Cross Country Worldcup #2 in Albstadt: Vorschau

Wer macht das Rennen beim Worldcup in Albstadt?

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Der Worldcup in Albstadt wird das erste vollständige Kräftemessen der Cross-Country-Elite in diesem Jahr sein. Außerdem: das wohl letzte Duell Schurter gegen Absalon auf deutschem Boden.

Schon beim ersten Worldcup 2016 im australischen Cairns hatten wir eigentlich mit einem Rennen gerechnet, dass zum ersten Mal im Olympia-Jahr alle Top-Favoriten in einem Wettbewerb zusammenführt. Doch schnell wurde deutlich, dass diese Hoffnungen nicht wahr werden würden. Bei den Damen fehlten mit Jolanda Neff und Gunn-Rita Dahle Flesja zwei der wichtigsten Fahrerinnen. Sie hatten sich gegen die weite Reise nach Australien und den damit verbundenen Jetlag entschieden und die Zeit lieber zum Training in Europa genutzt.

Auch bei den Herren blieb das unabwendbare Duell zwischen Nino Schurter und Julien Absalon aus: Nicht etwa weil einer der beiden nicht anwesend oder nicht fit war, sondern weil Absalon sich schon zu Beginn des Rennens einen Reifen plattfuhr und damit fast eine Minute auf Schurter verlor. Wie gut in Form er eigentlich war, zeigte seine eindrucksvolle Aufholjagd, die ihm am Ende trotz allem den dritten Platz bescherte.

Nino Schurter bewies wieder einmal seine Extraklasse und fuhr das erste Worldcup-Rennen in Cairns sicher nach Hause.

Das ewige Duell Schurter vs. Absalon – zum letzten Mal auf deutschem Boden

Doch der Worldcup in Albstadt an diesem Wochenende verspricht genau das zu liefern, was wir in Cairns vermisst hatten. Eine Antwort auf die Frage, mit wem bei Olympia im August zu rechnen ist. Und all das sogar in einer Entfernung, die für viele gut in einem Tagestrip zu erreichen ist. Bei den Männern steht das ewige Duell Schurter gegen Absalon auf dem Plan, wahrscheinlich zum letzten Mal auf deutschem Boden, da Julien Absalon bereits angekündigt hat, sich nach Olympia 2016 in Rio aus dem Profisport zurückzuziehen. Insgesamt werden wieder mehr 10000 Zuschauer in Albstadt-Tailfingen erwartet.

Julien Absalon fuhr in Bad Säckingen vor einigen Wochen als einer der ersten Top-Fahrer im Cross Country mit Variostütze.

Konkurrenz aus Frankreich, der Schweiz und Tschechien

Beide sind in Albstadt bis in die Haarspitzen motiviert. Julien Absalon will die verlorenen Punkte aus Cairns wieder gutmachen. Nino Schurter möchte endlich seinen ersten Sieg in Albstadt feiern. Besonders jetzt, nachdem er den Sieg 2015 erst auf den letzten Metern durch ein wegrutschendes Vorderrad verloren hatte. Doch die beiden Titanen des MTB-Sports haben Konkurrenz bekommen. Absalons Landsmann Maxime Marotte hat sich am Ende der letzten Saison stark gezeigt und schob sich auch in Cairns zwischen Schurter und Absalon.

Mit Jaroslav Kulhavy ist immer zu rechnen, auch wenn dem Tschechen die Anstiege in Albstadt nicht so liegen.

Auch aus der Schweiz droht den beiden Konkurrenz. Mathias Flückiger glänzte in Cairns mit einer Mischung aus guter Fahrtechnik, hoher Risikobereitschaft und hervorragenden Kletterkünsten. Er wartet allerdings noch auf seinen ersten Worldcup-Sieg. Zuletzt darf man natürlich die Tschechen Jaroslav Kulhavy und Ondrej Cink nicht vergessen. Zwar hat sich Kulhavy gerade erst von einem komplizierten Bruch des Handgelenks erholt, doch mit ihm ist immer zu rechnen. Auch Ondrej Cink ist an guten Tagen definitiv ein Kandidat fürs Podium, wie er im Vorjahr und auch bei der Europmeisterschaft in Jönköping vor zwei Wochen unter Beweis stellte.

Jolanda Neff gegen Gunn-Rita Dahle Flesja?

Gunn-Rita Dahle Flesjå wird in Albstadt alles daran setzen, sich bis ganz nach vorne durchzukämpfen.

Bei den Damen kommt Jolanda Neff eindeutig die Rolle der Favoritin zu. Bei der EM in Jönköping fuhr sie in einer anderen Liga und auch sonst scheint sie sehr gut in Form zu sein. Behaupten muss sich die junge Schweizerin vor allem gegen ihre Konkurrentin Gunn-Rita Dahle Flesja, die zwar in Schweden mit der Hitze kämpfte, ansonsten aber durchaus schnell unterwegs war und mit ihrer Erfahrung immer eine Gegnerin ist, die man vor allem in langen Rennen nicht unterschätzen sollte.

Catharine Pendrel hinter Rebecca Henderson in Australien.

Ebenso eine Spezialistin für lange Rennen und für die harten Anstiege in Albstadt ist die Dänin Annika Langvad, die bei der EM auf Platz zwei landete und in Abwesenheit von Jolanda Neff in Australien den Sieg holte. Rechnen sollte man außerdem mit Emily Batty, Yana Belomoina und vielleicht auch Linda Indergand, wenn sie an ihre Leistung von Cairns anknüpfen kann. Auch Ex-Weltmeisterin Catharine Pendrel wird sicherlich eine wichtige Rolle im Kampf um das Podium in Albstadt spielen.

Die deutschen Hoffnungen für Albstadt

Aus den deutschen Reihen haben sicherlich Helen Grobert, Sabine Spitz und Adelheid Morath die besten Chancen. Morath konnte im letzten Jahr mehrere gute Platzierungen einfahren, war aber dieses Jahr bislang noch nicht dazu in der Lage. Sabine Spitz und Helen Grobert lagen in Australien auf den Plätzen fünf und sechs, zeigten damit also eine sehr gute Leistung. Das Trio trägt außerdem auch noch den Kampf um die Qualifikation für Olympia aus, denn nur zwei der drei können im August nach Rio fahren. Wer das sein wird, entscheiden UCI-Punkte und Bundestrainer Peter Schaupp.

Helen Grobert war mit ihrem sechsten Platz in Cairns sichtlich zufrieden. In Albstadt ist wieder mit ihr zu rechnen.

Bei den Männern ist Manuel Fumic zumindest für die Top 10 ein aussichtsreicher Kandidat. Zwar war der Kirchheimer über Pfingsten krank und auch in Cairns lief es nicht gut für ihn, doch er ist ein erfahrener Worldcup-Racer und wird deswegen nicht gleich zurückstecken. Sein Manöver in Windham im vergangenen Jahr ist unvergessen und spricht eine ganz deutliche Sprache: Manuel Fumic ist definitiv Weltklasse! Moritz Milatz ist der zweite Kandidat, der in Albstadt gute Chancen auf eine respektable Platzierung hat. Der Freiburger konnte sich in dieser Saison langsam, aber stetig verbessern. Damit liegt an einem guten Tag auch für ihn eine Top 10-Platzierung in Reichweite.

Zum vierten Jahr in Folge findet 2016 in Albstadt ein Mountainbike-Worldcup statt. Hier der Zeitplan für 2016.

Streckenänderungen in Albstadt 2016

Die Fahrer bekommen es am Wochenende mit zwei Änderungen an der Strecke zu tun. Erstens werden sie in Runde eins auf einer neuen Trasse geradeaus den Berg hinauf geschickt, um das Problem mit dem Stau, den es im ersten Singletrail gibt, etwas zu entschärfen.

Zweitens wurde die Passage, die auf der rechten Seite des Bullentäles liegt völlig neu gestaltet. Sie ist jetzt flüssiger zu fahren und auch zum Überholen geeignet.

Der Worldcup in Albstadt 2016 wird am Sonntag ab 11:00 Uhr live auf Red Bull TV übertragen.

Für Manuel Fumic ist Albstadt ein Heim-Worldcup. Ihm werden die deutschen Fans am lautesten zujubeln.

Themen: AlbstadtCross CountryDeutschlandJolanda NeffJulien AbsalonNino SchurterRennenVorschauWorldcup


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