Dauertest: Orbea Occam 29 H30

Günstig und robust: Das Fully Orbea Occam im Dauertest

  • Florian Carda
 • Publiziert vor 7 Jahren

Das Orbea Occam 29 H30 musste während des Dauertests leiden. Das Marathon-Fully bekam zu spüren, wie lang und hartnäckig deutsche Winter sein können. So bestritt das 2300-Euro-Fully die Prüfung.


Dauertest-Leistung: 9.035 km | 92.400 hm

Nachdem ich das Fox-Fahrwerk mithilfe der Fox-iPhone-App eingestellt hatte, startete ich in die nasskalten Monate. Bei der ersten Ausfahrt folgte die Ernüchterung: Da der Laufradsatz viel zu weich eingespeicht war, fuhr sich das Orbea mit dem weichen Rahmen in schnellen Downhills sehr schwammig. Dazu keuchte ich bei jedem Anstieg aus ganzen Lungen. Die 13,35 Kilo des Occam verlangen einiges an Muskelkraft. Die ersten 3500 Kilometer spulte ich im Winter ab – egal bei welchem Wetter. Anfangs zickte immer mal wieder der Umwerfer. Wie sich herausstellte, lag es daran, dass bei der Montage des Innenlagers ein Distanzring vergessen wurde und deshalb die Kurbel Spiel hatte. Als es auf das Ende des Winters zuging, wechselte ich einige Verschleißteile wie Kette, Tretlager und Reifen. Dabei stieg ich auf Continentals X-King 2,2 um, da mir die von Werk aus montierten Geax Aka bei nassem Geläuf zu wenig Grip boten.

Im Frühjahr ging es ins Gebirge. Dabei funktionierte das Occam-29er immer absolut zuverlässig: Der Hinterbau und die Gabel bügelten alles nieder. Die Schaltung (ein Mix aus SLX, Deore und gruppenungebundenen Teilen) machte bis zum Ende keinen Mucks – und das ohne Zugwechsel. Die Deore-Stopper verzögerten tadellos, wobei der letzte Biss fehlte. So fuhr ich noch bis in den Herbst hinein, bis irgendwann mehr als 9000 Kilometer auf dem Tacho standen. Ich fühlte mich immer wohl auf dem Occam. Einzig das hohe Gesamtgewicht und die schweren Laufräder brachten mich bei langen Kletterpassagen zum Fluchen.


Fazit: In der gefahrenen Ausstattung ist das Occam-29er sicher keine Rennfeile. Wenn man sich aber im Orbea-Baukastensystem einen leichteren Laufradsatz gönnt, erhält man ein robustes Allround-Fully, das einen nicht im Stich lässt.


Funktionalität ****
Haltbarkeit *****

(max. 6 Sterne)

Der Lenker mit 670 Millimetern Spannweite war für das schwere 29er-Fully zu schmal. 

Kleine Ursache, große Wirkung: Nachdem wochenlang Schaltprobleme nervten, stellte sich heraus, dass dem Innenlager ein Distanzring fehlte.

Rider: Florian Carda (32), BIKE-Schrauber & Shop-Besitzer. Fährt Bike seit 2000; Gewicht/Größe 68 kg/1,81 m; Fahrertyp Marathon/Tour: Lieblingsrevier Bayerische Voralpen


Test: Orbea Occam 29 H30

Hersteller/Modell/Jahr
Orbea Occam 29 H30 / 2013
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Orbea, S. Coop., Ltda., 01805 1230021, www.orbea.com
Material/Grössen/Testgrösse
Alu / H: 16,5, 18,5, 20,5 / 18,5 "
Preis
2299.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
13350.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
70.00
Vorbau-/Oberrohrlänge
90.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1130.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/100, -/105
Übersetzung
3
BB Drop/Reach/Stack
-49.00/432.00/620.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 32 Float 100 CTD/Fox Float CTD
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Shimano FC-M552/Shimano SLX/Shimano SLX
Bremsanlage/Bremshebel
Shimano Deore/Shimano Deore
Laufräder/Reifen
- Shimano HB-M475 Mavic TN 119 Shimano FH-475 Mavic TN 119/Geax AKA XC 2.20 Geax AKA XC 2.20
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: DauertestOccamOrbea


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