Sauser und Kulhavy gegen Platt und Huber? Sauser und Kulhavy gegen Platt und Huber? Sauser und Kulhavy gegen Platt und Huber?

Absa Cape Epic 2017: Vorschau

Sauser und Kulhavy gegen Platt und Huber?

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Das Cape Epic ist eine Legende unter den Etappenrennen. Auch dieses Jahr liest sich die Favoritenliste wieder wie ein Best-Of der MTB-Stars: Kulhavy, Sauser, Platt, Lakata, Schurter, Rissveds, Käß...

Tief steht die Sonne noch über der Savanne. Der Startschuss ertönt und schon nach Kurzem zieht sich das Feld wie ein lebender Organismus durch die Steppe, eingehüllt von einer schier undurchdringlichen Wolke aus golden angestrahltem Staub im Morgenlicht. Das „Flapp-Flapp“ des Fernseh-Helikopters die einzige Soundkulisse. Denn Mountainbiken in Südafrika, das ist Nationalsport und das Absa Cape Epic sein jährlicher Höhepunkt, dem kein einziger Fernsehsender in Südafrika fernbleibt.


Das Cape Epic ist eine Legende. Nicht nur in Südafrika. In acht Tagen müssen die Fahrer in diesem Jahr 691 Kilometer und 15400 Höhenmeter bewältigen. Die härtesten Ausdauerspezialisten der Welt treten hier in Zweier-Teams gegeneinander an, am Ende kann es nur ein Team bis ganz nach oben schaffen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg durch sengende Hitze mit plötzlichen Kälteeinbrüchen und Regen, über steile Rampen und technisch anspruchsvolle Abfahrten. Neben spitzen Steinen, materialmordendem Staub und Schlamm haben auch die oft unberechenbaren Seitenwinde um das Kap der guten Hoffnung schon so manchen Profi aus dem Sattel geholt.

„Tour de France“ des Mountainbikens: Wieder Platt/Huber gegen Sauser/Kulhavy?


Das Cape Epic als „Tour de France“ des Mountainbikens zu bezeichnen ist von daher mehr als nur ein Schrei nach Aufmerksamkeit der Marketingabteilung. Das Cape Epic ist eines der traditionsreichsten Etappenrennen der Welt und zieht die Speerspitze des gesamten Sports an. Auch dieses Jahr geben sich wieder alle wichtigen Profis die Ehre, selbst ein paar Tour de France-Veteranen sind 2017 in Südafrika mit dabei.


Karl Platt und Urs Huber für das Team Bulls werden alles daransetzen, ihren sechsten Sieg einzufahren. Doch das wird nicht leicht, denn die Konkurrenz schläft nicht. Kristian Hynek und Marathon-Weltmeister Alban Lakata stehen für das Team Topeak Ergon am Start. Der Österreicher Lakata will unbedingt ganz oben auf dem Podest stehen, denn bisher hat er bei sieben Teilnahmen die Plätze zwei bis sechs in seinem Palmares stehen. Für das legendäre Team Investec Songo Specialized konnte Jaroslav Kulhavy Cape Epic-Legende Christoph Sauser überzeugen. Der Schweizer, der sich letztes Jahr eigentlich aus dem Profi-Rennsport zurückgezogen hatte, konnte seinen Freund und Teamkollegen dann doch am Ende nicht im Stich lassen. „Jaro ist in der Ebene wie eine Lokomotive. Ich bin bergab besser und beim Reparieren von Defekten,“ sagte Sauser auf der Pressekonferenz. Wie Platt greift auch Sauser nach seinem sechsten Gesamtsieg beim Cape Epic.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Karl Platt und Urs Huber hatten gut Lachen im letzten Jahr. Doch in diesem Jahr wird die Konkurrenz noch stärker sein. „Es wird sehr hektisch dieses Jahr, weil so viele Top-Fahrer hier sind. Auf den Singletrails kann es eng werden. Man muss aufpassen, dass man den Anschluss nicht verliert“, sagte Platt im Vorfeld.

Veranstalter José Hermida hat seine Rennkarriere beendet, wird aber beim Cape Epic am Start stehen. Zwar nicht in der UCI-Kategorie, aber mit dem Ex-Straßenprofi Joaquim Rodriguez. Spaßvogel Hermida sagte auf der Pressekonferenz: „Wir müssen nur eine Etappe gewinnen, dann haben wir fünf Minuten Vorsprung auf die Top-Fahrer.“ Denn sein Block startet täglich fünf Minuten hinter den UCI-Teams ins Rennen.

Aus dem Cross Country und von der Straße: Schurter, Fumic, Stirnemann, Evans


Für Olympiasieger Nino Schurter soll das Cape Epic dieses Jahr die perfekte Vorbereitung für den Cross Country-Worldcup sein. Mit Matthias Stirnemann zusammen wird Schurter für Sram-Scott das sicherlich abfahrtsstärkste Team anführen. Nach eigener Aussage geht es aber eher darum, Erfahrung zu sammeln und dann 2018 richtig anzugreifen. Aber Schurter bleibt doch ganz und ganz ambitionierter Racer: „Falls es gut läuft im Rennen, werden wir natürlich so weit nach vorne fahren wie möglich“, sagte der Olympiasieger im Interview. Auch sein Kollege aus dem Cross Country-Worldcup, Manuel Fumic, steht für Cannondale mit seinem Teamkollegen Henrique Avancini, dem brasilianischen Meister, am Start. Ebenfalls für Sram-Scott startet Olympiasiegerin Jenny Rissveds mit ihrem Teammanager Thomas Frischknecht in der Mixed-Wertung.


Nicht vergessen beim Kampf um den Titel darf man natürlich auch das Team Centurion Vaude mit Jochen Käß und Markus Kaufmann. Die Ausdauerspezialisten und BIKE Transalp-Sieger werden ebenfalls alles geben und sich sicher auch in diesem Jahr wieder in die vordersten Plätze katapultieren – wenn kein Defekt dazwischenkommt. Simon Stiebjahn und Tim Böhme werden als Team Bulls 2 das Backup-Team für Platt/Huber sein. Nicola Rohrbach und Daniel Geismayr sind das Backup-Duo für Käß/Kaufmann, Andri Frischknecht und Michiel van der Hejiden stehen als weiteres Team Sram-Scott am Start.

Cape Epic,Sportzpics,Shaun Roy Auch mit den beiden Teams von Centurion Vaude muss man wieder rechnen. Vor allem Käß/Kaufmann haben bei der BIKE Transalp gezeigt, dass sie Siegfahrer sind.

Cape Epic,Sportzpics,Emma Hill Nach dem verletzungsbedingten Aus von Kristian Hynek musste Alban Lakata seine Siegträume 2016 begraben. Dieses Jahr startet das Duo einen neuen Versuch.

Cape Epic,Sportzpics,Nick Muzik Manuel Fumic wird mit seinem Cannondale-Teamkollegen eher nichts aufs Gesamtklassement schielen. Aber das Duo wird versuchen, die ein oder andere Etappe für sich zu entscheiden.

Sabrina Kral Photography Am Ende holte 2016 das Team Bulls den Sieg und Karl Platt seinen fünften Titel in Südafrika.


Gespannt sein kann man auch auf die Performance des BMC Absa Racing Teams. Mit Cadel Evans schickt BMC den Tour de France-Sieger von 2011 an die Startlinie. Unterstützt wird der mehrfache MTB-Junioren-Weltmeister vom Amerikaner George Hincapie. Ob den beiden ihre geringe gemeinsame Mountainbike-Erfahrung ein Bein stellt, oder ob ihre Fitness triumphiert, wird sich dann zeigen.

Starke Konkurrenz im Damenfeld: Spitz gegen Morath


Auch bei den Damen gibt es gleich mehrere Teams, die beste Chancen auf einen Sieg beim Cape Epic 2017 haben. Titelverteidigerin Ariane Lüthi geht mit der Freiburgerin Adelheid Morath ins Rennen. Damit ist das Team Spur gleichermaßen ausgewogen wie stark. Eine Kombination, die sich bei Etappenrennen schon mehrfach bewährt hat. Ihre größten Konkurrentinnen werden Sabine Spitz und die südafrikanische Meisterin Robyn de Groot sein, die beide beim Cape Epic bereits Top-Platzierungen eingefahren haben.

Cape Epic,Sportzpics,Emma Hill Sabine Spitz gewann im verganenen Jahr die letzten drei Etappen beim Cape Epic. 2017 wird sie mit ihrer neuen Partnerin Robyn de Groot um den Gesamtsieg kämpfen. 


Wie es in diesem Jahr den Top-Teams und den 1200 Teilnehmern insgesamt ergeht, erfahren Sie tagesaktuell in unserer großen Artikelstrecke zum Cape Epic 2017 mit allen Etappenberichten


Alle weiteren Informationen zum Cape Epic finden sie auf der Website des Veranstalters.

Themen: Alban LakataCape EpicChristoph SauserEtappenrennenJaroslav KulhavyKarl PlattSüdafrikaVorschau


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