Zwei Top-5-Platzierungen für Deutschland in Windham Zwei Top-5-Platzierungen für Deutschland in Windham Zwei Top-5-Platzierungen für Deutschland in Windham

Cross-Country-Worlcup #5 in Windham

Zwei Top-5-Platzierungen für Deutschland in Windham

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Das Wordcup-Rennen in Windham hielt einige Überraschungen bereit. Fumic überholte Schurter im Rockgarden, Pauline Ferrand-Prévot fuhr allen davon und Adelheid Morath erkämpfte Platz fünf.

Die Worldcup-Strecke in Windham war ungewöhnlich, oldschool in fast jeder Pore. Auf 4,2 Kilometern Streckenlänge gab es nur einen Anstieg, in dem alle 162 Höhenmeter überwunden wurden und eine Abfahrt. Neu für 2015 war allerdings ein großer Rockgarden im Einstieg zur Abfahrt, der später noch eine große Rolle spielen sollte.

Jaroslav Kulhavy war in Windham nicht in Form und gelangte nicht einmal in die Top-10. Die Top-3 in der Gesamtwertung noch zu knacken wird jetzt ein hartes Stück Arbeit.

Schurter gegen Absalon – alles wie immer?

Als das Rennen nach dem Startloop in die erste Runde ging, zeigte sich ein gewohntes Bild. Nino Schurter setzte sich mit Ralph Näf und Florian Vogel an die Spitze. Dicht dahinter folgten Manuel Fumic und Andrea Tiberi, auch Julien Absalon und Jaroslav Kulhavy waren beim Start nicht weit zurückgefallen. Doch nach und nach begann das Feld auszudünnen. Tiberi fiel zurück, auch Ralph Näf konnte die Pace von Nino Schurter nicht dauerhaft mitgehen. Julien Absalon arbeitete sich dagegen immer weiter vor.
Lange sah es so aus, als würde es wieder ein Duell Schurter gegen Absalon werden, doch daraus wurde nichts. Denn, was wohl die meisten Zuschauer erwarteten, geschah einfach nicht. Manuel Fumic fiel nicht zurück. Ganz im Gegenteil, er wirkte sogar selbst bei diesem hohen Tempo noch recht entspannt.

Daniel McConnell schenkte sich in Windham zu seinem 30. Geburtstag den fünften Platz. Herzlichen Glückwunsch.

Fumic und die Attacke im Rockgarden

In Runde drei geschah es dann. Schurter war als erster in die Abfahrt gegangen, mit Fumic dicht auf den Fersen. Doch der Kirchheimer war an diesem Tag der beste Abfahrer und griff voll an. Seine Attacke war erfolgreich und er überholte Schurter mitten im Rockgarden. Zwar kostete ihn ein Verbremser in einem der nächsten Abschnitte wieder die Führung, aber die Botschaft war klar. Fumic meinte es ernst.
In den folgenden Runden blieben Fumic, Absalon und Schurter eng zusammen und führten das Rennen an. Erst in der letzten Runde, als sich Absalon und Schurter gegenseitig den Anstieg hinauf trieben, fiel Fumic ein paar Sekunden zurück. Absalon ging nun als erster in die Abfahrt und wählte Schurters steile Linie, um ein Überholen zu verhindern. Doch Schurter tat es nun Manuel Fumic gleich und überholte Absalon auf derselben Linie, auf der er selbst einige Runden zuvor das Nachsehen hatte.

Fumic zieht im Rockgarden an Schurter vorbei. Nicht nur der war davon ziemlich überrascht.

Damit war Schurter der Sieg sicher. Bis zum Ziel konnte er noch einige Sekunden Abstand auf Absalon herausfahren. Absalon wurde Zweiter, Manuel Fumic fuhr auf einen genialen dritten Platz. Selbst Schurter gab nach dem Rennen zu, dass die Idee für das letzte Überholmanöver von Manuel Fumic kam. "Ich hatte ja gesehen, dass das funktioniert, als Fumic mich drei Runden zuvor dort überholte. Also versuchte ich dasselbe und ich bin sehr froh, dass es geklappt hat", sagte er nach dem Rennen.

Das Podium der Herren: (v. l. n. r.) Sergio Mantecon Gutierrez, Julien Absalon, Nino Schurter, Manuel Fumic und Daniel McConnell.

Strecke favorisierte Kletterer

Auch bei den Damen gab einige Überraschungen. Die Strecke mit dem langen Anstieg lag vor allem extrem körperlich starken Fahrerrinnen und so rechnete man im Vorfeld in erster Linie Catharine Pendrel und Gunn-Rita Dahle Flesjå gute Chancen aus. Doch es sollte wieder alles anders kommen.

Jolanda Neff kämpfte anfangs mit der Strecke und brauchte lange um warmzulaufen. Dann allerdings war sie kaum zu stoppen.

Schon im ersten Renndrittel war Favoritin Jolanda Neff extrem zurückgefallen, während Pauline Ferrand-Prévot und Catharine Pendrel an der Spitze das Rennen dominierten. Doch nach und nach verlor Catharine Pendrel an Boden und musste Ferrand-Prévot ziehen lassen. Dagegen tauchten einige Gesichter an der Spitze auf, die der Worldcup schon lange nicht mehr so weit vorne gesehen hat. Annika Langvad hielt sich in den Top-Fünf, ebenso wie Adelheid Morath, die nach langer Zwangspause nun endlich wieder in Form zu sein schien.

Pauline Ferrand-Prévot nicht zu schlagen

Pauline Ferrand-Prévot allerdings war in Windham nicht zu schlagen. Runde um Runde brachte sie den Anstieg in rasendem Tempo hinter sich, nur um dann im Downhill alles aus ihrem Hardtail herauszuholen. Selbst Jolanda Neff, die sich mit einer schon unmenschlich anmutenden Leistung wieder in die vordersten Plätze vorkämpfte und in der letzten Runde die Verfolgung von Ferrand-Prévot aufnahm, konnte sie nicht mehr stoppen.

Annika Langvad konnte in Windham ihre Stärken im Uphill ausspielen. Sie holte den dritten Platz.

Mit 1.28 Minuten Vorsprung erreichte Pauline Ferrand-Prévot das Ziel und sicherte sich ihren ersten Worldcup-Sieg der Saison. Auf Platz zwei landete Jolanda Neff, die damit ihre Führung in der Gesamtwertung auf 190 Punkte ausbaute, Platz drei ging trotz zweier Stürze an Marathonspezialistin Annika Langvad. Platz vier belegte Langvads Teamkollegin Lea Davison. Platz fünf ging an Adelheid Morath, die damit auch die beste Deutsche im Worldcup-Rennen in Windham war. Für sie ist es nach langer Dürrephase endlich die Rückkehr an die Spitze des Worldcups.

Das Podium der Damen in Windham: (v. l. n. r.) Lea Davison, Jolanda Neff, Pauline Ferrand-Prévot, Annika Langvad und Adelheid Morath.

Themen: AbsalonCross CountryFumicmorathNeffschurterWorldcup


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