Cyprus Sunshine Cup 2018 Cyprus Sunshine Cup 2018

Afxentia Stage Race/Cyprus Sunshine Cup 2018

Lars Forster und Anna van der Breggen siegen auf Zypern

Adrian Kaether am 28.02.2018

Der Cyprus Sunshine Cup gilt als ein guter Favoriten-Check für die kommende Saison. Dieses Jahr siegten Lars Forster und Rennradfahrerin Anna van der Breggen, auch Annika Langvad zeigte sich stark.

Das Afxentia Stage Race, das jedes Jahr im Februar auf Zypern stattfindet, ist ein ganz besonderes Rennen. Eigentlich nur ein kleines Etappenrennen wie viele andere auch, doch der frühe Termin macht das Rennen zu einem ganz besonderen Event: Es ist die Saisoneröffnung für den europäischen Cross-Country-Sport und gilt als guter Indikator dafür, wer in der kommenden Saison im Cross-Country etwas reißen wird und wer nicht. So zum Beispiel im vergangenen Jahr, wo Yana Belomoina hier eine extrem starke Performance ablieferte und in der folgenden Saison endlich ihre ersten Worldcups gewann.

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Sina Frei auf der ersten Etappe. Die junge Schweizerin schlug sich gut im Elite-Feld und holte sogar einen zweiten Platz auf der zweiten Etappe.

Etappe 1: Downhill-lastiges Zeitfahren über 14,6 Kilometer

Ein Klassikerrennen also, das jedoch dieses Jahr gänzlich unklassisch eröffnet wurde. Nämlich statt einer regulären ersten Stage mit einem downhill-lastigen Zeitfahren über 14,6 Kilometer von Lefkara nach Skarinou. Und ausgerechnet Anna van der Breggen legte hier die erste wirklich schnelle Zeit vor. Die Niederländerin ist sonst eigentlich auf dem Rennrad unterwegs und holte 2016 in Rio sogar die olympische Goldmedaille. Trotz eines großen Respekts vor den technischeren Passagen bewältigte sie die Strecke in knapp unter 27 Minuten. Erst Linda Indergand, die als drittletzte startete, konnte van der Breggens Zeit schlagen, und dabei blieb es auch. Annika Langvad hatte einen Platten und landete auf Platz 34, Yana Belomoina musste sich wegen Krankheit frühzeitig aus dem Rennen zurückziehen. Damit ging der Sieg an Indergand, Platz zwei an Anna van der Breggen und Platz drei an Titelverteidigerin Githa Michiels.

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Thomas Litscher konnte die erste Etappe noch gewinnen. Danach haute ihn eine Erkältung um.

Auch bei den Männern war es ein Schweizer, der den Eröffnungssieg holte. Thomas Litscher war zwar auch ein wenig erkältet, um auf den knapp über 14 Kilometern noch einmal alles zu geben, reichte es aber noch. Ganz besonders bergab bewegte sich Litscher in einer eigenen Liga und musste nur die Attacken von Landsmann Lars Forster fürchten, der ebenfalls gut in Form war und am Ende den zweiten Platz belegte. Platz drei ging an Jaroslav Kulhavy, der sich bergab erstaunlich routiniert zeigte und der natürlich in der längeren Flachpassage erwartungsgemäß einige Sekunden auf die Konkurrenz wieder herausfahren konnte.

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Linda Indergand auf dem Weg zum Gewinn der ersten Etappe.

Etappe 2: Sieg für Howard Grotts und Anna van der Breggen

Eigentlich macht der Cyprus Sunshine Cup seinem Namen immer alle Ehre. Doch ausgerechnet dieses Jahr scheint das sonnige Wetter nach Mitteleuropa ausgewichen zu sein, während auf Zypern die Tropfen fielen. Erst nur vereinzelt, dann immer stetiger begann es schon auf dem ersten Anstieg der 52 Kilometer und 1820 Höhenmeter des Rundkurses um Lefkara zu regnen. Thomas Litscher versuchte zunächst, das Feld anzuführen und damit die Pace zu diktieren, doch die Erkältung machte ihm einen Strich durch die Rechnung und er beendete die Stage zwar noch, schied dann aber aus dem Rennen aus.

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Der Start von Etappe zwei. Thomas Litscher (gelbes Trikot) ist noch dabei, wird aber nach dieser Etappe das Rennen aufgeben müssen.

Dafür konnte ein anderer die Chance ergreifen. Howard Grotts, der amerikanischen Meister, dem jedoch in dieser Konkurrenz niemand ernsthafte Chancen zugerechnet hätte. Aber ganz besonders in den Anstiegen konnte Grotts immer wieder Tempo machen und ließ die Konkurrenz hinter sich zurück. Dahinter lieferte auch Lars Forster wieder eine starke Performance ab und setzte sich gegen die Konkurrenz durch, so dass ihm am Ende Platz zwei ausreichte, um die Gesamtführung an sich zu reißen.

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Anna van der Breggen schlug sich im Mountainbike-Feld fantastisch. Sie stellte sich trotz geringer Erfahrung auch den technischen Hindernissen und konnte in Anstiegen und Flachetappen ihre Power vom Straßensport ausspielen. Am Ende reichte es für den Sieg.

Im Rennen der Damen war es ebenfalls die enorme Wattleistung von Anna van der Breggen, die am Ende den Sieg holte. Wobei natürlich auch wieder ein kleines bisschen Glück im Spiel war. Denn ausgerechnet Annika Langvad ereilte nach anfänglicher Führung wieder das Pech und sie verlor erneut wertvolle Zeit durch einen platten Reifen. Für Platz vier reichte es am Ende nach einer spannenden Aufholjagd trotzdem. Erin Huck musste sich in der letzten Rennphase Nachwuchstalent Sina Frei aus der Schweiz ergeben, die damit schon auf der zweiten Etappe ihres ersten Etappenrennens überhaupt Platz zwei holt.

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Annika Langvad kämpfte zunächst mit technischen Defekten. Das konnte sie jedoch nicht wirklich aufhalten.

Specialized-Doppelsieg auf Stage 3

Die Rundkurs-Stage um Lythrodontas war mit 61 Kilometern die größte Prüfung des diesjährigen Afxentia-Stage-Races. Nach den Überraschungen der letzten Tage, fielen die Sieger hier wieder eher klassisch aus, doch der Reihe nach. Bei den Männern konnte Lars Forster, angestachelt von seiner Rolle als Gesamtführender, zunächst die Führung des Rennens übernehmen. Aber er konnte sich nicht von den Verfolgern absetzen, drosselte daraufhin die Pace ein wenig und ließ Jaroslav Kulhavy die Führungsrolle übernehmen.

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Der amerikanische Meister Howard Grotts konnte beim Cyprus Sunshine Cup seine Kletterstärke ausspielen und holte zwei Etappensiege und Platz zwei in der Gesamtwertung.

Der Tscheche fuhr wie erwartet stark im Anstieg, zeigte sich auch im darauffolgenden Downhill wieder sehr routiniert und konnte so bald die Verfolger abschütteln. Dadurch geriet Forster unter Zugzwang, um in der Gesamtwertung nicht zu viel Zeit zu verlieren und machte noch einmal mächtig Druck. Bis zum Ende der Etappe schloss Forster wieder zu Kulhavy auf, doch der Regen machte ein Überholmanöver in der letzten Kurve unmöglich. Damit ging der Etappensieg an Kulhavy und Platz zwei an Lars Forster, der noch immer die Führung in der Gesamtwertung hielt. Platz drei holte Howard Grotts, der wieder eine starke Performance gezeigt hatte und auch bei der Verfolgung von Kulhavy wie festgeklebt am Hinterrad von Lars Forster hing.

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Lars Forster im gelben Leader-Trikot vor dem Start der zweiten Etappe, links daneben Howard Grotts und Jaroslav Kulhavy in Specialized-Jerseys.

Im Rennen der Damen war es nach zwei Tagen mit Reifenpannen am Tag drei nun endlich vorbei mit dem Pech für Annika Langvad. Vom Start an dominierte sie das Rennen mit einer unglaublichen Pace und fuhr bis zur ersten Feedzone bereits mehrere Minuten Vorsprung heraus. Nur Specialized-Teamkollegin Anna van der Breggen konnte zunächst noch mithalten, hatte im Downhill dann aber deutlich das Nachsehen. So bildete sich bald ein Verfolgerduo aus Erin Huck und Anna van der Breggen heraus, in dem van der Breggen die Flachetappen und Anstiege dominierte und Huck das Tempo im Downhill vorgab. Kurz vor dem Ziel hatte van der Breggen jedoch die größeren Reserven und fuhr auf Platz zwei.

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Lars Forster konnte keine einzige Etappe des Cyprus Sunshine Cups gewinnen, aber auch Konstanz zahlt sich eben aus.

Etappe 4: Sieg für Langvad und Grotts im XC-Rennen – Gesamtsieg geht an van der Breggen und Forster

Die letzte Etappe des Afxentia-Stage Races wird traditionell als Cross-Country-Rennen ausgetragen. Lars Forster blieb diesmal berechnender und überließ dem dänischen Nachwuchstalent Sebastian Carstensen-Fini die Führungsarbeit. So bildete sich bald eine Dreiergruppe aus Carstensen-Fini, Forster und Grotts, während Jaroslav Kulhavy an diesem Tag etwas die Form fehlte und er sich mit einem Platz weiter hinten zufriedengeben musste. Und obwohl Forster in den Downhills eindeutig im Vorteil war – Howard Grotts war nicht zu schlagen. Am Ende konnte sich sogar Tituan Carod noch bis auf Platz zwei vorarbeiten, Carstensen-Fini holte Platz drei und Lars Forster blieb nur Platz vier. Für den Gesamtsieg reichte es für den jungen Schweizer trotzdem. Nach dieser Performance wird man mit ihm auch in der Worldcup-Saison 2018 wohl rechnen müssen. Spätestens das erste Rennen in Südafrika Mitte April wird die Antwort bringen.

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Jaroslav Kulhavy zeigte sich beim Afxentia Stage Race vor allem in den Downhills versierter als sonst. Die Form ist dagegen noch nicht bei 100 Prozent, eine Krankheit im Winter unterbrach die Saisonvorbereitung.

Annika Langvad fuhr bei den Damen wieder in einer eigenen Liga. Die Dänin schoss von Anfang an vorneweg und verschwendete keine Energie mit Blicken nach hinten. Nach nur kurzer Zeit hätte das ohnehin nichts mehr genützt, denn sie ließ ihre Verfolger schon in der ersten Runde des Rennens weit hinter sich. So war es wieder die Erfahrung von Erin Huck, die die Pace in der Verfolgergruppe diktierte. Bis zum Ende änderte sich daran nichts, so dass Huck Platz zwei einheimste, vor einer erneut sehr starken Sina Frei.

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Die Gesamtwertung am Ende des Rennens: David Nordemann, Howard Grotts, Lars Forster, Sebastian Carstensen Fini und Jaroslav Kulhavy (von links).

Weniger Glück hatte dagegen Anna van der Breggen. Die Niederländerin stürzte im Startloop schwer und beschädigte ihren Helm, doch sie rappelte sich wieder auf und fand wieder in einen schnellen Tritt zurück, der sie am Ende bis auf Platz vier brachte und ihr damit auch den Sieg in der Gesamtwertung bescherte. Es ist das erste größere Mountainbike-Rennen für Anna van der Breggen und gleich ihr erster großer Sieg, doch sie wird weiter im Straßensport bleiben, das ließ sie schon von offizieller Seite aus verlauten.

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Annika Langvad ist in Topform und fuhr ein Wahnsinnsrennen in Zypern. Einzig zwei Plattfüße konnten sie kurzzeitig aufhalten. Es sieht so aus, als ob sie wieder stark in die Saison 2018 starten wird.

Für die kommende Saison sollte man dann vor allem Annika Langvad im Auge behalten. Die Dänin scheint wieder in Topform zu sein und wären die zwei platten Reifen nicht gewesen, sie wäre wohl kaum ohne einen haushohen Sieg wieder nach Hause gefahren. Und dann ist da noch Sina Frei. Die U23-Weltmeisterin hat gezeigt, dass sie sich auch in einem Elite-Feld nicht verstecken muss. Mal sehen, was diese Worldcupsaison für sie noch bereithält.

Cyprus Sunshine Cup 2018

Der Cyprus Sunshine Cup machte seinem Namen in diesem Jahr nicht gerade Ehre. Straßenprofi Anna van der Breggen ließ sich davon aber nicht beirren.

Weitere Infos und die Ergebnisse zum Cyprus Sunshine Cup finden Sie auf der Veranstaltungswebseite www.cyclingcy.com.

Adrian Kaether am 28.02.2018