Lesertest 2013: 29er Fullys um 2500 Euro

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 7 Jahren

Zum Test von acht 29er Fullys mit 100 Millimeter Federweg haben wir drei Leser eingeladen. Damit alle anderen Leser wissen, wie die Drei den Test erlebt haben, gibt es hier neben den Testergebnissen auch die Erfahrungsberichte zum Test-Wochenende in Latsch.

Drei Leser haben uns beim Test der 29er Fullys begleitet. Wir haben sie gebeten, ihre Erfahrungen in Worte zu fassen. Hier sind die Berichte: (Testergebnisse als PDF-Download am Ende des Artikels)


Stefan Bartram (39) aus München erzählt:

Ist es das Bike, was sich so schwer den Berg hochtreten lässt oder meine nachlassende Kondition? Bei dem Anstieg auf der fünften Testrunde mit  5km und 200hm für diesen Tag bin ich mir nicht mehr so sicher. Beim Versuch am Testredakteur dran zu bleiben, hechele ich mir die Lunge aus dem Leib. Es macht schon Sinn, gut, das die Testfahrer bei der BIKE alles aktuelle oder ehemalige Rennfahrer sind und hier gleichbeibend stark hochkommen, schießt es mir durch den Kopf.

Vollbepackt ins Vinschgau.

Seit dem ich bike, wollte ich gerne mal mit der BIKE die neuesten Räder testen. Entspannt in den besten Bike-Regionen bei schönstem Wetter rumfahren und sich eine Meinung bilden, war so meine Idee. In meinen letzen Tagtraum zu dem Thema ploppte der facebook-Aufruf der BIKE an die Leser für den 29er Test. Und ehe ich es mich versehe, sitze ich gemeinsam mit Christoph Listmann (stellv. Chefredakteur), zwei weiteren Lesertestern und acht namhaften 29ern im VW-Bus nach Latsch.

Das Team beim Praxistest

Unterwegs diskutieren wir über Bikes und den Alltag in der Bike Redaktion. Häufig werden die Tests an einem Tag durchgezogen, z.B. abends an den Gardasee, am nächsten Tag testen und am Abend noch zurück. An kurzen Wintertagen sicher  eine Herausforderung. Also doch nicht so entspannt, wie ich dachte. Das Vier-Sterne-Hotel, sei wohl auch eine Ausnahme als Goodie für die Lesertester. Die Arbeit der Redaktion beginnt schon lange vor dem Test mit der Auswahl des Testfeldes. Neben den großen Herstellern werden auch kleinere, individuelle Anbieter eingeladen. Allerdings wollen einige nicht teilnehmen. Zum Bedauern der Bike Redaktion fallen z.T. sehr interessante Hersteller dadurch aus den Tests.

Nach jeder Runde wird am Bus geschrieben, gemessen und Bikes getauscht.

Vor Ort treffen wir den Fotografen und Testfahrer Wolfgang Watzke und besprechen den nächsten Tag. Aufgrund des vielen Schnees muss eine Alternative zur geplanten Teststrecke her, die mit dem Wirt besprochen wird. Der Plan für den Tag: Der Test startet mit fünf der acht Räder. Die Bikes müssen zunächst auf den jeweiligen Tester abgestimmt werden. Optimaler Dämpferdruck nach Angaben des Herstellers und 2,0 Bar Reifendruck in der Klasse. Alle Angaben werden notiert. Dann geht es auf die Testrunde. Der Rundkurs ist sehr abwechslungsreich und beleuchtet alle Aspekte, die ein Bike beherrschen muss. Asphaltauffahrt, Trailpassage steilen Rampen und eine knackige Trail-Abfahrt. Nach jeder Testrunde mit ca. 15 Min. misst und notiert sich jeder den ausgenutzen Federweg am Bike und hält seine Eindrücke im detailierten Fragebogen fest. Dann geht das ganze mit dem nächsten Bike von vorne los. Zwischendurch schießen wir noch ein paar Fotos für den Artikel.

An nächsten Tag regnet es leicht und es ist ziemlich schattig. Aber auch die letzten drei Bikes wollen korrekt beurteilt werden. Bevor der Schneefall einsetzt, sind wir zum Glück fertig. Die Bikes haben allerdings noch den Labor-Test vor sich, bevor sie dann an die Hersteller zurückgesendet werden.

Am Ende des zweiten Tages resümmieren wir unsere Eindrücke und legen uns jeder auf seine top drei  Räder fest. Erstaunlicherweise liegen wir drei Hobby-Fahrer gar nicht so weit von dem entfernt, was die Profis denken.

Für mich steht nach diesem Wochenende fest, professioneller kann man aus meiner Sicht Bike Tests nicht durchführen. Die Bikes, die hier gut beurteilt werden, reichen für meine Anforderungen als Hobby-Fahrer mehr als aus. Das Wochenende hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe den Einblick in die Arbeit der BIKE sehr genossen. Vielen Dank dafür!


George Portz (47) aus Köln berichtet:

Erst einmal möchte ich mich bei dem Bike Team sowie bei dem Hotel Jagdhof in Latsch für ein Perfektes Wochenende bedanken! Die Unterbringung war vom Feinsten und es hat an nichts gefehlt.

Egal welche fragen wir an das BIKE-Team hatten, sie wurden immer offen und ehrlich beantwortet. Für mich als Flachland-Tiroler war es meine erste Erfahrung  in den Alpen sowie der erste Test von 29" Fullys.

Redakteur Listmann (links) im Gespräch mit den Lesern Bartram und Knestel

Zwei Fragen haben sich kurz vor Fahrtantritt bei mir breit gemacht: Wird meine körperliche Verfassung ausreichend genug sein um die Anstiege in den Alpen zu schaffen? Und wie wird wohl das Material der Bikes beansprucht werden?

Zum Ersten sei gesagt, wer erstmalig einen Bike Urlaub in den Alpen plant sollte vorher gut trainiert sein, sonst wird aus Biker Lust ganz schnell Biker Frust!

Auch das Material der Bikes, insbesondere die Bremsen, sollten vor Urlaubsantritt mit frischen Bremsbelägen ausgestattet werden. Auch sei noch erwähnt, dass auf eine ausreichend große Bremsscheibe an Front und Heck zu achten ist. Was im Bergischen und vielleicht auch noch im Mittelgebirge funktioniert, kommt in den Alpen ganz schnell an seine Grenzen. Bei Fahrern ab ca. 75 kg sollte hinten schon etwas mit 180 mm montiert sein und eine 200 mm Scheibe vorne kann auch nicht schaden.

Zu den Bikes selber möchte ich jetzt nichts sagen, das könnt ihr dann in der nächsten Bike Ausgabe  lesen. Aber soviel sei gesagt, mein 26"  Hardtail wird in Zukunft durch ein 29" ersetzt werden.

Mein Fazit aus dem Testwochenende: Das Testen soll man den Profis überlassen, da sie mit einer viel größeren Wiederholgenauigkeit die Bikes über die Trails fahren können!

Gruß, George


Bernd Knestel (47) aus Kempten hat es auch gut gefallen:

Prolog:

Im Internet wurde ich auf den Seiten der BIKE auf eine Lesertestfahrt aufmerksam. Neugierig geworden – Termin gecheckt – beworben – ausgewählt – los ging’s.

Am Anfahrtstag erfolgte nach dem gemeinsamen Abendessen im Hotel vom BIKE-Testleiter Christoph eine Instruktion wie die folgenden zwei Tage ablaufen. Ziel sei es, die Fahrräder unter größtmöglicher analytischer Betrachtung zu bewerten.

Das „Making of“ des Aufmachers, zu sehen in BIKE 6/13.

Testtage:

Zuerst wurden wir umfangreich in die gründliche Set-Up-Einstellung unterwiesen. Trotzdem, dass wir alle drei Lesertester selbst Fullys fahren,

waren da neue Erkenntnisse dabei.

Vor jeder Testrunde stellten wir Luftkammern und Druckstufe an Gabel und Dämpfer genauestens ein. Diese Daten wurden auf eigenen Testblättern festgehalten.

Die Testrunde selbst war wie folgt:

1/3 der Strecke Uphill auf Teer, 1/3 der Strecke auf sanft flowig verlaufenden Trails mit kurzen Anstiegen und das restliche Drittel Downhill auf wechselnden Verhältnissen überwiegend auf Trails (von leicht bis fordernd, mit Absätzen, Wurzelteppichen), Schotter und Teer. Die Runde entsprach aus meiner Sicht den Anforderungen denen ein Marathon-Rad genügen muss.

Die Runde war von Ihrer zeitlichen Länge so gewählt, dass man einerseits genügend Eindrücke sammeln konnte, andererseits aber mit jedem neuen Rad konzentriert und mit voller Kondition den Test durchführte.

Im Anschluss an die Testrunde wurde der ausgenutzte Federweg an Gabel und Dämpfer festgehalten und das umfangreiche Testblatt hinsichtlich der Eindrücke im Uphill und Downhill als auch sämtlicher Komponenten ausgefüllt.

Epilog: Was gewann ich für Erkenntnisse ?

Das 29er-Erlebnis kann ich bestätigen. Die größeren Räder rollen einfacher über die Hindernisse. Der Adrenalinausstoß wäre bei meinem eigenen 26er an bestimmten Stellen höher gewesen. Sie laufen gefühlt auch auf Teer im Ebenen schneller. Mein nächstes Bike wird ein 29er.

Der Charakter der Fahrräder ist auch in gleichen "Klassen" unterschiedlich. Die Frage ob ich ein verdammt schnelles Uphillrad wähle, das damit aber im Downhill mehr Einsatz verlangt oder genau umgekehrt muss ich selbst entscheiden.

Fahrradtesten hat wenig von entspanntem, genüsslichen Radeln oder gar Romantik.

Ausladen, einladen – immer das gleiche Spiel bei einem Bike-Test.

Aufgrund der Tatsache, dass man Hinterher alles dokumentieren muss, beschäftigt man sich während der Runde intensiv mit dem Rad und probiert an den entsprechenden Streckenabschnitten immer das gleiche aus. Bsp. gleiche Passage immer im Wiegetritt, Vollgas in entsprechender Kurve etc.

Man trägt ja die Verantwortung der objektiven Vergleichbarkeit.

Grüße, Bernd


Die Testergebnisse dieser 29er Marathon Fullys und die ausführliche Punktetabelle zum Test finden Sie als PDF-Download unten:
• BMC Fourstroke FS03 29er
• Bulls Wild Flow 2
• Canyon Nerve AL 9.9 29
• Centurion Numinis Ultimate 2.29
• Giant Anthem X 29er 1
• KTM Phinx 2.29
• Merida Big Ninety-Nine XT-M
• Specialized Epic FSR Comp 29

Schlagwörter: 29 Zoll BIKE 6/2013 Marathon Fully Test Vergleichstest

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