Cape Epic 2016: Etappe 3

"Projekt Zebra" läuft: Platt und Huber weiter vorne

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 5 Jahren

Bei Team Bulls läuft's. Pech für's Topeak Ergon Racing Team: Sturz von Kristian Hynek wirft Verfolger-Team mit Weltmeister Lakata weiter nach hinten.


Kapstadt/Südafrika – "Das Cape Epic ist das Rennen, das ich wirklich noch unbedingt gewinnen will in meiner Karriere”, sagt Marathonweltmeister Alban Lakata auf der eigens für das Rennen eingerichteten Pageflow-Seite des Topeak Ergon Teams . Doch nach vier Tagen ist Halbzeit bei der 13. Ausgabe des Absa Cape Epic, und Lakata scheint mit seinem Partner Kristian Hynek (CZE) weiter von diesem Ziel entfernt denn in den Vorjahren. Nach einem schweren Sturz in der letzten Abfahrt fünf Kilometer vor dem Etappenschluss kam Hynek mit stark blutendem Arm und Schmerzen über die ganze Seite nach Wellington ins Ziel gefahren. Erst nach Röntgenaufnahmen wird das Team entscheiden, wie es weitergeht.

Autsch. Kristian Hyneks Ellbogen nach Etappe 3.

Die favorisierten Bulls-Fahrer Karl Platt und Urs Huber konnten ihren Vorsprung mit einem weiteren Etappensieg ausbauen. "Projekt Zebra”, im gestreiften Leadertrikot den Sieg einzufahren, scheint gut zu laufen für den Pfälzer und den Aargauer, beide Landesmeister im Marathon. Es wäre der fünfte Cape-Epic-Sieg für Platt.

Überraschend schoben sich die "dark horses”, wie die nicht Gesetzten im Englischen heißen, Matthias Pfrommer und Nicola Rohrbach (Centurion Vaude by Meerendal 2) auf den zweiten Platz und liegen damit im Gesamtklassement weiter auf Rang 2. Ihr Rückstand beträgt insgesamt 9.07 Minuten. Lakata/Hynek liegen auf Platz 3, insgesamt 11.06 Minuten hinter den Bulls zurück. Der Deutsche Meister im Cross Country, Manuel Fumic, der das harte Etappenrennen als verschärftes Training sieht, hatte einen harten, aber guten Tag. Mit dem brasilianischen Meister Henrique Avanci liegt er auf Rang 5 nach dieser dritten Etappe.

Manuel Fumic (vorne) mit Teampartner Henrique Avanci (Cannondale Factory Racing) in einer etwas schattigeren Passage.

Team Bulls profitiert von Ortkenntnis

Einen starken 6. Platz holte sich das Backup-Team Bulls 2 mit Simon Stiebjahn und Tim Böhme, die damit auf Rang 8 im Gesamtklassement liegen. Den Bulls kamen ihre guten Kenntnisse der Region zugute. "Auf den langen Abfahrten zum Ziel schickten wir Bulls 2 vor und Stiebi und Böhme flogen geradezu runter. Wir nützten klar unseren Vorteil, dass wir viel hier trainiert haben. Die gute Vorbereitung scheint sich auszuzahlen”, meinte ein zufriedener Karl Platt, der aber auch weiß, dass erst am letzten Tag das Epic entschieden wird. "Wir führten schon mal mit 10 Minuten Vorsprung und haben doch den Gesamtsieg nicht geholt", erinnerte der Pfälzer.

Biker-Karavane im südafrikanischen Busch.

Die Transferetappe des 13. Absa Cape Epic führte aus dem Weinanbaugebiet um Tulbagh über den historischen und dramatisch durch Felsenwände gelegenem Bain’s Kloof Pass nach Wellington. Durch teils starken Gegenwind wurden Profis und Hobbyfahrer stark gefordert. 103 Kilometer und 2150 Kilometer bei Temperaturen über 30 Grad beanspruchen die inzwischen bereits geprüften Körper erheblich.

Frauenfavoriten weiter vorne

Annika Langvad und Ariane Kleinhans (Spur Specialized) haben dieses Jahr zwar stärkere Konkurrenz als in den letzten Jahren, doch durch ihre gute Fahrtechnik holten sie sich auch heute den Etappensieg. "Unsere Taktik ist erneut aufgegangen”, meinte die in Südafrika lebende Schweizerin Kleinhans, "in der technischen Abfahrt konnten wir nach vorne gehen und etwas gut machen. Die Frauen sind so eng zusammen dieses Jahr. Ich bin noch kurz weggerutscht und dachte, das wars jetzt mit der Etappe. Aber wir haben uns ins Ziel gerettet.”

Ansteckendes Lächeln von Anika Langvad (li) und Ariane Kleinhans (Spur-Specialized).

Die junge Deutsche Adelheid Morath mit der Britin "Iron Sally” Bigham (Topeak Ergon) hatte keinen guten Lauf, trotzdem ließen sie den Favoritinnen nur 32 Sekunden Vorsprung. Morath kam mit Knieschmerzen nach einem gestrigen Sturz und unter Tränen ins Ziel.

Mit guter Laune zeigte sich die deutsche Olympia-Siegerin Sabine Spitz in Wellington. Die eher kürzere Strecken gewohnte Deutsche, dreimalige Olympiateilnehmerin, genoss die südafrikanische Szenerie und fand auch die Hitze kaum anstrengend. Für Sabine Spitz zählt die 8 Tage dauernde Veranstaltung als Saisonvorbereitung mit Blick auf Rio. "Ein schöner Mix, was die Strecke anbelangt. Da war alles drin, was Mountainbiken ausmacht. Meine Partnerin Yana Belomoina hat ganz schön was auszuhalten, sie fährt schließlich ein Hardtail und die ständigen Schläge hier machen schon ganz schön mürbe”, so das Fazit von Spitz vom Team Sport for Good.

Hielke Elferink (vorne) und Elisabeth Brandau (Meerendal Rocky EBE) liegen nach Etappe 3 auf Gesamtrang sechs.

Die Mitfavoritinnen bei den Frauen, Robyn de Groot und Jennie Stenerhag, (Ascendis Health) kamen zwar auf den 3. Rang, doch die Schwedin Stenerhag musste mit der Trage aus dem Zielbereich gebracht werden. Ein Sturz gestern und womöglich eine Infektion machen einen Start morgen eher unwahrscheinlich.

Jennie Stenerhag wird mit der Trage aus dem Zielbereich gebracht.

Ausblick auf Etappe 4 des Absa Cape Epic 2016


Wellington (73 km, 1850 Höhenmeter)
Eine Runde auf dem legendären Trail-Netzwerk auf dem Welvanpass bei Wellington wartet morgen auf die Fahrer. Die 73 Kilometer und 1850 Höhenmetern sind neben der Schlussetappe die kürzeste Distanz der Veranstaltung. Dadurch könnten eventuell die Cross-Country-Spezialisten wie Fumic und Sabine Spitz auf einen Etappensieg gehen. Der Patatskloof-Anstieg wird die Beine zunächst ansäuern, dann warten herrliche Trails mit Dutzenden von Serpentinen und Tracks mit bezeichnenden Titeln wie Cool Runnings 2, Route 66 und der Käsehobel – weil er viele kleine Hügel aufweist.

Das ABSA Cape Epic ist bekannt als die "Tour de France der Mountainbiker” und fand erstmals 2003 statt. Zweierteams treten in den Kategorien Männer, Frauen und Mixed an. Das Rennen startet am 13. März 2016 mit dem Prolog auf der Weinfarm Meerendal außerhalb von Kapstadt. In acht Etappen legen die 1200 Mountainbiker dieses Jahr insgesamt 652 Kilometer und 15.1000 Höhenmeter zurück, bevor sie am 20. März die Ziellinie wieder im Weingut Meerendal mit Blick auf den Tafelberg überqueren werden.

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Themen: Cape EpicEtappenrennenMarathonRaceSüdafrika


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