Langvad siegt überlegen, Kulhavy nicht in Form Langvad siegt überlegen, Kulhavy nicht in Form Langvad siegt überlegen, Kulhavy nicht in Form

Cyprus Sunshine Cup 2019: Triumph für Egger und Schwarzbauer

Langvad siegt überlegen, Kulhavy nicht in Form

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 3 Jahren

Spannend aber nass war der Cyprus Sunshine Cup 2019. Schwarzbauer holte den Prologsieg, Georg Egger den sechsten Platz in der GC. Bei den Damen konnten Langvad und van der Breggen im Team glänzen.

Cross-Country- und Etappen-Rennen im Februar sind eine eisige Sache. Zumindest in unseren Breitengraden, wo fast niemand auf derartig verrückte Ideen kommt ( hier geht’s zur Ausnahme ). Auf Zypern allerdings sieht die Lage anders aus. Warmes Mittelmeerklima sorgt bereits im Februar für stabile Bedingungen und ermöglicht nun schon zum 23. Mal einen frühen Start in die Saison auf der Nordhalbkugel.

Thomas Weschta,EGO-Promotion Der Start der Damen in die letzte Etappe.

Zumindest in der Theorie, denn in diesem Jahr fiel das renommierte Saison-Eröffnungsrennen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Regen beim downhillorientierten Prolog, noch mehr Regen und sogar Hagel gepaart mit kalten Winden auf der zweiten Etappe. Erst an den Tagen drei und vier ließ sich die Sonne ab und zu blicken, doch die Profis ließen sich die Laune vom schlechten Wetter nicht vermiesen.

Luca Schwarzbauer holt das gelbe Trikot

Einen Grund dafür hätte es auch kaum gegeben, denn obwohl das Wetter mies war, entfaltete sich ein fesselnder Kampf zwischen den Fahrern und Teams. Beim verregneten Prolog von Lefkara nach Skarinou war Abfahrtskönnen und, an einigen kurzen Gegenanstiegen, Sprintstärke gefragt. Über das nasse Pflaster und die bemoosten Steine war überraschend der Deutsche Luca Schwarzbauer am schnellsten und sicherte sich das Leader-Trikot.

Thomas Weschta,EGO-Promotion Luca Schwarzbauer schaffte auf der ersten Etappe die Überraschung und war Prolog-Schnellster.

"Ich wusste, dass ich gut in Form bin aber einen Sieg hatte ich nicht erwartet – eine Top 10 vielleicht. Die letzten Wochen habe ich zu Hause trainiert und gelernt, viel Zeit für eine spezielle Vorbereitung auf das Rennen blieb da nicht. […] Es ist erst der erste Tag und wir haben noch viel vor uns aber ich bin schon mal happy. Im Leader-Jersey zu fahren ist echt Wahnsinn, das hatte ich noch nie!"

Bei den Damen siegte die Sprint-Spezialistin Linda Indergand vor der Straßenweltmeisterin Anna van der Breggen. Anne Terpstra lag auf drei, Annika Langvad ließ es im schlechten Wetter eher etwas langsamer angehen und holte den vierten Rang. Doch sowohl Linda Indergand als auch Luca Schwarzbauer sollte das Glück auf den kommenden Etappen verlassen.

Teamwork im Damenrennen

Über 52 Kilometer und rund 1800 Höhenmeter streckte sich die zweite Etappe, auf der ein Wettereinbruch mit Hagel für besonderes Wohlbefinden unter den Fahrern sorgte. Annika Langvad war’s egal, sie presste mit Anna van der Breggen im Schlepptau vorneweg. Frei nach dem Motto "Bei Vollgas ist’s auch nicht so kalt". Zum Sprintfinish kam es aber nicht – die beiden Specialized-Fahrerinnen werden auch beim kommenden Cape Epic zusammenarbeiten. Sie beerdigten also ihre Rivalitäten zugunsten einer geeinten Teamstrategie.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Annika Langvad zieht vorneweg. Hinter ihr Anna van der Breggen und das Ghost-Team mit Sina Frei und Lisa Pasteiner.

Da blieben die Verfolgerinnen vom Ghost-Team, Sina Frei und Lisa Pasteiner, völlig chancenlos. Auch hier wurde eher mit- als gegeneinander gearbeitet, sonst hätte das Ergebnis zugunsten von Langvad und van der Breggen wahrscheinlich noch verheerender ausgesehen.

Langvad mit defektem Hinterrad

Ein Bild, dass sich mit leichter Variation auch auf der dritten Etappe wiederholen sollte. Zumindest, bis Langvads Hinterrad auf Kilometer 20 von 66 aufgab und sie sich erst bis zur nächsten Tech-Zone schleppen musste um den Schaden zu reparieren. Die Dänin hatte ihrer Teamkollegin selbstverständlich schon längst das "Go!" gegeben. Besser ein Sieg von van der Breggen als ein Sieg vom Ghost Team lautete da wohl die Agenda.

Niklas Hartmann,EGO-Promotion Annika Langvad ist offensichtlich in Topform.

Langvad schleppte sich also zur Tech-Zone und wurde dabei natürlich von Pasteiner und Frei überholt, die wieder im Duett unterwegs waren. Längst musste der Rest des Specialized-Teams die Hoffnung auf einen erneuten Doppelsieg aufgegeben haben, doch nicht so Annika Langvad selbst. Die Dänin holte alles aus sich heraus, schloss zu Frei und Pasteiner auf, überholte sie und passierte sogar noch die eigene Teamkollegin Anna van der Breggen. Mit einem Vorsprung von über einer halben Minute rauschte sie durchs Ziel.

Etappe 2 und 3: Skarnitzl glänzt mit Konstanz

Bei den Männern konnte der polnische Meister Bartolomeji Wawak den harschen Bedingungen der zweiten Etappe am besten trotzen. Zunächst blieb eine Führungsgruppe dicht beieinander, doch ab der Hälfte des Rennens fielen immer mehr Fahrer zurück, bis Wawak nur noch von den Landesmeistern Karl Markt und Howard Grotts sowie Jan Skarnitzl bedrängt wurde. Doch Wawak triumphierte und fuhr den Sieg auf Etappe zwei sicher nach Hause. Die Verfolger hatten sich verkalkuliert, und so holte Ondrej Cink den zweiten Platz vor Lokalmatador Andreas Miltiades auf Rang drei.

Thomas Weschta,EGO-Promotion Start der Herren in die letzte Etappe.

Niklas Hartmann,EGO-Promotion Jan Skarnitzl (im Vordergrund) konnte das ganze Rennen über gute Platzierungen einfahren. Das brachte ihm am Ende den Sieg in der Gesamtwertung.

Der Sieg auf Etappe Nummer drei ging ebenfalls nach Osteuropa. Doch nicht an Bartolomeji Wawak, der am dritten Tag keine ernsthaften Podiumsambitionen durchsetzen konnte. Zunächst preschten Howard Grotts und Andreas Miltiades vorneweg, doch die beiden hatten ihr Pulver zu früh verschossen und so war es der Russe Tomofei Ivanov, der am Ende triumphierte. Wieder auf dem Podium, diesmal allerdings auf Rang zwei: Jan Skarnitzl. Langsam aber sicher hatte sich der Tscheche mit konstant starken Platzierungen an die Spitze gekämpft und mauserte sich spätestens während der dritten Etappe zum Spitzenkandidaten für den Sieg in der Gesamtwertung.

Niklas Hartmann,EGO-Promotion Timofei Ivanov siegte auf der dritten Etappe.

Etappe 4: Sieg für Skarnitzel, Egger auf Rang 6, Kulhavy unter ferner liefen

Das Abschlussrennen am letzten Tag wird beim Cyprus Sunshine Cup traditionell in Form eines klassischen Cross-Country-Rennens ausgetragen. Beflügelt vom Gelben Trikot konnte sich Jan Skarnitzl der zahlreichen Angriffe durch die Konkurrenz erfolgreich erwehren und holte zum Abschluss des viertägigen Rennens noch einen verdienten Tagessieg, der auch den Gesamtsieg endgültig besiegelte.

Thomas Weschta,EGO-Promotion Bartolomeji Wawak sollte sich am Ende mit der Verfolgerposition begnügen müssen.

Rang zwei in der Gesamtwertung ging an den polnischen Meister Bartolomeji Wawak, David Nordemann aus den Niederlanden erhält den Bronzepokal vor Karl Markt aus Österreich auf Rang vier. Freuen darf sich auch Georg Egger, der mit dauerhaft starken Platzierungen den sechsten Gesamtrang für sich beanspruchen kann. Und Kulhavy? Der geht leer aus, Rang 20 bleibt ihm am Ende. Technische Defekte sind aber keine größeren aufgetreten. Scheint, als sei der Olympiasieger von 2012 einfach nicht in Form…

Doppelsieg für Specialized

Auch bei den Damen änderte sich durch die letzte Etappe nicht mehr viel. Zunächst blieb Langvad zurückhaltend und führte mit Anna van der Breggen und Sina Frei in einer stabilen Pace das Rennen an, doch in Runde zwei griff sie die Kraftreserven an und blickte nicht mehr zurück. Mit einer knappen Minute Vorsprung erreichte sie das Ziel und holte damit auch den Gesamtsieg vor ihrer Teamkollegin Anna van der Breggen. Sina Frei setzte sich im Cross-Country-Rennen gegen ihre Teamkollegin Lisa Pasteiner durch und entschied damit den Kampf um den dritten Rang der Gesamtwertung zu ihren Gunsten.

Was bleibt? Vorsicht vor Annika Langvad! Einen besseren Auftakt hätte die Dänin kaum erwischen können und sie wird gemeinsam mit Anna van der Breggen sicherlich wenigstens eine der Top-Favoritinnen für das kommende Cape Epic sein. Das Ghost-Team mit Frei und Pasteiner ist ebenfalls in Form, was man über Jaroslav Kulhavy im Moment wohl nicht sagen kann. Will er beim Cape Epic punkten, und ernsthafte Chancen auf die Titelverteidigung haben, muss wohl noch ein mittleres Wunder geschehen.

Armin M. Küstenbrück,EGO-Promotion Die glücklichen Sieger: Jan Skarnitzl und Annika Langvad.

Hier geht’s zur Website des Cyprus Sunshine Cups . Dort finden Sie alle Informationen zum Rennen und die vollständigen Ergebnisse.

Themen: Annika LangvadEtappenrennenJaroslav KulhavySaisoneröffnungZypern


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