Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL: Modell 2016 gegen 2017

Ludwig Döhl am 17.04.2017

Räder werden nur teurer, aber kaum besser! Von wegen. Der Blick in die Historie des Elements deckt die wichtigsten Entwicklungsstufen der Mountainbike-Industrie auf.

Auch wenn die Unterschiede zwischen den einzelnen Modelljahren oft nur sehr klein ausfallen, liegen Welten zwischen den beiden von uns getesteten Rädern und dem Ur-Element Anno 1996. Wer sich noch an die Verzögerung durch Cantilever-Bremsen erinnern kann, wird uns sicherlich zustimmen. Gott sei Dank haben sich um die Jahrtausendwende einige Ingenieure mit dem Thema Scheibenbremsen intensiv auseinandergesetzt.

Alles Schnee von gestern, das 2016er-Rocky-Element und sein Nachfolger bremsen beide adäquat. Es scheint sogar, als wolle das alte Element den Platz auf dem Thron nicht kampflos aufgeben, denn seine Magura-MT6-Stopper beißen fester zu als die am Nachfolger verbauten Shimano-XT-Bremsen. Generell leidet das Auslaufmodell noch nicht an Altersschwäche. Die Sitzposition ist sportlich angehaucht, die Kennlinien der Federelemente liegen synchron übereinander, und die Geometrie ist stimmig. Auch wenn der Racer schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, rollt er mit erhobenem Haupt und breitem Lenker in dieses Duell. Beim Gewicht kommt das neue Element wiederholt ins Hintertreffen, denn es wiegt 500 Gramm mehr. Dafür hat es sich für den Kampf um die kanadische Krone eine pfiffige Strategie zurechtgelegt. Das 2017er-Element RSL mag durch das höhere Gewicht beim Marathon nicht ganz so glänzen, hat dafür aber einen deutlich breiteren Einsatzbereich. Die Teleskopstütze räumt dem Fahrer in der Abfahrt mehr Bewegungsfreiheit ein, und die dickere 34er-Gabel mit 120 Millimetern Federweg und der verstellbare Hinterbau sorgen für ein vielseitiges Fahrwerk. Mit dem aus Instinct und Thunderbolt bekannten Ride-Nine-System kann sowohl die Geometrie als auch die Hinterbaucharakteristik an persönliche Vorlieben oder unterschiedliche Einsatzzwecke angepasst werden. Der Lenkwinkel flacht von der sportlichsten zur trail-lastigsten Position von 70,3 auf 69,0 Grad ab, das Tretlager sinkt 20 Millimeter tiefer.

Kleiner Nachteil: Auch die Federwege variieren auf unserem Prüfstand zwischen 105 (bei flachem Lenkwinkel) und 120 (bei steilem Lenkwinkel) Millimetern.

Mit diesem Chamäleon-Gen zieht das neue Element RSL punktetechnisch klar an seinem Vorgänger vorbei. Der Einsatzbereich des 2016er-Modells war deutlicher auf Marathon zugespitzt. Mit der neuen Element-Generation stellt Rocky den besseren Allrounder auf die Laufräder, der sich auch auf Touren und Trail-Fahrten pudelwohl fühlt. Aber auch Marathon-Racer dürfen sich 2017 über einen zusätzlichen Flaschenhalter im Rahmendreieck freuen, zuvor hing die zweite Flasche unter Dreckbeschuss am Unterrohr. Wen das Mehrgewicht stört, der kann die Reverb-Stütze gegen ein leichtes, herkömmliches Pendant tauschen. Für Gegner der straffen Einfach-Übersetzung mit 11–42er-Kassette hält Rocky Mountain das Element 970 RSL auch mit einer 2x11-Schaltung parat.

Fazit Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur
Kein Duell war so knapp, wie das der beiden Elements. Am Ende eines langen Testtages überzeugte uns der breitere Einsatzberich des 2017er-Bikes dann aber doch. Die Geometrie- und Hinterbauverstellung machen den Thronfolger anpassungsfähig wie ein Chamäleon. Racer werden auch mit einem Schnäppchen im Schlussverkauf glücklich.

Ludwig Döhl

Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur

Rocky Mountain Element 970 RSL 2016

Test ALT gegen NEU: Vier aktuelle Bikes gegen Vorgänger 2016

Rocky Mountain Element 970 RSL 2016 

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL 2016: MINUS   Beim Marathon ist der zweite Flaschenhalter auf der Langstrecke Pflicht. 2016 hatte dieser nur am verdreckten Unterrohr Platz.

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL 2016: Die Federelemente am 2016er-Modell harmonieren perfekt. Der straffe Charakter passt zum sportlichen Einsatzbereich.

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL 2016: Der geringere Hub an der Gabel lässt den Stack-Wert deutlich schrumpfen und bringt mehr Sattelüberhöhung.

Rocky Mountain Element 970 RSL 2017

Test ALT gegen NEU: Vier aktuelle Bikes gegen Vorgänger 2016

Rocky Mountain Element 970 RSL 2017
 

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL 2017: PLUS  Das Ride-Nine-System ändert nicht nur die Geometrie, sondern auch die Hinterbau-Charakteristik. Der Umbau kann sogar nur mit einem Mini-Tool erledigt werden.

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL 2017: Mit der trail-lastigeren Einstellung hat das Element zwar nur 105 mm Federweg im Heck, die Charakteris­tik mit mehr Druckstufe verbessert aber das Fahrverhalten.

Test ALT gegen NEU: Rocky Mountain Element 970 RSL

Rocky Mountain Element 970 RSL 2017: Wir haben die traillastigste Geometrie abgebildet. In der sportlichen Position wächst der Reach-Wert auf 431 mm, und der Lenkwinkel wird 1,3 Grad steiler.

Testbrief: Rocky Mountain Element 970 RSL 2016

Hersteller/Modell/Jahr Rocky Mountain Element 970 RSL 2016/2016
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos BikeAction Fahrradhandel GmbH, 06106/772560,
www.bikeaction.de
Material/Grössen/Testgrösse Carbon/H: S, M, L, XL, XXL / M
Preis 5.500,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 10,90 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 70,7 °/74,1 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 80,0 mm/585,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.098,0 mm/320,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/96,0 mm, -/98,0 mm
Übersetzung 2-fach
BB Drop/Reach/Stack -44 mm/407 mm/607 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Fox 32 Float 29 100 Fit4/Fox Float DPS Performance Series
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel Race Face Turbine/Shimano XTR/Shimano XT
Bremsanlage/Bremshebel Magura MT-6/Magura MT-6
Laufräder/Reifen Sun Ringle SRC, Stans No Tubes ZTR Crest, Sun Ringle SRC, Stans No Tubes ZTR Crest/Maxxis Ikon 3C Max Speed 2.2, Maxxis Ikon 3C Max Speed 2.2
BIKE Urteil1 sehr gut
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Testbrief: Rocky Mountain Element 970 RSL 2017#

Hersteller/Modell/Jahr Rocky Mountain Element 970 RSL 2017#/2017
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos BikeAction Fahrradhandel GmbH, 06106/772560,
www.bikeaction.de
Material/Grössen/Testgrösse Carbon/H: S, M, L, XL, XXL / M
Preis 5.900,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 11,40 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 69,0 °/74,5 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 70,0 mm/591,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.131,0 mm/310,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/120,0 mm, 105,0 mm/120,0 mm
Übersetzung 1-fach
BB Drop/Reach/Stack -47 mm/415 mm/620 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Fox 34 Float 29 120 Fit4/Fox Float DPS Performance Elite Series
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel Race Face Turbine/Shimano XTR/Shimano XT
Bremsanlage/Bremshebel Shimano XT/Shimano XT
Laufräder/Reifen Sun Ringle SRC, Stans No Tubes ZTR Crest MK3, Sun Ringle SRC, Stans No Tubes ZTR Crest MK3/Maxxis Ikon 3C Max Speed 2.2, Maxxis Ikon 3C Max Speed 2.2
BIKE Urteil1 sehr gut
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. BIKE-Urteile: super (250–205 P.), sehr gut (204,75–170 P.), gut (169,75–140 P.), befriedigend (139,75–100 P.), mit Schwächen, ungenügend.
Ludwig Döhl am 17.04.2017