Hattrick für Scott-Sram – Plattenpech bei Lakata/Platt Hattrick für Scott-Sram – Plattenpech bei Lakata/Platt Hattrick für Scott-Sram – Plattenpech bei Lakata/Platt

Cape Epic 2019 – Etappe 2

Hattrick für Scott-Sram – Plattenpech bei Lakata/Platt

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 3 Jahren

Cape Epic 2019 – zweite Etappe: Schurter/Forster triumphieren erneut vor Cink/Mantecon und Avancini/Fumic. Bulls-Duo Platt/Lakata kassiert 12:37 Minuten Rückstand – Huber/Stiebjahn auf Rang sechs.

Nach den Scharmützeln auf der ersten langen Etappe ging es heute etwas ruhiger, aber noch lange nicht gemütlich zu beim Absa Cape Epic 2019 . Nino Schurter wird seine Siegesankunft im Oak Valley, einem Mekka der Bike-Szene rund um Kapstadt, kaum vergessen. Drei Etappensiege hintereinander sind auch für den hochdekorierten Schweizer ein Novum. Schurter und Lars Forster benötigten 3:37.41 Stunden für die 90 Kilometer und 2250 Höhenmeter. Damit baute Scott-Sram den Vorsprung auf Manuel Fumic und Henrique Avancini (Cannondale) auf über vier Minuten in der Gesamtwertung aus.

Cape Epic,Sam Clark Typisches Cape-Epic-Wetter heute auf der zweiten Etappe.

Cape Epic,Xavier Briel Manuel Fumic und sein Partner fahren mit Trinkrucksack. Bei Bedarf lassen sie ihn an einer Verpflegungsstelle zurück.

„Ich ging davon aus, dass ich ein Epic gut fahren kann“, meinte Lars Forster im Ziel, „aber dass wir so gut unterwegs sein würden, hätte ich mir nicht zugetraut. Das ist erstaunlich.“ Der 25-jährige Europameister ist mit seinem Debut beim afrikanischen Etappenrennen sichtlich zufrieden und freute sich sehr im Ziel in Elgin. „Ich denke er wird sogar noch besser“, schmunzelte Weltmeister Schurter, „der Etappensieg heute war zwar nicht geplant, aber ich finde meinen ersten Hattrick beim Epic gut.“

Starker Auftritt von Cink und Mantecon

Diesmal waren die Schweizer nicht so offensichtlich dominant wie am Vortag. Wie im Epic-Rhythmus üblich belagern sich die Spitzenteams zu Etappenbeginn und fahren taktisch, um sich die Kräfte für die folgenden harten Tage gut einzuteilen. Selbst Ausreißversuche von Teams, die in der Gesamtwertung weiter hinten liegen, lässt man ziehen  – diese Fahrer wollen sich einen Etappensieg holen, was für die Gesamtführenden nicht unbedingt entscheidend ist – solange die Zeiten stimmen. Das Team Kross-Spur, die tschechisch-spanische Kombi mit Ondrej Cink und Sergio Mantecon Gutierrez, attackierten ebenso wie das Italo-Duo von Trek Selle San Marco (Ferraro/Porro). Die Etappensieg-Aspiranten belegten dann die Plätze 2 und 3. Kross-Spur riss Lücken ins Führungsfeld, als sie beim ersten Anstieg das Tempo anzogen. Zehn Teams lagen bei Kilometer 20 zusammen vorne. Auf der Spitze des nächsten Anstiegs, dem Machine Climb, riss es diese Gruppe auseinander. Schurter/Forster und Fumic/Avancini machten Druck und zogen los, nur einige konnten folgen. Bei Kilometer 48 kam dann die entscheidende Attacke: Scott-Sram drückte nochmals auf die Tube und schüttelte damit Alan Hatherly/Matthew Beers ab, ebenso wie den früheren Epic-Sieger Kristian Hynek mit Petter Fagerhaug und Simon Stiebjahn/Urs Huber von den Bulls. Am Houw Hoek Pass  bei Kilometer 65 zeigte sich deutlich, dass der Etappensieg unter einer Vierergruppe ausgemacht werden würde: Scott, Cannondale oder Kross und Trek. In diesem Quartett wurde mehrmals die Führung gewechselt – fair und ohne Streit.

Cape Epic,Shaun Roy Zu diesem Zeitpunkt waren noch mehrere Fahrer in einer größeren Spitzengruppe zusammen.

Cape Epic,Nick Muzik In einer technischen Rampe schiebt Marathon-Weltmeister Avancini, während hinten Schurter die Kurbel herumwürgt und im Sattel bleibt.

Cape Epic,Nick Muzik Die Attacke von Scott-Sram: In einem Anstieg kurz vor dem Zielort schüttelten sie Cannondale und Kross-Spur ab.

An einem kurzen steilen Anstieg kurz vor Oak Valley fassten Schurter und Forster blitzschnell einen Entschluss und gaben Vollgas. Mantecon und Cink versuchten alles, um dran zu bleiben, hatten aber keine Chance – die Schweizer flogen durch die künstlich angelegten Singletrails des Obstanbaugebietes Elgin und zeigten, warum sie nicht umsonst die Weltmeister- und Europameisterfarben auf dem Trikot tragen.

Cannondale kontrolliert zu Platz 3

Cannondale Factory Racing blieb kontrolliert dahinter und holte sich den 3. Platz. „Ein Podiumsplatz ist immer schön, wir hatten einen guten Tag und ich bin sehr zufrieden“, meinte Manuel Fumic im Ziel. „Zwischendurch gab es ein paar anstrengende Momente, weil ein paar Teams unbedingt einen Etappensieg wollten und aufs Tempo drückten. Aber wir konnten gut am Gelben Trikot dranbleiben und haben wenig zusätzliche Zeit verloren.“

Hersteller Geknickt nach zwei Platten und 12:37 Minuten Rückstand: Alban Lakata.

Andere hatten heute bedeutend weniger Glück: Die Bulls-Legenden hatten zwei Mal Plattenpech, so rutschen Rekord-Epic-Sieger Karl Platt und Alban Lakata um einiges nach hinten. Die mitfavorisierten Specialized-Fahrer Jaroslav Kulhavy und Sam Gaze kamen nicht in Tritt: Gaze litt unter den Folgen seines gestrigen Sturzes, ab Kilometer 35 mussten die beiden die schnelle Führungsgruppe ziehen lassen. Durch ihren 35. Etappenplatz rutschten die beiden auf Rang 37 des aktuellen Gesamtklassements. Gaze will aber weitermachen. Morgen wartet wiederum ein harter Brocken, eine Schleife rund um das Oak Valley mit 107 Kilometer und 2800 Höhenmeter. Mittendrin der gefürchtete Groenlandberg – ein langer Anstieg in mehreren Plateaus mit grobem Geröll und teilweise sehr sandigen Passagen. Auch die Abfahrt erfordert volle Konzentration.

Cape Epic,Shaun Roy Schwer angeschlagen: Links Sam Gaze, der nach seinem Sturz gestern auf der zweiten Etappe zu kämpfen hatte.

Cape Epic,Greg Beadle Immer wieder führte die Strecke durch abgebrannte Bergrücken. Erst Anfang des Jahres hatten große Feuer dort gewütet.

Hersteller Zwei Platten bremsten Alban Lakata (vorne) und Karl Platt von Bulls heute aus.

Cape Epic,Nick Muzik Rang sechs am Ende für Simon Stiebjahn (vorne) und Urs Huber.

Screenshot Das Ergebnis der Top 10 Herren-Teams auf der zweiten Etappe beim Cape Epic 2019.

Langvad/van der Breggen taktisch klug

Annika Langvad und Anna van der Breggen machten es den Herren nach: dritter Tag, dritter Sieg. Die beiden beeindruckten diesmal mit hohem Tempo in den angelegten Singletrails der Etappe, nachdem sie sich bei Kilometer 90 von ihren Verfolgerinnen abgesetzt hatten. Ihr Gesamtvorsprung liegt nun bei knapp acht Minuten. Dabei hatte die Taktik der Dänin und Niederländerin vor dem Start noch anders ausgesehen. „Weil wir von gestern doch etwas platt waren, wollten wir heute eigentlich Energie sparen und mit Ariane Lüthi und Maja Wloszczowska fahren. Aber am letzten großen Anstieg der Distanz merkten wir, dass die beiden nachlassen. Kurzentschlossen drückten wir ein wenig aufs Tempo und konnten eine Lücke reinfahren. Wir mussten allerdings darauf achten, dass wir noch ein wenig Reserve für den Abschluss hatten“, so die Weltmeisterin Langvad.

Cape Epic,Sam Clark Schüttelten ihre Begleiterinnen erst am letzten längeren Anstieg ab: Anna van der Breggen und Annika Langvad.

Im Ziel von Oak Valley betrug der Vorsprung dann rund zwei Minuten. Auf eine mögliche Siegesserie in dieser Woche angesprochen reagierte die Dänin eher verhalten: „In diesem Rennen gibt es keine Sicherheit bevor du nicht die Ziellinie am letzten Tag überquert hast. Es lief bis jetzt gut, das ist alles,“ so Langvad im Interview. Ähnlich sah es Anna van der Breggen. Die Straßen-Olympiasiegerin merkt die ungewohnte Anstrengung des Geländefahrens. „Ich bin einigermaßen geschafft, auch heute,“ meinte sie, „aber zufrieden mit dem Tag. Wir blieben immer schön an Ariane und Maja dran, in allen technischen Singletracks und der Land Rover Section, es ging alles gut, ohne Sturz. Das bedeutet mir viel, denn wir wir ganz schön schnell unterwegs heute.“

Obwohl sie wieder etwas Zeit auf die Führenden verloren, war Ariane Lüthi sehr zufrieden, denn das Team Kross-Spur hatte Abstand zu ihren Verfolgerinnen Adelheid Morath und Candice Lill gelegt. Diese waren als Dritte ins Ziel gekommen – doch der Abstand im Gesamtklassement beträgt nun 18 Minuten. Die Schweizerin und Wahl-Südafrikanerin Lüthi zollte ihrer ehemalig Epic-Partnerin Respekt: „Ich habe damit gerechnet, dass Annika und Anna irgendwann einen Angriff starten, auch wenn es lange nicht danach aussah. Sie fahren taktisch sehr klug, das sind einfach exzellente Radfahrerinnen und wissen genau, wie das Spiel läuft. Heute mussten sie nicht so viel vorne arbeiten, wir haben versucht Abstand auf die Dritten zu gewinnen. Aber es war gut, zusammen zu fahren, und ich bin sehr zufrieden mit der zweiten Etappe.“

Das Gesamtklassement bei den Frauen blieb ohne Änderung, weiter auf Platz vier liegen Jenny Stenerhag und Mariske Strauss vor der deutschen Paarung Sabine Spitz und Nadine Rieder, die auf dem 5. Platz ins Ziel rollten.

Screenshot Das Ergebnis der Top 5 Damen-Teams auf der zweiten Etappe beim Cape Epic 2019.

Cape Epic,Shaun Roy Erneut zwei Minuten Vorsprung im Ziel für Annika Langvad und Anna van der Breggen auf der zweiten Etappe.

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Themen: Annika LangvadCape EpicEtappenrennenJaroslav KulhavyManuel FumicMarathonNino SchurterRennsportSabine SpitzSüdafrika


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