Sprintsieg für Sauser/Kulhavy – Fumic weiter in Gelb Sprintsieg für Sauser/Kulhavy – Fumic weiter in Gelb Sprintsieg für Sauser/Kulhavy – Fumic weiter in Gelb

Cape Epic 2017: 2. Etappe

Sprintsieg für Sauser/Kulhavy – Fumic weiter in Gelb

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 4 Jahren

Auf der auf 62 Kilometern verkürzten zweiten Etappe von Hermanus nach Greyton triumphieren Sauser/Kulhavy vor Schurter/Stirnemann im Sprint. Fumic weiter in Gelb, Spitz bei Damen wieder Zweite.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Morgens kurz nach dem Start über dem Küstenort Hermanus.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Hier passieren die Fahrer das Sumaridge Wine Estate auf der verkürzten zweiten Etappe.

Den harten Wetterbedingungen Südafrikas mussten die Organisatoren des Absa Cape Epic Tribut zollen. Bei erwarteten Temperaturen von bis zu 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit wurde die ursprüngliche Streckenlänge des berüchtigten MTB-Etappenrennens von 103 auf 62 Kilometer verkürzt. Das nutzten die Profis, die in der UCI-Wertung starten, zu einem Highspeed-Rennen: Nach nur 2:33,16 Stunden rollte der fünffache Gewinner des Cape Epic, Christoph Sauser (SUI), mit seinem tschechischen Partner Jaroslav Kulhavy über die Ziellinie. Der ursprüngliche zweite Verpflegungspunkt Caledon wurde zum Ziel, das die Spitzenfahrer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 25 Stundenkilometern erreichten.

Dreikampf um den Etappensieg

„Dies war keine leichte Entscheidung für uns, wir haben dies in 14 Jahren des Cape Epic noch nicht getan, doch die Sicherheit der Fahrer hat höchste Priorität“, sagte Geschäftsführerin Lynn Naudé. „Wir haben mit unserem Ärzte-Team und wichtigen Partnern gesprochen und danach diese Entscheidung getroffen, die wir für die fairste und sicherste Option betrachteten“, so Naudé. So blieben noch 1500 Höhenmeter auf den 62 Kilometern, die auf den letzten fünf in einen Dreikampf zwischen Team Investec Songo Specialized, dem führenden Team mit Manuel Fumic (GER) und dem Brasilianer Henrique Avancini (Cannondale Factory Racing) und Olympiasieger Nino Schurter und Matthias Stirnemann (SUI) vom Team Scott Sram MTB Racing mündeten.

Mit einem guten Vorsprung von 2:39 Minuten liegt die deutsch-brasilianische Paarung Fumic/Avancini weiter ganz vorne in der Gesamtwertung und kann morgen wieder im begehrten gelben Zebra-Trikot starten. . „Ich bin sehr zufrieden, bei uns läuft es super, und ich denke, wir haben unsere Konkurrenten heute in den Schmerzbereich gebracht“, freute sich ein lockerer Manuel Fumic im Ziel. „Wir haben nur drei Sekunden verloren heute, der Etappensieg war nicht unbedingt wichtig, das gelbe Trikot ist super“, so der deutsche Olympiateilnehmer.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Durch die verkürzte Etappe mussten die Fahrer heute „nur“ 1500 Höhenmeter erklettern.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Kein Schatten, Rumpelpiste und den Staub vom Vordermann im Gesicht.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Karl Platt (vorne) pedaliert seiner Topform derzeit hinterher.

Sehr hohes Tempo von Beginn an

Christoph Sauser war glücklich über den Etappensieg. „Es wird hier sehr hohes Tempo gefahren. Wir versuchten uns trotzdem zum Schluss abzusetzen, Jaro und ich hatten einen Fehler in einer Kurve und mussten kurz absteigen, da holten die Verfolger wieder alles auf. Im letzten Anstieg zum Ziel haben wir es dann geschafft“, sagte der Schweizer. Sauser hatte ursprünglich seine aktive Karriere beendet, kam aber für das Cape Epic wieder zurück, aus Freundschaft zur „tschechischen Lokomotive“ Kulhavy, Olympiasieger in London und Silbermedaillen-Gewinner in Rio.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Sprintsieg für Kulhavy (vorne) und Christoph Sauser. Mit 0,8 Sekunden Rückstand werden Nino Schurter und Matthias Stirnemann (Scott Sram) Zweite, zwei Sekunden dahinter passieren Manuel Fumic und Henrique Avanchini (Cannondale) die Ziellinie.

Nino Schurter hat bereits einige Epic-Erfahrung gesammelt und kann sich nach Olympia nun besser auf das Langstrecken-Rennen konzentrieren. Mit Matthias Stirnemann hat er einen überraschend starken Partner, so dass auf der zweiten Etappe ein zweiter Platz drin war. Insgesamt beträgt der Rückstand des Schweizer Teams Scott Sram MTB Racing nun 5:22 Minuten – beim unberechenbaren Cape Epic nicht die Welt.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Phil Buys und Matthys Beukes (Pyga Euro Steel) blicken sich in der Spitzengruppe um nach ihren Verfolgern.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Nino Schurters neuer Teamkollege Matthias Stirnemann startet zum ersten Mal beim Cape Epic. Mit dem zweiten Platz heute haben die beiden ein weiteres Mal gezeigt, dass sie immer für einen Etappensieg gut sind.

Die Mitfavoriten Karl Platt und Urs Huber vom Team Bulls kommen ebenso wie das favorisierte Topeak Ergon-Team mit Alban Lakata (AUT) und Kristian Hynek (CZE) nicht richtig in die Gänge. Platt hatte sich nicht vollständig erholt vom gestrigen heißen Tag und schreibt auf Facebook: „Wer meine Beine findet, soll sie mir bitte bringen. Ich finde sie zur Zeit nicht wirklich.“

Screenshot Hier die Ergebnisse der Top 15 Herren-Teams der zweiten Etappe im Überblick.

Spitz trotz genähter Wunde über Augenbraue vorne dabei

Nach einem Sturz in einen Felsgraben hatte sich Sabine Spitz eine klaffende Wunde über der Augenbraue zugezogen, konnte aber gut genäht und fast unbeeinträchtig wieder starten. „Bis auf blaue Flecken und leichte Prellungen ist alles okay, ich habe das gut weggesteckt“, sagte die Deutsche, die mit der südafrikanischen Meisterin Robyn de Groot (Health Ascendi) auf einen starken zweiten Platz in der Frauen-Wertung einfuhr. In Führung blieben die gestrigen Siegerinnen Esther Süss (SUI)/Jennie Stenerhag (SWE), die fünf Sekunden vor den Verfolgerinnen über die Ziellinie fuhren. Mit 8:58 Minuten Rückstand ist – wie bei den Herren – in diesem Duell das letzte Wort noch nicht gesprochen. Nicht in der Spur ist das Team "Spur" mit Dreifachsiegerin Ariane Lüthi (SUI) und der deutschen Topfahrerin Adelheid Morath. „Heute waren wir einigermaßen konstant, ich hatte den Eindruck, die anderen waren etwas langsamer“, so Lüthi.  Auf dem dritten Gesamtrang fehlen Lüthi und Morath nun 28:04 Minuten auf die beiden führenden Teams – eine fast unlösbare Aufgabe. Überraschend stark ist die österreichisch-namibianische Paarung Carmen Buchacher und Michelle Vorster (Hollard-Velocity SportLab) unterwegs, die nun auf Rang vier liegen.

Cape Epic,Sportzpics,Sam Clark Sabine Spitz (links) macht Tempo in der Ebene. Ihre Wunde über dem Auge scheint sie nicht allzu sehr behindert zu haben.

Screenshot Hier die Ergebnisse der Top 10 Damen-Teams der zweiten Etappe im Überblick.

Cape Epic,Sportzpics,Sam Clark Ein weiterer Etappensieg für Jenny Rissveds (links) und Thomas Frischknecht in der Mixed-Kategorie. Das Team Scott-Sram Nextlevel führt auch in der Gesamtwertung mit 3:30 Minuten Vorsprung.

Masters: Cadel Evans und George Hincapie heute Dritte

Bei den Dimension Data Masters kämpfen drei sehr unterschiedliche Teams um den täglichen Etappensieg und den Gesamttitel. Mit Bart Brentjens, dem ersten Mountainbike-Olympiasieger überhaupt (Atlanta 1996) und dem brasilianischen Meister Azevedo Abraao stehen erfahrene Biker am Start. Ihnen sind der Spanier Tomi Misser, ebenfalls eine MTB-Legende, mit Ibon Zugasti auf den Fersen. Dritte und wohl bekannteste Radsportler sind die Tour de France-Sieger Cadel Evans und George Hincapie (BMC Absa Racing Team). Der hochgewachsene Ex-Roadie Hincapie hat bisher „drei Mountainbikerennen in den Beinen, die ersten drei Tage Cape Epic“, wie er sagte, und lernt täglich dazu.

Cape Epic,Sportzpics,Sam Clark José Hermida hat seine Rennkarriere offiziell beendet. Beim Cape Epic fährt er mit seinem Kumpel und Ex-Straßenprofi Joaquim Rodriguez –genannt „Purito“. Das spanische Duo liegt derzeit in der Gesamtwertung auf dem 31. Platz.

Morgen drehen die Teilnehmer des Cape Epic eine große Schleife in den schattenlosen Bergen rund um die Farm Elandskloof in der Nähe von Greyton. Auch auf den 78 Kilometern mit 1650 Höhenmetern wird starke Hitze erwartet, unter der vor allem die sogenannten „Backender“, die Fahrer im hinteren Drittel des Feldes, leiden werden. Während die Profis nach dem Start um 7:00 Uhr bereits nach etwas über drei Stunden im Ziel sein werden, müssen sich die Hobbyfahrer durch die extrem heißen Mittagsstunden quälen. Doch macht die Konstellation des berühmten Absa Cape Epic auch genau dessen Reiz aus. Jeder Mountainbike-Enthusiast fährt exakt den gleichen Kurs wie die Weltelite des Mountainbike-Sports und kann täglich nach dem Rennen auf Tuchfühlung mit den Stars gehen.

Hier gibt's alle Ergebnisse des Cape Epic 2017 .

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