies Nerven aus Stahl und wendete das Blatt auf seine Seite. Am Ende setzte er sich in einem Wimpernschlagfinale mit fünf Hundertstel Sekunden Vorsprung vor Fabian Scholz durch, gefolgt vom Downhiller Erik Irmisch auf Rang drei und Altmeister Marcus Klausmann auf Platz vier. Textors Zeit von 1:17.409 Minuten reichte in der Gesamtwertung für Platz drei.

Benjamin Prescher Die Ergebnisse der schnellsten Männer in der Elite-Klasse der Enduro-DM in Schöneck.

Benjamin Prescher Die Top 10 der Frauen bei der Enduro-DM 2016 in Schöneck.

Der Vogtland Bike e.V. stellte einmal mehr seine Qualitäten als Organisator unter Beweis und lieferte spannende, zuschauerfreundliche und mit 400 Starten gut besuchte Titelkämpfe ab.

Mit dem Sieg des Enduro-Rennens in Schöneck sicherte sich Zakarias Johansen weitere wichtige Punkte und verteidigte damit die Führung in der Specialized-Sram Enduro Series. Raphaela Richter scheint ähnlich uneinholbar beim letzten Rennen, welches Mitte September im österreichischen Leogang über die Bühne gehen wird.

Hier finden Sie alle Ergebnisse der Enduro-DM 2016 von Schöneck .

Benjamin Prescher BIKE-Volontär Ludwig Döhl wurde am Ende Sechster in der DM-Wertung.

Themen: Deutsche MeisterschaftEnduroRaphaela RichterRennenSchöneckVogtland


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