Stoll Bikes T1 im Langzeit-Test Stoll Bikes T1 im Langzeit-Test Stoll Bikes T1 im Langzeit-Test

Dauertest: Carbon-Fully Stoll Bikes T1

Stoll Bikes T1 im Langzeit-Test

  • Peter Nilges
 • Publiziert vor 2 Jahren

Edel, tadellos verarbeitet und individuell. Kann das in Deutschland gefertigte Stoll T1 im Praxiseinsatz halten, was seine äußeren Reize versprechen?

Dauertest-Laufleistung: 5.790 km | 84.520 hm

Man kann es drehen und wenden wie man will, doch das T1 vom Schweizer Hersteller Stoll übersteigt deutlich das Limit eines reinen Vernunftkaufs. Mit 8540 Euro rangiert das Bike in der S-Works-Liga und muss sich mit den hiesigen Top-Modellen messen lassen. Als Gegenleistung dafür gibt es allerdings keine Stangenware, sondern einen individuell auf die eigenen Bedürfnisse in Deutschland laminierten Rahmen. Der Carbon-Spezialist Bike-Ahead aus der Nähe von Würzburg baut nicht nur den Rahmen, sondern lieferte auch die Laufräder mit breiten Carbon-Felgen. In Kombination mit dem Fox-Fahrwerk, einer Sram XX1-Eagle und soliden Reifen bleibt die Waage bei 11,3 Kilo stehen. Ein exzellenter Wert für ein Trailbike und Garant für besten Vortrieb. Trotz 138 Millimetern Federweg am Heck arbeitet der VPP-Hinterbau zudem sehr ruhig und effizient, was den Griff zur Dämpferplattform nahezu überflüssig macht.

Seit Juli 2017 musste das T1 zeigen, was es kann und wurde auch in den nasskalten Wintermonaten nicht geschont. Der erste ungewöhnliche Zwischenfall trat bereits nach 450 Kilometern auf: An der vorderen Felge stauchte sich das Carbon an der Innenseite ohne Fremdeinwirkung. Kurze Zeit später trat das gleiche Phänomen auch an der hinteren Felge auf. Der Laufradsatz wurde umgehend von Bike Ahead gegen eine verstärkte Version getauscht, die bis dato einwandfrei hält. Häufiges Waschen nach Schlammeinsätzen ruinierten nach 1300 Kilometern das untere Steuerlager. Auch hier sorgte Stoll für Abhilfe und spendierte ein neues Lager sowie eine wirkungsvolle zusätzliche Dichtung. Zwei Monate später drehte sich auch das rechte Tretlager schwer und musste getauscht werden. Ein Gabel-Service nach 2000 Kilometern und ein Kettenwechsel zählten zum üblichen Verschleiß. Der Rahmen samt rostfreien Inox-Kugellagern zeigte sich vom Dauertest jedoch unbeeindruckt.

TUNING


Fahwerks-Upgrade
Für eine feinere Abstimmung der Progression und eine gestraffte Kennlinie wurde eine AWK-Lufteinheit mit zwei Luftkammern nachgerüstet. Bei dem eher kurzen Federweg von 140 Millimetern fällt der Unterschied zu vorher aber gering aus.


Der optimale Griff
Die originalen Silikongriffe mussten auf der Suche nach dem optimalen Griff diversen Schraubgriffen weichen. Ergon GE1, ODI Aaron Gwin 2 und SQlab 70X haben sich im Laufe der Testdauer als Favoriten herauskristallisiert.

Georg Grieshaber AWK-Lufteinheit mit zwei Luftkammern

Georg Grieshaber Suche nach dem optimalen Griff

DEFEKTE | WARTUNG


450 und 1000 km: Felgen Defekt
Aufgrund einer zu hohen Speichenspannung und zu geringem Fasereinsatz stauchten sich die Bike-Ahead-Felgen.


1340 km: Steuersatz fest
Durch einen Wasserschaden lief das untere Lager rau. Eine zusätzliche Dichtung (weiß) sorgte beim Ersatz für Abhilfe.


2500 km: Kette und Kettenblatt
Sram-Eagle-Kette und -Kettenblatt wurden getauscht.


3470 km: minimales Absinken
Für eine hydraulische Stütze zeigte sich die Yep-Uptimizer sehr zuverlässig, musste aber einmal zum Service.

Privatfoto Gestauchte Felgen

Georg Grieshaber Wasserschaden am Steuersatz

Georg Grieshaber Stütze Yep Uptimizer

BEZIEHUNGS-HIGHLIGHT

Bei den Trail-Games in St. Moritz standen erstklassige Trails auf dem Programm. Dabei reichte die Bandbreite von Flow bis hochalpin auf über 3000 Metern Höhe auf dem Piz Nair. Trotz Schnee und teilweise schlammigen Bedingungen machte das Stoll richtig Laune. Einen Defekt gab es bei diesem Einsatz nicht. Noch nicht mal einen Platten, obwohl der Rahmen den idealen Platz für einen Ersatzschlauch im zweigeteilten Oberrohr bietet.

Privatfoto Mitgemacht: Rocky Mountain Trail Games


FAZIT von BIKE-Testleiter Peter Nilges zum Stoll Bikes T1

Das T1 ist ein Alleskönner auf höchstem Niveau. Bis auf die Felgen und den üblichen Verschleiß bei den Anbauteilen konnte der Rahmen auch nach mehreren Tausend Höhenmetern voll überzeugen.


DER TESTER PETER NILGES
40 Jahre / 1,79 m / 69 kg
Fahrerprofil: Ehemaliger Cross-Country-Fahrer mit Trial/Dirt-Background und ausgeprägten Enduro-Neigungen
Lieblingsreviere: Moab, Siegerland, Finale Ligure, Vinschgau

BIKE Magazin Stoll Bikes T1


Leser-Meinungen

"Stolls Rundum-Sorglos-Auslegung des Bikes geht auf. Nicht nur optisch und sportlich super, sondern auch einfach stressfrei." Thomas Bohn, facebook

"Ich fahre ca. 100.000 hm im Jahr, Winter wie Sommer, Hometrails wie alpine Strecken. Bis jetzt hat das Stoll alles ohne Probleme mitgemacht, keine Defekte." Andreas Prokoph, facebook


Technische Daten Stoll Bikes T1


Material / Rahmengr.   Carbon / L
Preis / Gewicht   8540 Euro / 11,3 kg o. Ped.
Federweg (vo. / hi.)   140 mm / 138 mm
Laufradgröße   29 Zoll
Gabel   Fox 34 Float Factory
Dämpfer   Fox Float Factory



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