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Specialized Epic S-Works 29 2012 Specialized Epic S-Works 29 2012
Marathon

Dauertest: Specialized Epic S-Works 29

Christoph Listmann am 12.10.2012

Während es sonst von Worldcup-Mechanikern Q-Tip gepflegt wird, ging das Specialized Epic S-Works 29 bei Redakteur Listmann durch die Hölle. Es hat die Folter ausgezeichnet überlebt.

Dauertest-Leistung: 2.756 Kilometer, ca. 35.000 Höhenmeter bergab

Was hat dieses Bike alles über sich ergehen lassen müssen. Messfahrten mit Data-Recording, 24-Stunden-Rennen, Gondel-Wochenenden mit 4500 Bergab-Höhenmetern pro Tag. Mit schnellen, schmalen Reifen nutzte ich es als Rennrad-Ersatz auf dem Weg zur Arbeit, mit kernigem Profil ging ich Enduros jagen – erstaunlich, was im Fahrwerk steckt, das eher für den CC-Worldcup konstruiert wurde. Ich schraubte im Testzeitraum alle neuen 29er-Komponenten dran, die probiert werden mussten (u. a. drei verschiedene Gabeln, auf die Teleskop-Stütze wollte ich dann nicht mehr verzichten). Außerdem ertrug das sündteure Epic viele verschiedene Fahrer. Jedem, der erleben wollte, wie ein 29er fährt, habe ich das Epic unter den Hintern geklemmt: "Hier, probier’ selbst!" Die Behandlung war entsprechend lieblos: schnell mit dem Hochdruckreiniger drüber, Fahrerwechsel. Schlechter ergeht es auch einem Billig-Mietwagen nicht. Niemand, der 7200 Euro abgedrückt hat, würde sein Bike so behandeln. Erstaunlich, dass als einzige Kriegsverletzung ein eingelaufenes Innenlager bleibt – hier müssen neue Lager rein. Außerdem machten die Leichtbaubremsen mehrfach Mucken. Die Skepsis gegenüber den superleichten Carbon-Laufrädern war unbegründet. Sie steckten alle Misshandlungen weg und laufen rund wie am ersten Tag. Nach diversen Reifenwechseln blieb ich den Onza Canis treu: griffig auch bei Nässe und Fels, pannensicher und vor allem mit geringem Verschleiß.

Fazit: Zur Markteinführung 2011 war es konkurrenzlos das beste, schnellste 29er-Fully. Der Einsatzbereich ist durch die großen Laufräder trotz des geringen Federwegs gigantisch. Ein Bike, an dem man überall und lange Freude hat.

Defekte / Veränderungen:
1. Teleskop-Stütze montiert – 150 km: Specialized Command Post erleichtert das Leben. Nicht mehr wegzudenken.
2. Innenlager eingelaufen – 670 km: Lager mehrmals wieder gängig gemacht
3. Gabel zu Testzwecken gewechselt – 1100 km: auf SID XX umgebaut, später eine Fox 32 F100 Terralogic montiert.

Specialized Epic S-Works 2012

Das Epic S-Works in Aktion mit BIKE-Testchef Christoph Listmann

Specialized Epic S-Works 2012 Federweg

Am Fahrwerk gab es nichts auszusetzen, den Federweg nutzt man voll.

Specialized Epic S-Works 2012 Kettenstrebe

Die linke Kettenstrebe ist stumpf vom Schuhkontakt.

Christoph Listmann

Christoph Listmann (38), Bike-Testleiter: Fährt Bike seit 1989; Gewicht 78,5 kg; Größe 1,92 m; Fahrertyp All Mountain/Marathon; Lieblingsrevier Sölden/Ötztal

Testbrief: Specialized S-Works Epic 29er

Hersteller/Modell/Jahr Specialized S-Works Epic 29er/2011
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos Specialized Germany GmbHMarketing Office,
www.specialized.com
Material/Grössen/Testgrösse Carbon/H: S, M, L, XL / L
Preis / Preis (Rahmen) 7.199,00 Euro / 3.199,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 10,30 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 70,2 °/74,0 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 100,0 mm/617,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.143,0 mm/330,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/101,0 mm, -/100,0 mm
Übersetzung 2-fach
BB Drop/Reach/Stack -37 mm/438 mm/614 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Rock Shox/Specialized Reba S29 Brain/Fox/Specialized Furture Shock, Mini Brain mit Brain Fade
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel Specialized FACT IS S-Works/SRAM XX/SRAM XX
Bremsanlage/Bremshebel Avid XX World Cup/Avid XX World Cup
Laufräder/Reifen Roval Carbon 29er/Specialized Renegade 1,95, Specialized Renegade 1,95
BIKE Urteil1 -
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.
Christoph Listmann am 12.10.2012