Beat your Buddy powered by Canyon: Das Finale in Sölden

Showdown in Sölden: Finale beim Beat-your-Buddy-Duell

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 5 Jahren

Beim Enduro-Rennen fällt die Entscheidung. Jurek oder Tobi? Nur einer kann das Canyon-Bike für 5000 Euro gewinnen. Nach einer harten Saison mit Pumptrack, Marathon und 24h-Rennen steht es 6:2 für Tobi

Jurek macht das Ding

Für Mitschüler Federico gibt es da überhaupt keinen Zweifel. Sein Tipp ist ihm immerhin 10 Euro wert. Maxi, ein Tobi-Sympathisant, hält mit Eifer dagegen. Die Situation scheint für Jurek verzwickt, doch keinesfalls hoffnungslos. Trotz akuter 6:2-Schlappe im Beat-your-Buddy-Duell gegen Tobi ist noch alles drin. Bei der letzten großen Herausforderung, dem Enduro-Rennen in Sölden, gibt es nämlich ganze vier Punkte zu holen.


Doch alles der Reihe nach. Mit einer Videobewerbung im Februar folgten die beiden Schüler aus Pullach unserer Suche nach DEM kompletten Mountain­biker. Für optimales Material und Chancengleichheit sorgte Canyon, indem jeder Kontrahent drei nagelneue Bikes fürs Training und die Wettkämpfe bekam. Pumptrack-Bike, Carbon-Hardtail und Wettkampf-Enduro. Eine Saison mit professioneller Betreuung und voller Kostenübernahme. Die ideale Arena, um den eigenen Kumpel in die Schranken zu weisen.

Rennen fahren wie ein Profi

Als zusätzlicher Anreiz wartet die Belohnung in Form eines 5000 Euro teuren Canyons auf den Gewinner, während der Verlierer leer ausgeht. Damit das volle Spektrum auf dem Bike zur Geltung kommt, standen neben kleineren Prüfungen wie Bike-aufbauen-auf-Zeit, Bunnyhop-Contest und Trackstand vier große Herausforderungen auf der Agenda. Eine durchaus vielseitige Saison für die beiden. Trotz des Zwischenstandes von 6:2 für Tobi ist dank des progressiven Punktesystems noch alles offen. Vor den Jungs liegt nun also die letzte große Challenge.


"Hier in Sölden zeig’ ich Tobi, wo der Hammer hängt", tönt Jurek selbstbewusst. Er will die letzte Herausforderung, das Enduro-Rennen im Rahmen der EES unbedingt für sich entscheiden. Mit Tobi gleichziehen und dann das letztes Stechen gewinnen, lautet sein Plan. Doch wie bereitet man sich als Enduro-Novize am besten auf ein Enduro-Rennen vor? Jurek wählte vor zwei Wochen die harte Tour, löste kurzfristig eine Radsportlizenz und absolvierte die extrem schlammige und obendrein schneereiche Europameisterschaft im Enduro. Man wächst mit seinen Aufgaben, doch manchmal scheinen die Aufgaben noch stärker zu wachsen. Mit sieben Stürzen, aber einem respektablen achten Platz im Junioren-Klassement eine lehrreiche, wenn auch harte Erfahrung.

Beat-your-Buddy-Finale

16 Bilder


Tobi sieht der letzten Herausforderung gelassener entgegen. Er weiß um seinen Vorsprung und hat bereits ein Paar Enduro-Rennen auf seinem Konto. Er weiß auch, dass ein platter Reifen, Defekt oder Sturz bereits über alles entscheiden kann. "Jurek kann den Kopf besser ausschalten, riskiert aber manchmal auch zu viel", sagt Tobi. Die beiden Kumpels kennen sich nur zu gut. Nichts riskieren und immer im Komfortbereich unterwegs sein, trichtert er sich ein.

Jurek riskiert manchmal zu viel.

Der Auftakt zur Enduro-Mission beginnt mit dem Training am Samstag und optimalen Bedingungen – solange man gut 30 Grad Hitze und staubige Trails mag. Tobi und Jurek zippen Startnummer und Transponder an den Lenker, und ab geht es auf die Strecken. Fünf verschiedene Stages im hochalpinen Gelände und ein Prolog am heutigen Abend stehen in Sölden auf dem Programm. Naturbelassene Trails mit Spitzkehren, Steilstufen, Northshore-Elementen bis hin zum 130-Steilkurven-Wahnsinn auf der frisch angelegten Teäre-Line. Ein würdiger Abschluss im Kampf um die Beat-your-Buddy-Krone.


Mit dem Piepen der GoPro-Kamera rollt Tobi als Erster aus dem Startgatter. Es gilt, die schnellste Linie für das Rennen zu finden und diese durch das abendliche Studium vor dem Laptop zu festigen. Ohne moderne Technik läuft nichts im Leben eines Enduro-Racers. Tobi stoppt. Die vermeintliche Schlüsselstelle hält zwei Optionen parat. Den Schräghang mit viel Schwung oben rum passieren oder doch lieber abbremsen und unten durch?

Der Wettkampf ist bereits in vollem Gange.

Der nächste Fahrer gibt die Antwort und setzt mit einer Staubwolke ein klares Ausrufezeichen hinter die schnellere, obere Linie. Tobi nickt zustimmend. Der Staub hat sich noch nicht gesetzt, als auch Jurek an der Stelle stoppt und diese kritisch mustert. "Sieht ganz schön kniffelig aus oben rum", sagt Jurek, während er Tobi fragend anschaut. "Ja genau, ich würde auch unten fahren, ist bestimmt schneller", antwortet Tobi. Der Wettkampf ist bereits in vollem Gange.

Etwas mehr als 2600Tiefenmeter gilt es, jeweils im Training und Rennen zu absolvieren. Die beiden halten sich ran. Zum Abschluss steht die Prologstrecke auf dem Plan. Die Teäre-Line. Der sechs Kilometer lange Pumptrack mit stetigem Gefälle und 130 Steilkurven verspricht Flow und Fahrspaß pur. Geht es aber darum, zügig und ohne Pause runterzukommen, wandelt sich der angesammelte Flow-Überschuss spätestens ab der Hälfte in brennende Oberschenkel und pulsierende Unterarme um.

Mit dem Piepen der Startuhr stampft Jurek in die Pedale. Schwung aufnehmen und bis unten hin konservieren. Um 17:30 Uhr geht er als Erster auf die ungewöhnlich lange Prologstrecke. Er drückt das Bike in den ersten Anlieger und fokussiert den Streckenverlauf. Seine Tuning-Maßnahme kurz vor dem Start macht sich bezahlt. 2,2 bar in den Reifen und ein paar Extrahübe mit der Dämpferpumpe in Gabel und Dämpfer. So präpariert schießt das Canyon Strive wie ein Pumptrack-Bike über den Kurs. Nach schier endlosen 9:43 Minuten und einer akuten Flow-Überreizung ist der Spaß vorbei. Tobi ist dran. Auch er setzt auf viel Luft.

Sieben Sekunden: Jurek gewinnt den Prolog.


Kurve um Kurve schraubt er sich dem Ziel entgegen. Um Kraft zu sparen, muss er sich immer wieder setzen. Als er die Ziellinie quert, bleibt die Uhr bei 9:50 Minuten stehen. "Yes", platzt es aus Jurek heraus. Er ballt die Faust. Ein erster Vorentscheid. Mit einem Polster von sieben Sekunden und einer ordentlichen Portion Motivation kann er jetzt ins morgige Rennen starten. Es bleibt spannend. Bevor es zum Essen geht, brauchen die Bikes ein letztes Mal Zuwendung. Luftdruck in Fahrwerk und Reifen anpassen, Ersatzschlauch und Druckluftpatronen ans Oberrohr tapen. Beide wollen aus Gewichtsgründen auf einen Rucksack verzichten. Nur nichts dem Zufall überlassen. Das Material passt.


"Ah, hier kommt die fiese Stelle mit der engen Spitzkehre", sagt Jurek, während er sich zum dritten Mal die Aufnahmenvom heutigen Training anschaut. Tobi knetet zeitgleich seine Muskeln auf der Blackroll geschmeidig. Um halb zehn liegen beide im Bett. Morgen ist Showdown. Die Nacht bringt Regen, doch die staubigen Strecken zeigen sich davon nur wenig beeindruckt. Zum Start auf Stage Eins zeigt das Thermometer bereits knapp 30 Grad. Tobi setzt den Integralhelm auf, rückt die Goggle zurecht und atmet ein letztes Mal tief durch. Mit dem Piepen des Startsign geht er als Erster auf die Strecke. Jurek folgt mit 30 Sekunden Abstand. Er beschleunigt maximal, versucht wenig zu bremsen. Verdammt, die fiese Spitzkehre macht ihrem Namen alle Ehre. Sein Vorderrad klappt ein und Jurek geht mit Wucht über den Lenker.

Jurek geht über den Lenker.

Nichts passiert. Schnell wieder drauf und weiter. Der Sturz hat ihn zum Glück nur wenige Sekunden gekostet. Stage Zwei und Drei werden ohne Probleme abgespult, danach muss die erste Stage nochmals gefahren werden. Jurek ist alarmiert, doch die bekannte Spitzkehre schlägt wieder zu. "Neeeein", sein Vorderrad klappt weg, und er geht erneut über den Lenker. Wertvolle Sekunden schmelzen dahin. Er rappelt sich auf. Tobis defensive Fahrweise scheint sich auszuzahlen. Er kommt ohne Sturz durch die Prüfungen, verliert aber zweimal die Kette. Mit dem Zieleinlauf fällt die erste Anspannung weg. Geschafft. Aber was sind die Zeiten wert?

Neugierig starren beide auf die Anzeigetafel, wo in wenigen Sekunden die Rennzeit erscheint. 30:16 Minuten. Jureks Ergebnis blinkt als Erstes auf. Tobi bangt. Sein Gefühl gibt ihm Recht. Er brauchte 21 Sekunden länger. Shit, der Vorsprung ist futsch, geht es ihm durch den Kopf. Gleichstand 6:6. Ausgeglichener hätte das Duell nicht sein können. Der finale Contest muss entscheiden. Beide drängen sich zum Trackstand in dem kleinen Karree auf dem Parkplatz. Wer zuerst den Fuß setzt oder umfällt, verliert. Nach Jureks verpatztem Wendemanöver geht alles Schlag auf Schlag. Er wird nervös und muss auch im zweiten Durchgang einen Fuß setzen. Die Challenge ist vorbei.

7:6 Ein würdiges Duell zwischen Buddys


Nach vier großen Wettkämpfen und drei kleineren Prüfungen steht Tobi als knapper Gewinner fest. Das ausgeglichene Duell entschied sich erst in der allerletzten Prüfung. Tobi wird seinen Preis (ein Canyon-Bike im Wert von 5000 Euro) auf der diesjährigen Eurobike in Friedrichshafen entgegennehmen.

Gehört zur Artikelstrecke:

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Themen: Beat your BuddyCanyonDuellEnduroRaceVideo


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