Neff und Schurter auf Platz eins Neff und Schurter auf Platz eins Neff und Schurter auf Platz eins

Cross-Country-Worldcup Mont-Sainte-Anne 2015

Neff und Schurter auf Platz eins

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Die Schweizer sind im Cross Country so stark wie nie und besonders die Abfahrtsfähigkeiten von Jolanda Neff und Nino Schurter werden immer wieder gerühmt. Beste Voraussetzungen für Mont-Sainte-Anne.

"La Beatrice" - was für den uneingeweihten nach einer französischen Erdbeersorte klingt, jagt der Cross-Country-Elite und ihren Sympathisanten den kalten Schweiß den Rücken hinunter. Es handelt sich nämlich um die wohl gefürchtetste Abfahrtspassage im gesamten Cross-Country-Rennkalender.

Zwischen zwei Lines müssen die Fahrer hier wählen: Eine äußere – gefährlich und langsam – führt die meisten Fahrer ins folgende Steinfeld. Die innere Line ist wesentlich schneller und noch gefährlicher. So gefährlich, dass sich selbst die absolute Speerspitze des Cross-Country-Zirkus zum großen Teil für die langsamere, äußere Line entscheidet. Aber dazu später mehr.

Auch für 2015 ist die berühmte "Beatrice" natürlich Teil der Strecke, die ansonsten aber eher kurz ausfällt. Auf nur knapp vier Kilometern Länge werden hier nur 78 Höhenmeter pro Runde gemacht. Trotzdem ist Mont-Sainte-Anne eine der forderndsten Weltcup-Strecken überhaupt, denn bei den vielen technischen Abfahrten, die von steilen Anstiegen eingeleitet werden, bleibt den Fahrern keine Verschnaufpause.

Perfekter Start von Jolanda Neff

Allgemein gilt, je technischer die Strecke, desto wichtiger der Start. Das wusste auch Jolanda Neff, die im Rennen der Damen gleich von Anfang an vorpreschte. Zwar wurde sie kurzzeitig im ersten Anstieg überholt, hatte sich aber bis zu "La Beatrice" auf die zweite Position hinter Eva Lechner vorgearbeitet. Hier entschied sich die Abfahrtsspezialistin als beinahe Einzige im Damenfeld für die innere Line, die ihr prompt die Führung einbrachte.

Einen guten Start erwischte auch Helen Grobert. Die deutsche Cross-Country-Hoffnung konnte sich sogar für kurze Zeit auf der ersten Position halten, musste aber in den später folgenden Anstiegen wieder zurückstecken, weil sie das Tempo der Führenden nicht dauerhaft halten konnte.

Im weiteren Verlauf des Rennens fielen dann die meisten schnellen Fahrerinnen der ersten Runde weiter zurück und die üblichen Verdächtigen besetzten nach und nach die Top Five. Gunn-Rita Dahle Flesjå hatte zunächst versucht, sich an Jolanda Neff heranzuarbeiten, doch die Schweizerin war zu schnell unterwegs und Dahle Flesjå nicht ganz so gut in Form wie bei ihrem Sieg in Lenzerheide.

Gunn-Rita Dahle Flesjå in der zweiten technischen Abfahrt von Mont-Sainte-Anne.

Catharine Pendrel greift an

Auffällig stark waren dafür Catharine Pendrel und Pauline Ferrand Prevot. Pendrel konnte sich nach einem mittelmäßigen Start bis auf den zweiten Platz vorarbeiten und versuchte, die Lücke zu Neff zu schließen, was ihr nach und nach auch gelang. Möglich, dass ihr Racefully ihr insbesondere gegen Ende des Rennens half, Kraft in den Abfahrten zu sparen, wohingegen Jolanda Neff sich für das leichtere Hardtail entschieden hatte.

Auch bei Pauline Ferrand Prevot fiel die Wahl auf das Hardtail. Die talentierte Französin konnte bisher in der Weltcup-Saison nicht sehr viele Punkte holen und lag vor dem Rennen in Mont-Sainte-Anne nur auf dem 37. Rang in der Gesamtwertung. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass sie in dieser Saison auch sehr erfolgreich auf dem Rennrad unterwegs ist. Dementsprechend stark war ihre Kondition in Mont-Sainte-Anne und der dritte Platz war ihr sicher. Jolanda Neff gewann trotz eines Sturzes in der letzten Runde in "La Beatrice" vor Catharine Pendrel, Lokalmatadorin Emily Batty wurde Vierte, Gunn-Rita Dahle Flesjå Fünfte. Helen Grobert landete als beste Deutsche auf dem zwölften, Adelheid Morath auf dem dreizehnten Platz.

Das Podium der Damen (v. l. n. r.): Emily Batty, Catharine Pendrel, Jolanda Neff, Pauline Ferrand Prevot und Gunn-Rita Dahle Flesjå.

Andrea Tiberi auf Platz eins

Auch im Rennen der Männer war nach dem Start die Spitze teilweise etwas ungewöhnlich besetzt. Zunächst führte der Italiener Andrea Tiberi, dicht gefolgt vom Schweizer Trio Schurter, Näf und Vogel. Julien Absalon fand sich auf der sechsten, Manuel Fumic auf der achten Position wieder. Doch Tiberi konnte die Führung nicht lange halten und erwartungsgemäß war es Nino Schurter, der dann das Feld anführte.

Jaroslav Kulhavy war in Mont-Sainte-Anne nicht in Form. Er fuhr auf den dreizehnten Platz. 

Doch auch Julien Absalon ließ nicht lange auf sich warten und überholte einen Worldcup-Fahrer nach dem anderen. So kam es, wie es kommen musste: Wieder zogen Absalon und Schurter im Duo vorneweg, gefolgt von Mathias Flückiger, Ondrej Cink und Florian Vogel. Cink hatte sein dritter Platz in Lenzerheide wohl einen guten Motivationsschub gegeben und er hielt seinen Platz in der Führungsgruppe.

Entscheidung in der letzten Runde

Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde. Absalon und Schurter belauerten sich gegenseitig, bis Schurter im langen Anstieg der letzten Runde eine Attacke startete. Gemeinsam preschten die beiden im Wiegetritt den Anstieg hinauf, bis Schurter sich absetzen konnte. Offenbar hatte Absalon seine Aufholaktion viel Kraft gekostet und er konnte die Pace Nino Schurters nicht mehr mitgehen. Im Ziel hatte Schurter dann 14 Sekunden Vorsprung auf Julien Absalon, der auf Platz zwei landete. Platz drei ging an Florian Vogel, Platz vier an Ralph Näf und Platz fünf an Stephane Tempier. Manuel Fumic landete nach den Flückiger-Brüdern auf Platz 8.

Das Podium der Herren: (v. l. n. r.) Ralph Näf, Julien Absalon, Nino Schurter, Florian Vogel und Stephane Tempier.

Themen: Cross CountryJolanda NeffJulien AbsalonNino SchurterWorldcup


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