Cape Epic 2016: Etappe 2

Centurion Vaude mit Überraschungssieg auf Etappe 100

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 5 Jahren

Matthias Pfrommer und Nicola Rohrbach holen sich den heutigen Etappensieg und schieben sich hinter Platt/Huber auf Rang zwei der Gesamtführung. Adelheid Morath und Sabine Spitz fahren aufs Podium.


Kapstadt/Südafrika – Fünf Deutsche landeten heute unter den ersten zehn Teams beim Absa Cape Epic. Neben namhaften Fahrern wie Karl Platt und Manuel Fumic holte sich bei der hundertsten Etappe in der Geschichte des südafrikanischen Mountainbike-Rennens ein kaum Bekannter den Sieg: Matthias Pfrommer gewann mit seinem Schweizer Partner Nicola Rohrbach (Centurion Vaude by Meerendal 2) die zweite Etappe der Epic-Ausgabe 2016. Drei Minuten später passierten die favorisierten Bulls-Fahrer Karl Platt und Urs Huber die Ziellinie nach 93 Kilometern mit 2200 Höhenmetern.

Pannen warfen das Klassement durcheinander

Die Doppelschleife führte aus dem Weinanbaugebiet um Tulbagh über die Ceres Mountains ins benachbarte Witzenberg Naturschutzgebiet und zurück. Die beiden harten langen Anstiege zogen das Feld weit auseinander. Die teils ruppigen und felsigen Trails sorgten für zahlreiche Pannen bei den Führenden und warfen das Endklassement durcheinander.

Der viermalige Sieger Karl Platt (GER) und sein Schweizer Partner Urs Huber (Team Bulls) hatten in der letzten technischen Abfahrt rund zehn Kilometer vor dem Ziel einen Plattfuß am Hinterrad und mussten einen Schlauch einziehen. Das nutzten Pfrommer/Rohrbach, um davonzuziehen. Eigentlich fahren Pfrommer und Rohrbach als Verstärkung für das erste Team Centurion Vaude by Meerendal mit Daniel Geismayr und Hermann Pernsteiner aus Österreich.

Team Bulls bleibt in der Gesamtwertung weiter vorne.

Als sich beim ersten Centurion-Vaude by Meerendal Team Probleme zeigten, ließen Geismayr und Pernsteiner ihr Backup-Team ziehen. Auf der 20 Kilometer langen Steigung auf einem historischen Ochsenwagen-Weg gaben Pfrommer und Rohrbach dann Gas und fuhren mit den Bulls immer vorne. "Heute war alles heiß, das Wetter und das Rennen”, sagte der Schweizer Urs Huber. "Der Anstieg war definitiv ein Weckruf. Dann waren wir auf Trails unterwegs, die wir vom Tanka-Rennen zuvor gut kannten. Ohne den Platten wäre es noch besser gelaufen, aber es war insgesamt ein guter Tag”, sagte der Schweizer Meister aus Aargau.

Lakata/Hynek wieder mit Pech

Die Verfolger und Mitfavoriten Marathon-Weltmeister Alban Lakata/Krystian Hynek (Topeak Ergon) hatten bereits zu Beginn Pech, als ein Schuh von Hynek kaputt ging. Ein Platten später im Rennen ließ den Vorsprung der Bulls weiter wachsen. Platz 9 und nun 8.30 Minuten Rückstand auf die Gesamtführenden für das österreichisch-tschechische Duo. "Das ist so beim Cape Epic”, sagte Marathon-Weltmeister Alban Lakata, "heute hatten wir wieder einmal Pech, da kann man nichts ändern.” Krystian Hynek lieh sich einen Schuh vom Backup-Team, leider hat sein Teamkollege Erik Kleinhans eine kleinere Schuhgröße. "Mein Fuß brennt total”, sagte Hynek im Ziel. Dritte wurden die Italiener Samuele Porro/Damiano Ferraro (Trek-Selle San Marco) vor dem Deutschen Meister Manuel Fumic, der mit dem Brasilianischen Meister Henrique Avancini fährt. Damit liegen sie auf Rang 6 der Gesamtwertung.

Back up: Nach einem Sturz gebeutelt und mit getauschtem, aber zu kleinem rechten Schuh wird Kristian Hynek (Topeak Ergon Racing) von seinem Teamkollegen Jeremiah Bishop aus der Verpflegungsstelle geschoben. Hintergründe auf der Topeak Ergon Pageflow-Seite

Cape Epic 2016 – Gesamtwertung Herren nach Etappe 2

Morath und Spitz fahren aufs Podium

Sally Bigham und die junge Deutsche Adelheid Morath (Topeak Ergon) hatten einen guten Lauf und belegten Platz 2, nur 45 Sekunden hinter den wieder stark fahrenden Annika Langvad und Ariane Kleinhans (Spur Specialized). Damit schob sich das Duo aus der Schweiz und Dänemark auf den ersten Platz der Gesamtwertung vor den Südafrikanerinnen Robyn de Groot und Jennie Stenerhag (Ascendis Health).

Gut erholt fahren Anika Langvad (li) und Ariane Kleinhans (Spur-Specialized) den Etappensieg ein und übernehmen vor Etappe 3 die Gesamtführung der Frauen.

Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz mit ihrer jungen Partnerin Yana Belomoina (UKR), Team Sport for Good, kam auf Rang 3 ins Ziel in Saronsberg, der Rückstand auf die Führenden beträgt nach drei von acht Etappen insgesamt 15.42 Minuten. Die Taktik von Spitz ging zunächst auf: "Wir wollten vorne fahren, weil man sonst im Staub schlecht sieht und es riskanter ist.” Daher zog die Olympiasiegerin das Tempo im Anstieg an und war lange vorne. Langvad und Kleinhans taktierten und setzten auf die letzte lange Abfahrt. Ihr Plan trug am Ende Früchte, als sie im Downhill überholten und bis ins zehn Kilometer entfernte Ziel die Führung halten konnten.

Adelheid Morath (links) und Sally Bigham vom Topeak Ergon Racing Team werden kräftig bejubelt.

Cape Epic 2016 – Gesamtwertung Frauen nach Etappe 2

Ausblick auf Etappe 3 des Absa Cape Epic 2016

Cape Epic 2016 – Etappe 3 im Profil


Saronsberg-Wellington (104 km, 2150 Höhenmeter)
Nach zwei Runden in den Bergen und Tälern rund um Tulbagh wartet morgen eine Transferetappe nach Wellington auf die Fahrer. Mit 103 Kilometern und 2150 Höhenmetern ist sie wieder relativ lang und hart. Ein steiniger Anstieg zum Waterval liegt vor der Abfahrt ins nächste Tal Zuurvlakte, eine Kulisse wie aus einem Western. Ein kurzer Teerabschnitt auf den bekannten Bain’s Kloof Pass, ein südafrikanisches Nationalmonument, und dann geht es für Profis und Hobbyfahrer über angelegte Singletracks hinunter nach Wellington.

Cape-Epic-Gründer Kevin Vermaak feiert die 100. Etappe der Cape-Epic-Geschichte.

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Themen: Cape EpicEtappenrennenMarathonRaceSüdafrika


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