Cape Epic 2016: Etappe 6

Gesamtsieg für Platt in Griffweite – Spitz siegt erneut

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 5 Jahren

Der 5. Gesamtsieg beim Cape Epic für Karl Platt liegt in Griffweite, Illias/Ferreira (GRE/POR) gewinnen die sechste Etappe und Sabine Spitz und Yana Belomoina holen ihren zweiten Etappensieg.


Kapstadt/Südafrika – „Wir haben jeden Tag alles Mögliche probiert, um eine Etappe zu gewinnen. Nichts hat funktioniert“, sagte Illias. Im siebten Anlauf klappte es dann endlich: Periklis Illias und Tiago Ferreira, Team Dolomiti Superbike, standen in Boschendal ganz oben auf dem Treppchen des Absa Cape Epic. Der Marathonweltmeister von 2012 und achtfacher griechischer Meister Illias startet zusammen mit dem portugiesischen Marathonmeister Ferreira zum ersten Mal beim Cape Epic und liegt nun auf Rang fünf der Gesamtwertung vor dem Finaltag.

Die Tagessieger der sechsten Etappe bei den Herren: das griechisch-portugisische Duo.

Diese beeindruckenden Bilder liefert das Cape Epic 2016 täglich. Das Leid der Fahrer sieht man darauf allerdings nicht.

Zweiter Tagessieg für Sabine Spitz

Olympiasiegerin Sabine Spitz wiederholte mit ihrer ukrainischen Partnerin Yana Belomoina (Sport for Good) den Coup vom Vortag und holte sich erneut einen Etappensieg bei den Frauen. Nach ihnen kamen die Favoriten Annika Langvad und Ariane Kleinhans (Spur Specialized) mit 2:54,4 Minuten Abstand ins Ziel. Doch der dritte Gesamtsieg des Dänisch-Schweizerischen Teams ist kaum gefährdet, sollte nicht noch das Pannenpech zuschlagen. Das Polster auf Spitz/Belomoina beträgt fast 16 Minuten. „Ich würde mich sehr freuen, wenn wir am Sonntag einen dritten Gesamtsieg holen können“, sagte die Marathonweltmeisterin aus Dänemark, „nichts ist sicher beim Cape Epic, aber wir werden alles tun, damit dieser Traum wahr wird.“

Sabine Spitz feiert mit Partnerin Yana Belomoina den zweiten Tagessieg beim Cape Epic 2016.

Manuel Fumic, Deutscher Meister im Mountainbiken, versuchte mit seinem Partner Henrique Avancini (BRA) die späteren Sieger noch zu holen, musste aber deren stärkere Tagesform anerkennen: „Wir hatten sie nach der dritten Verpflegungsstelle immer wieder in Sichtweite und wollten angreifen. Aber sie sind so stark gefahren, dass sie nach den Kurven immer weg waren. Keine Chance heute“, meinte ein dennoch zufriedener Fumic als Tageszweiter am Ende. „Wir haben unser Ziel erreicht, sind sturz- und pannenfrei durchgekommen – ein guter Tag“, so Fumic, der das Absa Cape Epic als Olympiavorbereitung auf den Trainingsplan gesetzt hat.

Karl Platt vor fünftem Cape Epic-Gesamtsieg

Souverän und gelassen blieben auch die Bulls, Karl Platt und sein Schweizer Partner Urs Huber. Als Etappendritte griffen sie nicht ins Geschehen an der Front ein, kontrollierten aber ihre stärksten Widersacher: Matthias Pfrommer (GER) und Nicola Rohrbach (SUI) vom Team Centurion Vaude by Meerendal 2 kamen über fünf Minuten nach den Bulls ins Ziel im Weingut Boschendal. Gemeinsam mit ihrem ersten Team, für das sie eigentlich als Support angetreten waren, Daniel Geismayr und Hermann Pernsteiner aus Österreich. Die Italiener Samuel Porro und Damiano Ferraro (Trek Selle San Marco) kamen als 13. an, hielten aber ihren dritten Gesamtrang für die Finaletappe.

Das Männer-Podium der 6. Etappe: links Manuel Fumic als Zweitplatzierte, rechts Karl Platt und Urs Huber im Zebra-Outfit.

Obwohl die Strecke durch die Weingebiete mit 73 Kilometern und 2100 Höhenmetern nicht zu hart war – für Cape Epic Verhältnisse –  fehlte im Renntempo die letzte Zacke. „Man merkt bei allen die vorangegangene sechs Tage“, sagte Karl Platt, „fast alle sind Vollgas gegangen die ersten Etappen, aber heute wollte keiner mehr so richtig mit Druck fahren. Urs und ich wollten sicher ankommen ohne Gefährdung. Die Trails waren super, das war ein echter Spaß heute.“ Einen guten Tag hatten auch die Deutschen Sascha Weber und Martin Gluth von Novus OMX Pro, die auf Rang 5 in Boschendal einliefen und damit im Gesamtklassement auf Rang 11 liegen.

„Fast wie daheim im Schwarzwald“

Das Teamwork zwischen Sabine Spitz und Yana Belomoina, der U23-Weltmeisterin, die fast ihre Tochter sein könnte, wird immer besser. „Sabine zieht im Flachen und meist bergab, bergauf bin ich ein wenig stärker und fahre vorne“, sagte die junge Ukrainerin. Durch den Regen in der Nacht zuvor war die Strecke ausnahmsweise nicht so staubig, einige frisch bearbeitete Mountainbike-Trails sogar etwas matschig, was Sabine Spitz als Vorteil empfand: „Fast wie daheim bei uns im Schwarzwald“, meinte die 44-Jährige im Ziel, „auf den rutschigen Passagen konnten wir eine Lücke auf die Topeak Ergon-Frauen rausfahren.“ Vier Minuten und fünf Sekundenbeträgt der Abstand von Sally Bigham/Adelheid Morath im Gesamtklassement auf Spitz/Belomoina – das könnte im Finale noch spannend werden.

Elisabeth Brandau (vorne) mit ihrer Partnerin auf der sechsten der sieben Cape Epic-Etappen.

Unverändert die Situation bei den Grand Masters nach einem Etappen Sieg von Bölts/Sim vom Team Robert Daniel. „Das war ganz schön heftig an manchen Stellen, wir haben uns etwas zurückgehalten nach einem Sturz und wollten nicht alles riskieren“, sagte der ehemalige Tour de France-Fahrer Bölts. „Morgen zur Finaletappe hält sich zwar niemand zurück wie bei der echten Tour, aber wir sollten es schon nach Hause fahren“, so der Ex-Straßenprofi.

Stefan Sahm fährt mit E-Mountainbike mit der Spitze mit und liefert mit einer Spezialkamera 360-Grad-Videos. Hier sein Sturz von heute.

Ausblick auf das Finale des Absa Cape Epic 2016


Boschendal – Meerendal (86 km/1200 hm)

Die letzten 86 Kilometer liegen vor den Mountainbikern, mit verhältnismäßig geringen 1200 Höhenmetern – dann laufen die Fahrer wieder auf dem Weingut Meerendal nahe Kapstadt ein, wo sie am Sonntag zuvor gestartet waren. Auch der Etappensieg beim Finale hat hohen Stellenwert, so dass eventuell Fumic/Avancini noch einmal alles dransetzen. Für die Bulls heißt es sicheres Ankommen mit Kontrolle der Verfolger. Bei den Frauen könnte sich das Duell der letzten Tage fortsetzen – ein spannendes Finale. Über die Simonsberg Moutains geht es durch örtliche Farmen und Weingüter zum Kapstädter Vorort Durbanville mit Blick auf den Tafelberg. Alle Teilnehmer des harten Absa Cape Epic werden am Sonntag mehr als froh sein, diesen Anblick wieder zu sehen.

Herbstfarben in Südafrika – auch die Natur muss einiges einstecken: fast vollständig ausgetrocknete Bäume.

Kurz nach dem Start dämmert es noch, denn Cape Epic-Etappen starten frühmorgens.

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Themen: Adelheid MorathCape EpicEtappeEtappenrennenKarl PlattManuel FumicSabine SpitzSüdafrika


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