Drama an der Spitze: Aus für zwei Top-Teams Drama an der Spitze: Aus für zwei Top-Teams Drama an der Spitze: Aus für zwei Top-Teams

Cape Epic 2016: Etappe 4

Drama an der Spitze: Aus für zwei Top-Teams

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 6 Jahren

Jennie Stenerhag und Kristian Hynek können nicht weiterfahren. Damit fällt sowohl bei den Frauen und bei den Männern ein Team aus den Postestplätzen. Erfahren Sie hier, welche Teams nachrücken.


Kapstadt/Südafrika – Am Ende lag keines der gesetzten Teams vorne, doch bis auf Topeak Ergon gewannen alle Beteiligten bei der vierten Etappe des Absa Cape Epic. Den Sieg holte sich das italienische Duo Samuele Porro/Damiano Ferraro (Trek Selle San Marco), die insgesamt sehr stark bei der 13. Ausgabe des Epic unterwegs sind – Platz 3 der Gesamtwertung nach fünf von acht Tagen. Überglücklich stoppte das italienische Team kurz vor der Ziellinie und trug die Räder über ihren Köpfen über die Linie.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Samuele Porro (links) und Damiano Ferraro (Team Trek-Selle San Marco A) überglücklich.

Definitiv kein Cross-Country-Kurs

Der amtierende Deutsche XC-Meister Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) brachte es auf den Punkt. "Das sollte eine Cross Country-Etappe sein, wegen der kurzen 73 Kilometer, aber das war es definitiv nicht.” Einig waren sich alle Profis, von Grand Master Udo Bölts (Robert Daniel) bis Youngster Simon Stiebjahn (Bulls 2), dass die Trails am Welvanpass und rund um das Bike-Paradies Wellington erste Sahne sind.

Gary Perkin,Cape Epic,Sportzpics Manuel Fumic (vorne) und Enrique Avenci (Cannondale Factory Racing) auf den staubigen, von der Morgensonne beleuchteten, Trails von Wellington.

Die Gesamtführenden Bulls-Fahrer Karl Platt und Urs Huber kamen sicher auf einem 4. Platz ins Ziel, der Gesamtvorsprung auf die zweiten beträgt 9.44 Minuten. Ihre direkten Verfolger, Matthias Pfrommer und der Schweizer Nicola Rohrbach (Centurion Vaude by Meerendal 2) wurden von zwei Stürzen des Deutschen gebremst und lagen in der Etappenwertung auf Rang 5.

Eine relativ große Gruppe mit den Niederländern van Houts/Becking (CST Superior), beiden Bulls-Teams, Trek-Selle San Marco und Centurion Vaude by Meerendal 2 hatte sich bei etwas moderateren Temperaturen gemeinsam gejagt. Immer wieder versuchten einige, in den Trails etwas herauszuholen. In der Hitze des Gefechts gab es ein paar Stürze, auch Tim Böhme blieb an der gleichen Stelle wie Pfrommer mit dem Lenker hängen, doch alles ging glimpflich ab.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Platt und Huber führen die Gesamtwertung nach Etappe 4 weiter an. Ihnen dort auf den Fersen: Centurion Vaude by Meerendal 2 mit Matthias Pfrommer und Nicola Rohrbach.

Nur Marathon-Weltmeister Alban Lakata wird diesen Tag als Enttäuschung im Kalender markieren müssen. Sein achter Versuch, endlich das Absa Cape Epic in sein Erfolgsbuch zu schreiben, scheiterte erneut an Pech. Sein Teampartner Kristian Hynek war am Vortag so schwer gestürzt, dass er nur pro forma ins Rennen ging. So kann der Österreicher Lakata als "Outcast” relativ weit vorne noch mitfahren. Jedoch ohne Aussicht auf eine Wertung. Ob er im nächsten Jahr einen weiteren Versuch startet? Lakata antwortet im Video:

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Die Schnellsten auf Etappe 4 (v. l.): Simon Stiebjahn/Tim Böhme (Bulls 2), Samuele Porro/Damiano Ferraro (Trek-Selle San Marco A) und Rudi van Houts/Hans Becking (CST Superior).

Frauenfavoriten bauen Chance auf Hattrick aus

Annika Langvad und Ariane Kleinhans (Spur Specialized) konnten aufgrund ihrer Taktik, der größeren Erfahrung und der besseren Teamarbeit, wie die Marathon-Weltmeisterin Langvad nach der Siegerehrung meinte, die Etappe knapp für sich entscheiden. Sabine Spitz und Yana Belomoina (Sport for Good) peilten zwar einen Etappensieg an, kamen aber wenige Meter hinter den Abo-Siegerinnen über die Ziellinie. Die Mountainbike-Olympiasiegerin von 2012 genießt das Epic mehr als gedacht. "Super Trails hier, es macht auf jeden Fall Spaß”, so die Deutsche.

Cape Epic,Sportzpics,Sam Clark Das Frauen-Peleton, angeführt von Sabine Spitz.

Team Topeak Ergon Racing mit Adelheid Morath und der Britin "Iron Sally” Bigham leidet noch an Moraths Sturzfolgen, beißt sich aber durch. Mit dem heutigen dritten Platz liegen sie auf Rang 2 der Gesamtwertung, 12.49 Minuten hinter der Schweiz-Dänemark-Paarung, das den dritten Epic-Gesamtsieg in Folge anstrebt. "Es war ein absolut faires Rennen heute, die Konkurrenz wird härter, aber wir haben alle gefightet ohne uns in Gefahr zu bringen”, freute sich eine gute gelaunte Annika Langvad. Die Verfolgerinnen vom Team Ascentis Health fielen aus der Wertung, nachdem Jennie Stenerhag krankheitsbedingt abbrechen musste. Robyn de Groot ist seitdem – wie Alban Lakata – als "Outcast" unterwegs.

Cape Epic,Sportzpics,Sam Clark Sabine Spitz (Sport for Good) gratuliert Ariane Kleinhans (Spur Specialized) zum Etappensieg.

"Großes Kompliment an die Trail-Builder"

Ex-Straßenprofi Udo Bölts freute sich ebenfalls: Über den Sieg, die weitere Gesamtführung und über die sagenhaften Trails. Nur wenige Meter Jeep-Track, also zweispurig in ansonsten fast 73 Kilometer Trails: "Ich kann nur jedem Mountainbiker empfehlen hier herzukommen”, sagte der ansonsten für Craft Rocky Mountain fahrende Deutsche. "Es muss ja nicht das Epic sein mit Startnummer und Druck, aber solche Trails zu genießen gehört mit zum Besten, was man beim Biken erleben kann,” so der ehemalige Tour de France-Fahrer. Bei ihren Grand Master Verfolgern, Barti Bucher (SUI) und Heinz Zörweg (AUT) verzichtete Bucher sogar aufs bisher traditionelle Ankunfts-Bier, da sie vor 12.00 Uhr ins Ziel gekommen waren.

Ausblick auf Etappe 5 des Absa Cape Epic 2016


Wellington - Boschendal (93 km/2500 hm)

Bei der 5. Etappe des Absa Cape Epic geht es von Wellington zum Weingut Boschendal bei Stellenbosch. Fünf Anstiege liegen für die Fahrer dazwischen, der erste am Schlangenfluss: Slangrivier, dann folgt der Patatskloof-Anstieg, jedoch auf anderer Strecke als am Vortag mit Blick auf die markanten Granitfelsen von Paarl auf der Höhe. Am Ende passieren die Fahrer das Drakenstein Gefängnis, wo Nelson Mandela nach seinem Gefängnisaufenthalt auf Robben Island untergebracht war, um von dort in die Freiheit entlassen zu werden. Daher heißt der dortige Anstieg "Freedom Struggle Climb”, beim anschließenden "Bone Rattler Descent” werden Fahrer und Knochen durchgeschüttelt. Zumindest ist das Wetter gnädiger mit rund 20 Grad in der Vorhersage.

Absa Cape Epic Absa Cape Epic 2016 – Etappe 5: Streckenprofil

Themen: Cape EpicEtappenrennenMarathonRaceSüdafrika


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