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Test 2017: Trailbikes - getunt ab Werk - ohne Preis Limit

Alleskönner: 9 werksgetunte Trailbikes im Vergleich

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 4 Jahren

Kein Preis-Limit, keine Serienvorgabe, einfach nur das Beste vom Besten. In unserem Tuning-Wettkampf durften sich die Hersteller so richtig austoben. Wer baut das beste Trailbike?

Bikes für 65.000 Euro ruhen im Laderaum unseres Transporters. Dabei ist die Kapazität mit neun Bikes nicht mal ausgeschöpft! Auf der Suche nach dem besten Trailbike der Welt ließen sich die Hersteller nicht lumpen.


Diese Trailbikes finden Sie im Test:

  • Bulls Wild Ronin 2 (BIKE-TIPP:  Tuningsieger)
  • Cannondale Habit SE Custom
  • Cube Stereo 140 C:68 SLT 29
  • Radon Skeen Trail Ultimate
  • Rocky Mountain Thunderbolt 790 BC
  • Scott Spark 700 Tuned plus (BIKE-TIPP: Testsieger)
  • Specialized Camber s-Works
  • Transition Scout Carbon V1
  • Yeti SB 5.5

Test 2017: Trailbikes - getunt ab Werk - ohne Preis Limit

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Kein Preis-Limit, keine Serienvorgabe, einfach nur das Beste vom Besten. In unserem Tuning-Wettkampf durften sich die Hersteller so richtig austoben. Wer baut das beste Trailbike? Das Ergebnis dürfte so manchen überraschen!

Es ist ein ganz besonderer Test, den BIKE jedes Jahr auslobt. Der sogenannte Tuning-Test hat mittlerweile schon Tradition und soll frei von Preis- oder Serienvorgaben schlichtweg das optimale Bike für die gefragte Kategorie hervorbringen. Diesmal suchten wir nach dem besten Trailbike. Um es den Herstellern etwas leichter zu machen, gaben wir das Testrevier bereits bei der Einladung bekannt. Das Trailcenter Rabenberg im Erzgebirge. Ein ideales Terrain aus abwechslungsreichen Trails mit reichlich Auf und Ab, um den Testbikes auf den Zahn zu fühlen. Einzige Vorgabe im Kampf um die Trail-Krone: Der Federweg durfte sowohl an Gabel und Hinterbau 140 Millimeter nicht überschreiten. Aus über 20 Bewerbungen wählten wir die spannendsten Konzepte aus. Mit neun Bikes zwischen 4500 und 9000 Euro im Gepäck ging es schließlich los in Richtung tschechische Grenze. Neben bekannten Größen wie Cube, Scott, Specialized oder Cannondale wurde das Testfeld um Kultmarken wie Yeti oder Rocky Mountain und Exoten wie Transition erweitert. Auch Versender Radon, der das günstigste Bike im Test stellte, und die brandneue Trailbike-Plattform von Bulls gaben sich die Ehre. Doch nicht nur die Markenvielfalt sorgte für Spannung, sondern auch die Tatsache, dass alle drei momentan gängigen Laufradgrößen vertreten waren. Fünfmal 29 Zoll, dreimal 27,5 Zoll und einmal 27,5 Plus.

Marius Maasewerd Ist der Trail zu zahm, wird von Hand nachgebessert. Die Stonefield-Sektion walkt Reifen und Fahrwerke geschmeidig. 29 Zoll und Plus lassen hier die wenigsten Sekunden liegen.

Mögen die Spiele beginnen. Wenn eines bei den vergangenen Tuning-Tests sicher war, dann die Tatsache, dass Gewichtsrekorde nur so purzelten. Nur 11,95 Kilo wog das leichteste Enduro in BIKE 7/13 und sogar nur 10,65 Kilo der leichtesten Alleskönner im Jahre 2011. Betrachtet man das diesjährige Testfeld genauer, fallen die Gewichte mit durchschnittlich 12 Kilo ohne Pedale zwar recht ordentlich aus, doch bleiben wir ehrlich: Grammfeilscher versetzt dieser Wert nicht mal im Ansatz in Ekstase. Wieso ist da nicht mehr drin, wird sich der ein oder andere, gemessen an den zum Teil exorbitanten Preisen, fragen. Nun, die Erklärung liegt in der Interpretation des Tuning-Gedankens. Unter Tuning versteht man landläufig Optimierung. Diese kann bei einem Fahrrad das Gewicht beinhalten, die Optik oder eben mehr auf die Funktionalität abzielen.

Alleine Laufrad- und Reifenwahl unserer Testbikes beweisen, dass Funktion und Pannensicherheit eine tragende Rolle in der Zusammenstellung gespielt haben muss. Kein Bike rollt auf schmaleren Reifen als 2,3 Zoll, und auch nahezu alle Felgen besitzen eine Maulweite von mehr als 25 Millimetern. Für unseren Test bedeutete diese Konstellation, dass wir selbst am Hinterrad mit maximal 1,6 bar Reifendruck fahren konnten und über Extra-Grip und Komfort verfügten. Mit nur einem Platten fiel die Pannenstatistik trotz Steinfelder erstaunlich positiv aus. Um dennoch das Gewicht nicht komplett aus den Augen zu verlieren und den Pannenschutz hoch sowie den Rollwiderstand etwas runterzufahren, schwören alle Testkandidaten auf ein Tubeless-Setup an Stelle von Schläuchen. Lediglich Transition verzichtet auf den Handgriff Nummer Eins in der Tuning-Hitparade. Um zu überprüfen, wie viel Potenzial dadurch auf der Strecke bleibt, haben wir seitens des Gewichts aber auch der Laufradträgheit ganz genau hingeschaut. Da das Scout Carbon auf 245 Gramm schweren Schläuchen rollt, würde die Tubeless-Ersparnis immerhin fast 400 Gramm für den kompletten Laufradsatz betragen. Unser Messinstrument zur Bestimmung der Massenträgheit bestätigt das wenig spritzige Gefühl aus der Praxis. Im Originalzustand lassen sich die 27,5-Zoll-Laufräder etwa genauso gut beschleunigen wie manche 29er-Laufräder im Test.

Marius Maasewerd Das Trailcenter Rabenberg diente als Austragungsort für diesen Tuning-Wettkampf. Nach den drei grundverschiedenen Trails Stone Garden, Kyril und Berms & Bumps standen gut 200 Höhenmeter zurück zum Ziel auf dem Programm. 

Auf Platz zwei in der Tuning-Hitparade landet die Optimierung des Cockpits. Sprich: kurzer Vorbau und breiter, nein, sehr breiter Lenker. Wer hätte gedacht, dass wir uns nach jahrelangem "Der Lenker könnte etwas breiter sein"-Predigten auch mal sagen: Es führt kein Weg an der Bügelsäge vorbei. Die durchschnittliche Lenkerbreite von fast 780 Millimetern wäre selbst in einem Enduro-Testfeld vollkommen ausreichend. Cube, Rocky Mountain und Yeti schrauben sogar Bügel von 800 Millimetern und mehr ans Cockpit. Dumm nur, wenn im Falle Yeti die Züge nicht entsprechend lang sind und dadurch die Funktion eingeschränkt wird.

Ebenfalls sehr beliebt unter den Trailbike-Tunern ist Srams neuer 1x12-Eagle-Antrieb mit 500 Prozent Bandbreite. Sieben von neun Herstellern setzen auf den breitbandigen Einfach-Antrieb, der auf unserer Testrunde einen erstklassigen Eindruck hinterließ. Yeti und Rocky verzichten ebenfalls auf einen Umwerfer und vertrauen auf die 11–46er-11fach-Kassette von Shimano.

Marius Maasewerd Breit gefächertes Anforderungsprofil: Ein Trailbike muss so ziemlich alles können. Spielerisch über verwinkelte Trails wieseln, die ein oder andere Landung nach einem Sprung verdauen und selbstverständlich mit Bravour klettern. Durch breite Reifen und Lenker wurde in diesem Testfeld vor allem auf die Bergab-Performance viel Wert gelegt.

Abgesehen von den genannten Modifizierungen fallen die Umbaumaßnahmen in diesem Jahr aber größtenteils sehr verhalten und überschaubar aus. Mit der Begründung: "Unser Top-Modell ist bereits bis ins kleinste Detail optimiert und lässt kaum noch Wünsche offen", halten sich die meisten nah am Serien-Bike. Aus diesem Grund gibt es diesmal auch eine klassische Komplettbike-Bewertung an Stelle einer reinen Rahmenbewertung. In den vergangenen Tests war der Rahmen oftmals das einzige Serienteil am ganzen Bike. Dass es auch in diesem Jahr mit mehr Kreativität geht, beweist Bulls. Obwohl das Wild Ronin in der Serie ausschließlich mit Plus-Bereifung kommt, rollte unser Bike auf 29-Zöllern in die Redaktion, um die Kompatibilität mit anderen Laufradgrößen zu zeigen. Durch den Einsatz von diversen Tune-Anbauteilen bringt das Bulls zudem am wenigsten auf die Waage. Kurioses Tuning-Highlight an diesem Bike ist jedoch das Tune-Kettenblatt, dessen Zähne einzeln per Feile für den Einsatz mit der 12fach-Kette optimiert wurden. Zudem steckt ein Tubeless-Reparatur-Set in den Lenkerenden. Ebenfalls für alle Notfälle präpariert ist das Specialized, das mit serienmäßiger SWAT-Ausstattung für alle Eventualitäten gerüstet ist, auch wenn man keinen Rucksack dabei hat.

Selbst, wenn man für die meisten Bikes in diesem besonderen Test auch besonders tief in die Tasche greifen muss, sollten Sie sich zumindest vom Tuning-Fieber anstecken lassen. Denn optimieren kann man jedes Bike und das selbst für kleines Geld.


FAZIT von Peter Nilges, BIKE Testchef: In diesem besonderen Test gibt es zwei Sieger. Mit dem durchdachtesten Konzept und aufwändigsten Umbau verdient sich das 29er-Bulls Wild Ronin 2 den Tuning-Sieg. Den Gesamtsieg nach der BIKE-Punktetabelle holt jedoch das Scott Spark Plus Tuned, welches eindrucksvoll beweist, dass sich ein Plus Bike keineswegs behäbig oder träge fahren muss und die Vorteile der breiten Reifen dennoch sehr gut ausspielt. Das Rocky Mountain Thunderbolt BC Edition auf 27,5-Zöllern schafft den zweiten Rang. Damit zeigt dieser Test, dass Top-Trailbikes nicht an eine einzige Laufradgröße gebunden sind.

Georg Grieshaber Peter Nilges, BIKE-Testredakteur


Christoph Allwang, BIKE-Testlaborleiter:  Schlauch oder tubeless? Unsere Vergleichsmessungen zwischen Schlauch- und Tubeless-Setups zeigen uns gut zehn Prozent bessere Beschleunigungswerte inklusive einer Gewichtsreduktion von nochmals zehn Prozent. Das Transition, welches mit 245-Gramm-Schläuchen aufgebaut wurde, könnte ohne Schläuche bei der Laufradträgheit einen deutlichen Sprung nach vorne machen.

Marius Maasewerd Prüfung der Massenträgheit der Laufradsätze inklusive Reifen.

Markus Greber BIKE-Laborleiter Christoph Allwang 

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Themen: BullsCannondaleCubeRadonRocky MountainScottSpecializedTestTrailbikeTransistionTuningYeti


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