Dahle Flesjå und Kulhavy siegen in Lenzerheide Dahle Flesjå und Kulhavy siegen in Lenzerheide Dahle Flesjå und Kulhavy siegen in Lenzerheide

Cross-Country-Worldcup Lenzerheide 2015

Dahle Flesjå und Kulhavy siegen in Lenzerheide

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Das Rennen in Lenzerheide war eines der dramatischsten der Worldcup-Saison 2015. Gunn-Rita Dahle Flesjå schrieb Geschichte, bei den Männern gewann Jaroslav Kulhavy mit einem 38er-Kettenblatt.

Bereits 21 Jahre ist es her, dass der letzte Worldcup in Lenzerheide ausgetragen wurde. Nun kehrt die wichtigsten Mountainbike-Rennserie wieder nach Lenzerheide zurück. Der Kurs ist deswegen komplett neu und hat mit dem alten Cross-Country-Kurs nichts mehr zu tun. 4,1 Kilometer werden pro Runde bewältigt. Dabei müssen 188 Höhenmeter überwunden werden. Lange Anstiege gibt es hier nicht, dafür umso mehr Abschnitte, die die Fahrtechnik herausfordern.

Staub: Ein Problem in Lenzerheide

Wie auch schon beim Downhill-Rennen am Vortag war es am Tag der Cross-Country-Rennen heiß und staubig. Und was im Downhill den Wettkampf eigentlich nur interessanter macht, kann im Cross Country schnell ärgerlich werden. Bereits als die ersten Fahrer in die erste Abfahrt gingen, war es so staubig, dass die nachfolgenden nicht mehr viel sehen konnten.

Staub, Staub und noch mehr Staub. Vorne Manuel Fumic, hinten Marco Fontana.

So war es rennentscheidend, nach Möglichkeit dem Feld vorrauszufahren, um nicht in die große Staubwolke zu geraten, die die Reifen aufwirbelten. Hinzu kam, dass die Strecke in Lenzerheide weitestgehend aus schmalen Trails ohne Überholmöglichkeiten besteht. Ein guter Start war also in Lenzerheide der Schlüssel zu einem guten Rennen.

Neff mit Druck am Start

Bei den Damen war es, wie erwartet, zunächst Jolanda Neff, die von Anfang an Druck machte und das Feld anführte. Doch schon in der Mitte der ersten Runde ging ihr die Puste aus und sie konnte die eigene Pace nicht halten. Schnell war Gunn-Rita Dahle Flesjå vorbei, wenig später folgten Annika Langvad und Helen Grobert.

So hielt sich die Spitze eine Weile, bis auch Annika Langvad nach hinten durchgereicht wurde. Offensichtlich bekamen ihr, wie auch Jolanda Neff, die extremen Bedingungen in Lenzerheide nicht. Davon profitierten vor allem Lea Davison und Cathrine Pendrel, die sich Stück für Stück immer weiter nach vorne schoben.

Auch Helen Grobert hatte kein Glück. Die frischgebackene Deutsche Meisterin hatte einen Platten und musste bis zur Tech Zone laufen. Danach war sie so weit zurückgefallen, dass selbst eine Top-10-Platzierung nicht mehr im Rahmen des Möglichen war.

Gunn-Rita Dahle Flesja auf ihrem Weg zum 29. Worldcup-Sieg.

Gunn-Rita Dahle Flesjå indessen fuhr den Sieg souverän nach Hause. Zweite wurde Lea Davison, die in der letzten Runde so viel Druck auf Cathrine Pendrel ausübte, dass diese sie ziehen lassen musste. Es ist das beste Ergebnis, das Davison je eingefahren hat. Pendrel wurde Dritte. Neff fand ihre Form wieder und konnte einige Platzierungen wieder gutmachen. Sie wurde Vierte.

Dahle Flesjås 29. Worldcup-Sieg

Damit ist Gunn-Rita Dahle Flesjå nach Greg Minnaar, die Zweite, die sich an diesem Rennwochenende in die Geschichtsbücher des Mountainbikens einträgt. Auch sie hat mit ihren 29 Worldcup-Siegen nun mehr Siege eingefahren, als je eine Frau vor ihr.

Das Podium der Damen: Jolanda Neff, Lea Davison, Gunn-Rita Dahle Flesja, Catharine Pendrel und Irina Kalentjeva (von links).

Auch die Männer hatten mit den Bedingungen in Lenzerheide zu kämpfen. Dennoch konnte sich gleich in der ersten Abfahrt eine Führungsgruppe absetzen. Nino Schurter, Julien Absalon und Jaroslav Kulhavy führten bald das Rennen an. Doch während sich Schurter und Kulhavy andauernd gegenseitig anstachelten, fiel Absalon immer weiter zurück.

Kulhavy mit 38er-Kettenblatt

Kein Wunder eigentlich, denn die Strecke in Lenzerheide lag dem Franzosen nicht. Seine Stärken liegen in langen Anstiegen und davon gibt es in Lenzerheide keine. Kulhavy und Schurter dagegen lag der Mix aus kurzen Gegenanstiegen und technisch anspruchsvollen Passagen offensichtlich. Kulhavy hatte sogar wegen der kurzen Anstiege vorne ein 38er-Kettenblatt montiert und presste dementsprechend ständig im Wiegetritt über die Strecke.

Absalon und Schurter im Pech

Als dann Absalon im weiteren Verlauf einen Platten hatte und in die Tech Zone laufen musste, waren seine Hoffnungen auf einen Platz auf dem Podium vernichtet. Auch Schurter blieb ohne Glück. Auch er hatte einen Platten. Zwar konnte das Rad schnell gewechselt werden, doch der Vorsprung auf Kulhavy war zu groß geworden.

Schurter gab alles und landete trotz des Plattens auf dem zweiten Platz. Kulhavy trat weiter konstant in sein 38er-Kettenblatt und fuhr das Rennen souverän zu Ende und den Sieg nach Hause. Dritter wurde der ehemalige U-23 Weltmeister Ondrej Cink aus Tschechien, der damit auch sein seit langem bestes Resultat im Worldcup einfährt. Bester Deutscher wurde Manuel Fumic auf Platz sechs.

Nino Schurter gibt alles und wird von den Zuschauern angefeuert.

Themen: Gunn-Rita Dahle FlesjåJaroslav KulhavyLenzerheideNino SchurterSchweizUCI WorldcupWorldcup


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