Transalp Proved

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 11 Jahren

600 Kilometer, 20.000 Höhenmeter – die Jeantex BIKE Transalp bot BIKE-Redakteur Stephan Ottmar perfekte Testbedingungen. Er weiß nun genau, welches Material sich in den Alpen bewährt.


1. Cannondale rz 120 (Modell 2010)

120 Millimeter Federweg passen optimal zu einem Rennen über die Alpen. Das Fahrwerk besitzt genügend Reserven, um die anspruchvollen Abfahrten spielend zu meistern. Auf Anstiegen fällt das Gewicht natürlich auf. 11,6 Kilo wiegt das rz in Standardausstattung ohne Pedale. In der abgebildeten Version kommt es auf 12,3 Kilo, ein akzeptabler Wert für ein 120er All Mountain mit 2,4er Reifen und Remote- Sattelstütze. Für ein Rennen eignet sich das Cannondale wegen seiner sportlichen Sitzposition. Ich fühlte mich gut ins Rad integriert und das rz neigte nicht zum Aufbäumen. Auch auf steilen Rampen verlor das Vorderrad nie den Bodenkontakt. Der feinfühlige Hinterbau sorgte zusammen mit dem dicken Reifen für hervorragende Traktion auf Kies und wurzeligen Bergauf-Passagen. Die Blockierfunktion von Lefty und Dämpfer nutzte ich nur auf Asphaltan stiegen, die Wippneigung hält sich in engen Grenzen. Auf kniffeligen Abfahrten blieb das Bike immer berechen bar. Defekte machten mir keine zu schaffen, allerdings stellten sich an den letzten Tagen im Wiegetritt Knackgeräusche im Hinterbau ein.


2. Formula The One (2010)

Wer in die Hebel der neuen The One greift, kann die Verzögerung hören. Mit lautem Sirren vernichtet die neue Formula Geschwindigkeit. Erstaunlich: Das Geräusch nervt keineswegs – es gibt Sicherheit. Der Biss mit zwei 180er Scheiben war, trotz gegenüber 2009 gesunkenem Gewicht, gewohnt kräftig. Fading oder wandernder Druckpunkt: Fehlanzeige. Lediglich nicht abstellbare Quietschgeräusche bei geringer Geschwindigkeit trübten den Fahrspaß ein wenig.


3. Schwalbe Rocket Ron/Racing Ralph

Die Reifenwahl in 2,4 Zoll Breite erwies sich als hervorragend. Mein Teamkollege und ich bestritten das gesamte Rennen mit zwei bar Reifendruck. Nur ein Plattfuß, dafür immer satter Grip und wenig Rollwiderstand. Selbst auf Schotter machte der Rocket Ron am Vorderrad eine gute Figur. Das volle Abfahrtspotenzial spielten die Reifen dann auf den feuchten Felsen der letzten Trail-Abfahrt vom San Giovanni runter Richtung Gardasee aus.


4. SQ-Lab 611 und 5. Kindshock i900-R


SATTEL: Angepasst auf meinen Allerwertesten habe ich einen 611 schon seit letzter Saison am Bike. Der Dammbereich ist entlastet, weder Taubheitsgefühle noch Scheuerstellen bereiteten mir Probleme. Manko: sehr lange Eingewöhnungszeit.


STÜTZE: Eine vom Lenker aus absenkbare Remote- Sattelstütze ist auf Tour das Nonplusultra. Trotzdem würde ich sie nicht wieder auf ein Transalp- Rennen mitnehmen. Der Grund: zu schwer. In ihrer Funktion war die i900 aber tadellos.


6. VDO Z2 PC-Link

Der Z2 kann viel, aber die Bedienung über die sechs Eingabetasten ist nicht unbedingt selbsterklärend. Das Auslesen von Touren am Computer ist zwar einfach, für eine sinnvolle Analyse fehlt aber ein Höhenmesser. Wer nur die Grundfunktionen (Puls, Geschwindigkeit, Zeit) benutzt, hat einen robusten und zuverlässigen Begleiter, dafür ist der Preis allerdings hoch. Wegen der Lefty-Gabel wanderte der Sensor ans Hinterrad, das funktionierte gut.


7. Helm Lazer O2 XC-Race

Die Weitenverstellung des Lazer funktioniert ganz einfach über ein Rädchen am Hinterkopf. Sie zieht sich großflächig zusammen und sorgt für guten Sitz und angenehme Druckverteilung. Leider flattert das Visier, das bringt Unruhe ins Blickfeld. Die Belüftung sorgte auch bei der 36 Grad Etappe zwischen St. Christina und Sarnthein für erträgliche Temperaturen am Kopf.


8. Trikot Qloom Byron

Beim Qloom-Byron-Trikot folgt die Funktion der Form – praktisch für Racer ist es nicht. Die Trikottasche sitzt unzugänglich auf der Seite, ein Reißverschluss am Hals fehlt. Ist der Stoff einmal nass, trocknet er nur langsam. Dafür fühlt sich der Polyamid- Elastan-Mix sehr angenehm auf der Haut an. Er kühlt bei Hitze sehr gut, und ich mag die Optik.


9. Handschuhe Roeckl Solar

Schön, wenn man trotz Handschuh auf dem Handrücken braun wird – das weiße Netzmaterial des Solar lässt UV-Strahlen durch. Die schicke weiße Optik war natürlich nach drei Tagen Dauereinsatz verloren. Tipp: in Schwarz kaufen. Auf der Innenhand soll ein dickes Gel-Polster vor Druckstellen und tauben Fingern schützen – mir sind sie leider trotzdem eingeschlafen.


10. Hose Adidas (Mavic Vorgänger)

Der gemeine Transalp-Teilnehmer verzichtet aus Gewichtsgründen lieber auf eine flatternde Überhose, ich nicht! Die Adidas ist eng genug geschnitten, dass man auch auf steilen Singletrails nicht am Sattel hängen bleibt und in den Seitentaschen ist ein Power-Gel immer Griffbereit. Nachteile? Okay, das Gewicht. Aber optisch sind die Weiten immer ein Gewinn.


11. Schuhe Gaerne G. Wallaby

Die Gaerne-Schuhe habe ich bereits im Training gefahren, sie passten grund sätzlich gut. Ich hätte mir ein bis zwei Rasten mehr an der Schnalle gewünscht, um den Fuß besser zu fixieren. Auf felsigen Schiebepassagen wären griffigere Stollen praktisch, besonders bei Nässe ist der Halt dürftig. Spritzwasser hält der Wallaby lange vom Fuß fern, trotzdem ist die Belüftung gut.


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Cannondale rz 120

Formula The One

Schwalbe Racing Ralph

SQ-Lab und Kindshock

VDO Z2 PC-Link

Themen: TestTransalp

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