Cape Epic 2017: 5. Etappe

Schurter/Stirnemann durch Tagessieg in Gelb

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 4 Jahren

Durch zwei Platten verlieren Fumic/Avancini auf der fünften Etappe das gelbe Trikot an Schurter/Stirnemann. Dahinter lauern nun mit 50 Sekunden Rückstand Sauser/Kulhavy. Etappensieg für Sabine Spitz.

Wie erwartet wurde es spannend auf der fünften Etappe des Absa Cape Epic 2017. Die drei schnellsten Herren-Teams lagen vor dem Start innerhalb von nur 2:15 Minuten zusammen – und dann schlug, wie so häufig auf dem harten Terrain in Südafrika, das Plattenpech zu. Cannondale Factory Racing erwischte es bereits früh im Rennen, nach 41 Minuten wurden Manuel Fumic und Henrique Avancini mit aufgeschlitztem Reifen abrupt gestoppt. Das kostete die Männer im gelben Leadertrikot rund 2:30 Minuten auf die Konkurrenten. Auch Christoph Sauser hatte technische Probleme und musste sich vom Backup-Team Spur Specialized aushelfen lassen.

Inzwischen machte der Viererzug von Scott-Sram mit vier starken Piloten Vollgas an der Spitze. Oder, wie es vor Ort aus den Lautsprechern hallt: „Schurter the hurter“ – Schurter, der anderen Schmerzen bereitet. Der Etappensieg am Vortag beflügelte das Scott Sram MTB Racing Team sichtlich. Investec-Songo-Specialized lag nach Attacken der Scott-Jungs 40 Sekunden zurück, nach zwei Stunden Rennzeit hatten Sauser/Kulhavy sogar zwei Minuten Rückstand. Kurze Absteiger von Kulhavy und Sauser machten das Aufholen nicht leichter. Eine halbe Stunde später hatten sie den Rückstand aber auf 50 Sekunden verkürzt. So ging es weiter mit der Aufholjagd bis zum Zieleinlauf nach 3:50.38,5 Stunden, wo Sauser und der bärenstark fahrende Kulhavy den Rückstand auf 17,4 Sekunden verkürzen konnten.

Doppelt Pech: Manuel Fumci (vorne) und Henrique Avancini hatten beide zur selben Zeit einen Platten. Dadurch haben die Führenden den Anschluss zur Spitze verloren.

Heute mussten die Fahrer den legendären Nuweberg im hintersten Oak Valley erklimmen.

Weltmeister und Olympiasieger Nino Schurter schob sich nach sechs Renntagen mit seinem Partner Stirnemann auf Platz eins der Gesamtwertung und wird am vorletzten Tag des härtesten Mountainbike-Rennens der Welt im gelben Leadertrikot starten. Doch der Vorsprung auf den fünffachen Cape Epic-Gewinner Sauser beträgt im Gesamtklassement lediglich 50 Sekunden.

Nach den beiden Platten musste Manuel Fumic seinen Partner Henrique Avancini auch noch moralisch unterstützen. Der brasilianische Meister konnte nicht richtig essen zu Beginn des Rennens und brach komplett ein. Am Ende standen 10:54 Minuten zu Ungunsten Cannondales auf der Ergebnisliste, doch Fumic war im Ziel nicht enttäuscht: „Fünf Tage hintereinander im Leadertrikot hätte uns keiner zugetraut, ich bin sehr happy. Wir haben hier nur gewonnen, das muss uns erst einmal einer nachmachen. Es sind noch zwei Tage, alles kann passieren.“

Die Führungsgruppe in einem von vielen Singletrails auf der heutigen fünften Etappe.

Sauser: Entscheidung auf der Königsetappe morgen

„Ich war nur am leiden und beißen, ich habe einen super schlechten Anfang erwischt die ersten zwei Stunden,“ sagte Christoph Sauser im Ziel, „aber ich wusste, was ich am Anfang nicht habe, habe ich am Ende. Morgen wird wahrscheinlich das Rennen entschieden.“

„Das ist fast unglaublich, dass wir zwei Tage hintereinander mit zwei Teams ganz vorne sind“, freuten sich Nino Schurter und Andri Frischknecht. Die junge Truppe von Scott-Sram schob sich nun auf Rang sechs der Gesamtwertung. „Toll, morgen im Leadertrikot zu starten. Ich hoffe, wir bleiben auch den Tag darauf in Gelb“, so ein zuversichtlicher Schurter. Centurion Vaude 2 mit dem Schweizer Nicola Rohrbach und dem Österreicher Daniel Geismayr kamen als Sechste ins Ziel und bleiben damit auf Gesamtrang fünf. Für das Bulls-Team von Karl Platt und Urs Huber läuft es dieses Jahr beim Cape Epic sehr unrund. „Ich habe mindestens 40 Minuten gebraucht, um in einen Rhythmus zu kommen, ich habe so gelitten, bis es dann ging,“ so der fünffache Epic-Sieger Platt. Bulls liegt nun auf Platz sieben der Gesamtwertung.

Umgedrehte Reihenfolge wie gestern: Heute nehmen Nino Schurter und Matthias Stirnemann (vorne) den Etappensieg auf ihre Kappe. Dahinter rollen Van der Heijden/Frischknecht ins Ziel.

Top 10 Herren: Die Ergebnisse der fünften Etappe im Überblick.

Sturz von Süss – Etappensieg für Spitz

Sabine Spitz und Robyn de Groot vom Team Ascendis Health versuchten heute, Druck zu machen auf die Gesamtführenden Esther Süss (SUI)/Jennie Stenerhag (SWE) vom Team Meerendal CBC. Doch das ging nicht auf, obwohl Esther Süss nur sieben Kilometer vor dem Ziel von einem Fahrer ausgebremst wurde und heftig stürzte. Jennie Stenerhag musste ihre Partnerin regelrecht aus dem Bike befreien, das auf Esther Süss gefallen war. „Ich dachte, unser Rennen ist vorbei“, sagte Stenerhag im Ziel. „Die Männer hatten angehalten, um uns führende Frauen vorbei zu lassen, aber genau als Esther ankam, fuhr einer von ihnen wieder in den Singletrail, so dass sie keine Chance hatte.“ Die Gestürzte, die sich nach dem Crash wieder an Spitz/de Groot herangekämpft hatte, sagte im Ziel: „Meine Brust tut weh und meine Schulter ist ein wenig steif. Ich muss nach der Massage mal sehen, wie es sich anfühlt.“ Ascendis Health holten sich den Etappensieg im Sprint, machten aber keine Zeit gut und liegen weiter 12:39 Minuten zurück.

Adelheid Morath und Ariani Lüthi vom Team Spur hatten endlich einen brauchbaren Tag: 2:52 Minuten zurück und dritter Platz, doch mit einem Rückstand von 17 Minuten auf die Drittplatzierten Mariske Strauss (RSA) und Annie Last (GBR) wird ein Podium kaum möglich sein.

Wieder ein Etappensieg für Sabine Spitz (vorne) und Robyn de Groot. In der Gesamtwertung kommen sie den führenden Damen aber nicht näher. Der Rückstand beträgt weiterhin über zwölf Minuten.

Verwalten ihren komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung: Jennie Stenerhag (vorne) und Esther Süss in den orangen Führungstrikots.

Das Sprintfinale der Damen: Hinten lässt Sabine Spitz die Schweizerin Esther Süss hinter sich und sichert so den Etappensieg für Ascendis Health.

Top 10 Damen: Die Ergebnisse der fünften Etappe im Überblick.

Königsetappe mit gefürchtetem Groenlandberg

Morgen steht die „Queen's stage“ an, die entscheidende Etappe des 14. Absa Cape Epic. Auf der fünften Etappe hatten die echten Mountainbiker ihren Spaß. Grabouw, Oak Valley und die Weinfarm Paul Cluver machten dem Etappennamen „On the Trails“ wahre Ehre. 65 Prozent der 84 Kilometer waren Singletrails, die man als Mountainbiker genießen kann – wenn man nicht im Rennstress ist. Auf der Königsetappe morgen wartet der gefürchtete Anstieg auf den Groenlandberg. 600 Höhenmeter klingen zwar für europäische Biker nicht brutal. Doch der extrem ruppige Untergrund und lose, kantige Steine ziehen sehr viel mehr Kraft aus den Beinen. Und auf der Abfahrt geht es ebenfalls extrem ruppig zu – große Gefahr für Defekte aller Art. Gewaltige 2750 Höhenmeter verteilen sich auf die 103 Kilometer der sechsten Etappe.

Die Königsetappe morgen wird per Livestream von 8:00 Uhr bis 11:20 Uhr auf der Website des Cape Epic übertragen.

Das Profil der sechsten Etappe des Cape Epic 2017.

Hier finden Sie alle Ergebnisse des Cape Epic 2017 .

  • Cape Epic 2017: Prolog
    Spitz und Fumic beim Prolog erfolgreich

    19.03.2017

  • Cape Epic 2017: 1. Etappe
    Fumic/Avancini weiter in Gelb – Spitz stürzt schwer

    20.03.2017

  • Cape Epic 2017: 2. Etappe
    Sprintsieg für Sauser/Kulhavy – Fumic weiter in Gelb

    21.03.2017

  • Cape Epic 2017: 3. Etappe
    Etappensieg für Spitz – Vorsprung von Fumic schwindet

    22.03.2017

  • Cape Epic 2017: 4. Etappe
    Doppelsieg für Scott-Sram – Defekte bei Spitz & Kulhavy

    23.03.2017

  • Cape Epic 2017: 5. Etappe
    Schurter/Stirnemann durch Tagessieg in Gelb

    24.03.2017

  • Cape Epic 2017: 6. Etappe
    Vorentscheidung durch Pannenpech?

    26.03.2017

  • Cape Epic 2017: Finale
    Scott-Sram mit Etappen- und Gesamtsieg – Spitz vorne

    27.03.2017

Themen: Cannondale Factory RacingCape EpicChristoph SauserEtappenrennenJaroslav KulhavyManuel FumicNino SchurterRennberichtScottSüdafrika


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