Neue Team-Wertung in Nauders – Enduro-Heizen im Duett Neue Team-Wertung in Nauders – Enduro-Heizen im Duett Neue Team-Wertung in Nauders – Enduro-Heizen im Duett

3-Länder-Enduro am Reschenpass 2017

Neue Team-Wertung in Nauders – Enduro-Heizen im Duett

  • Florentin Vesenbeckh
 • Publiziert vor 5 Jahren

Ein neues Format in einer bewährten Arena: Die anspruchsvollen Trails rund um den Reschensee lieferten den Stoff für ein gelungenes Enduro-Renn-Wochenende mit langen Stages und bester Panorama-Tapete.

Direkt im Sog meines Bruders jage ich in den Trail. Adrian überfliegt vor mir eine Wurzel-Welle im Double, ich folge. Über beide Räder driftend, knallt er in den nächsten Anlieger – ein Jauchzen kann ich mir bei so viel Trail-Spaß nicht verkneifen. Sieben Minuten später hat sich die Staubwolke vor mir schon wieder gelegt, als ich in die letzte Wurzelpassage droppe. Das Hinterrad meines Team-Partners ist längst außer Sichtweite. Ich klammere mich immer noch an meinen Lenker, die Arme bis zum Anschlag aufgepumpt, der Puls hämmert unter Volllast. Wir stecken mitten im 3-Länder-Enduro-Rennen in Nauders am Reschenpass, Team-Wertung.

Manfred Stromberg,Veranstalter Achtung Staublunge: unterwegs im Zweier-Team.

Manfred Stromberg,Veranstalter Adrian Vesenbeckh unterwegs auf Stage 6.

"Wir wollten das Format etwas entspannter gestalten und den Fahrspaß in den Mittelpunkt stellen", sagt Thomas Schlecking, der das Rennen in diesem Jahr erstmals organisiert hat. So kam auch die Idee mit der zusätzlich eingeführten Team-Wertung zustande. Zwei Fahrer müssen im Abstand von maximal drei Sekunden starten, gewertet wird die Zeit des langsameren Enduristen. So kommt Team-Spirit und Trailspaß wie im Bike-Alltag auf. Nicht gedreht wurde an der anspruchsvollen Streckenführung: fordernde Trails und teils sehr lange Stages. Hobby-Enduristen stellt das 3-Länder-Enduro-Rennen um Nauders und Reschen vor eine echte Herausforderung.

Manfred Stromberg,Veranstalter Obligatorisch beim Biken im Dreiländereck am Reschenpass: Posieren an den historischen Panzersperren zwischen Österreich und Italien.

250 Starter haben sich in diesem Jahr der zweitägigen Jagd nach Bestzeiten gestellt. Los ging´s am Freitag mit einem freiwilligen Training, zu dem alle Stages geöffnet waren. Allerdings kam vom Veranstalter die klare Warnung: "Wer alle Abschnitte trainiert, ist am Samstag platt." Beim Prolog am Freitagabend, der zur Bestimmung der Startreihenfolge diente, war ein Jammern über den Ermüdungszustand allgegenwärtig. Die Strecken waren fast durchgehend technisch anspruchsvoll und gespickt mit freigefahrenen Wurzeln. Das Wetter verschonte die Fahrer vor einer wilden Rutschpartie, das gesamte Wochenende blieb hochsommerlich warm und sonnig.

Das Rennen

Am Samstag ging es mit einer verhältnismäßig kurzen Stage (Bestzeit 3.45 min) am Mutzkopf in Nauders los. Darauf folgte ein langer Transfer mit der Bergkastel-Bahn über Plamort- und Bunker-Trail an den Reschensee nach Schöneben. Dort folgte mit Stage zwei das längste Teilstück des Rennens: Eine flache Verbindung in Richtung Haideralm-Bahn. Wurzelige Tretstücke und technisch anspruchsvolle Passagen folgten dicht auf dicht. Der Sieger der Herren-Kategorie benötigte über acht Minuten für Stage zwei. Zum Vergleich: Bei der deutschen Enduro-Meisterschaft in Schöneck war keine Stage länger als zwei Minuten.

Etappe drei an der Haideralm-Bahn zeigte sich deutlich Downhill-lastiger. Ruppig und technisch forderte die Stage trainierte Arme. Bestzeit: 7:28 Minuten. Die kurze Stage vier diente eher dem Transfer zurück zur Schöneben-Bahn. Dort wartete noch mal echtes Sportprogramm mit einer der schönsten Stages des Rennens: Wurzelteppiche, Kurven über Kurven und ein spannender Wechsel aus technischen Passagen und Vollgas. Auch hier lag die Bestzeit bei fast sieben Minuten. Am Ende von Tag eins summierte sich beim Führenden eine Gesamt-Rennzeit von knapp 30 Minuten.

Manfred Stromberg,Veranstalter Der Prolog fand bereits am Freitagabend auf einem Wiesenkurs unterhalb der Festung Nauders statt.

Manfred Stromberg,Veranstalter Eines der unzähligen Wurzelfelder von Stage 3.

Manfred Stromberg,Veranstalter Ines Thoma, die schnellste Frau des Wochenendes, unterwegs auf der längsten Wertungsprüfung, Stage 2.

Am Sonntag standen nochmal drei Wertungsprüfungen auf dem Programm. Los ging es mit dem Bunker-Trail von Plamort an den Reschensee – eine ruppig-felsige Downhill-Stage, bei der Sturz- und Defekt-Freiheit vor absolutem Top-Speed gefragt war. Nach dem Anstieg zur Reschener Alm, folgte ein tretintensives Teilstück, das in den technischen Gegenanstiegen entlang des Grünsees schnelle Beine forderte, bevor endlose Wurzelteppiche den Trailfanatikern noch mal ein Grinsen ins müde Gesicht zauberten. Zum Abschluss lieferte die kurze Stage Nummer acht spaßiges Trailsurfen in Richtung Nauders. Für den Sieger Tobias Müller ergab das eine Gesamtzeit von gut 39 Minuten, mit der er den Zweitplatzierten Leopold Köllner genau eineinhalb Minuten distanzierte.

Auch die Team-Wertung fand mit insgesamt fast 125 Startern in den Klassen Herren, Damen und Mixed viele Freunde. Auf dem trockenen Waldboden gab es für den Team-Zweiten oft eine staubversperrte Sicht – aber eben auch den Logenplatz auf die Fahrmanöver des Vordermanns. Trailspaß wie im wahren Leben!

Manfred Stromberg,Veranstalter Unterwegs im rauhen Gelände von Stage 6.

Manfred Stromberg,Veranstalter Stage 6 forderte volle Konzentration - schade, bei der Aussicht.

Ergebnisse


Herren:

  1. Tobias Müller, 39.04 Minunten
  2. Leopold Köllner, 40.34 Minunten
  3. Benjamin Herold, 40.59  Minunten


Damen:

  1. Raphaela Richter, 46.26 Minunten (Ines Thoma fuhr mit 45.15  Minunten die schnellste Zeit, startete aber in der Gäste-Klasse)
  2. Carla Coester, 49.40 Minunten
  3. Irene Schachinger, 53.47 Minunten


Masters:

  1. Ondrej Pavlicek, 44.11 Minunten
  2. Mario Arn, 45.45 Minunten
  3. Christian Winter, 45.58 Minunten


Team:

  1. Votec (Johannes Habel, Frederic Bussieres), 41.56 Minunten
  2. SKM Racing (Nicolas Siedl, Patrick Kontschieder), 42.54 Minunten
  3. Oreissn!!! (Matthias Menzl, Kai Christian) 43.36 Minunten

Manfred Stromberg,Veranstalter Dominator des Wochenendes: Tobias Müller gewann mit der schnellsten Gesamtzeit und einem komfortablen Vorsprung.

Manfred Stromberg,Veranstalter Die 18-jährige Raphaela Richter siegte mit der insgesamt zweitschnellsten Damen-Zeit überlegen in der offenen Frauen-Wertung.

Manfred Stromberg,Veranstalter Mahlzeit! Lecker Kuchen zum Abschluss.

Manfred Stromberg,Veranstalter Entspannte Athmosphäre und bestes Wetter auf dem Event-Gelände.

Themen: 3-Länder-EnduroEnduroNaudersRennenReschenpass


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