Dauertest-Report: Race-Hardtail Orbea Alma M10 Dauertest-Report: Race-Hardtail Orbea Alma M10 Dauertest-Report: Race-Hardtail Orbea Alma M10

Test: Orbea Alma M10

Dauertest-Report: Race-Hardtail Orbea Alma M10

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 7 Jahren

Durch die Erfolge von Julien Absalon gelangten die Racefeilen von Orbea zu Weltruhm. Wir jagen derzeit ihr aktuelles Worldcup-Hardtail – das Alma M10 – im Dauertest über die Trails.

Bis 2012 fuhr Seriensieger Julien Absalon für Orbea. Fast ausschließlich auf 26-Zoll-Hardtails. Bekanntermaßen sträubte sich der Franzose lange Zeit gegen die 29er-Welle. Deshalb dauerte es relativ lange, bis die Basken von Orbea ihren Hardtail-Klassiker, das Alma, in einer breiten 29er-Palette in die Läden rollten. Für das Jahr 2015 bieten die Spanier ganze 10 Modelle des Alma an. Dabei gibt es die S-Rahmen nur in 27,5 Zoll, die Größen M und und L in beiden Laufradgrößen und die XL-Variante ausschließlich als 29er. Wir sind seit April dieses Jahres mit der 29er-Version des Alma M10 unterwegs. Im Dauertest, um den Rahmen und die Komponenten über ein ganzes Jahr lang hart herzunehmen und auf ihre Zuverlässigkeit zu überprüfen: über Trails, staubige Schotterpisten, bei Regen, durch Matsch, in den Alpen und auf unseren Hometrails rund um die Redaktion.

Stefan Loibl Das Orbea Alma M10 auf seiner Hausrunde auf den Isartrails.

Technische Daten und Gewichte zum Orbea Alma M10

Preis

4499 Euro

Rahmen

Monocoque Carbon-Rahmen, konifiziertes Steuerrohr, PF92 Pressfit-Tretlager, Di2-kompatibel, Größe L

Federgabel

Fox 32 FIT CTD QR15 mit Lenkerfernbedienung und 100 mm Federweg

Schaltung

XTR Shadow Schaltwerk mit XT-Kurbel, -Umwerfer, -Schalthebel

Übersetzung

2x10 Gänge; 38/24 mit 11-36er-Kassette

Laufräder

Shimano Deore XT-Systemlaufräder

Anbauteile

FSA SL-K Carbon

Gesamtgewicht    

10,3 kg (ohne Pedale)

Laufrad-Gewicht

4335 Gramm

Tuning für eine bessere Beschleunigung

Bei seinen ersten Einsätzen zirkelte ich das Alma über die Isartrails. Das verwurzelte Auf und Ab sollte beim Finden der perfekten Sitzposition helfen und die ersten Schwachstellen offenlegen. Im Vergleich zu meinem Merida Big.Nine beschleunigte das Alma deutlich träger. Man muss beim Alma M10 schon einige Male im Wiegetritt kräftig in die Pedale treten, um richtig Fahrt aufzunehmen. Als Teilchen-Entschleuniger machte ich schnell die XT-Laufräder aus. Nach dem ersten Platten rüstete ich deshalb auf Latexmilch um. Das sparte mir gut 100 Gramm pro Laufrad, denn von Werk waren 166 Gramm-Schläuche montiert. Auch die schweren, robusten Geax Aka-Pneus wechselte ich bald gegen eine etwas unhomogene Kombi aus Thunder Burt (hinten) und Specialized Purgatory 2.3.

Auch auf die Watt-Messung wollte ich auf meinen Trainingsrunden nicht mehr verzichten. Deshalb musste ein Powermeter her. Ich entschied mich für ein neues Modell von Stages, das die Leistung lediglich über den linken Kurbelarm misst. Die Montage ist kinderleicht, denn man muss nur den linken Kurbelarm austauschen. Auch aufs Gewicht drückt der Powermeter nicht: Ganze 11 Gramm wiegt die XT-Version des Stages-Powermeters mehr als die Standard-XT-Kurbel.

Vom Karwendel bis zum 100-Kilometer-Abenteuer

Knapp 1800 Kilometer dürfte das Alma nach sechs Monaten nun auf der Kette haben. Die längeren Ausfahrten und Runden habe ich per GPS aufgezeichnet (siehe Strava-Aufzeichnung unten), aber unzählige Mittagsrunden und Pendlerfahrten eben nicht. Doch dabei ist das Orbea Alma in dem halben Jahr schon viel herumgekommen: Ich habe es rund um Willingen/Hochsauerland über die Enduro-Strecken der Specialized Sram Enduro Series gepeitscht, war mit ihm im Bayerischen Wald rund um den Großen Arber unterwegs, habe es als Zustiegs-Hilfe bei Bergtouren im Karwendel benutzt und bin damit von München 100 Kilometer in meine niederbayerische Heimat gejagt. Am wohlsten fühlt sich das Alma aber auf schnellen, nicht allzu verwinkelten Trails. Denn besonders wendig ist die Geometrie trotz seines 70,8 Grad steilen Lenkwinkels nicht. Dafür punktet es mit Laufruhe und bockt selbst bei steilsten Rampen nicht auf. An Steifigkeit im Tretlager- und Lenkkopfbereich mangelt es dem Worldcup-Rahmen auch nicht.

Stefan Loibl Am Gipfel des Silberbergs in Bodenmais im Bayerischern Wald.

Wie das Pfeifen eines Tinnitus

Schwerwiegende Defekte hatte ich am Alma noch keine. Klar, die Schaltzüge flutschen nicht mehr so kinderleicht durch die Hülsen wie am ersten Tag. Auch die Kette braucht nach Matsch-Einsätzen immer mehr Pflege und Ölung. Aber sonst streubt sich das Race-Hardtail tapfer gegen Verschleiß-Erscheinungen.

Meine Touren mit dem Orbea Alma M10

8 Bilder

Nur eine Wundstelle bereitet mir seit Testbeginn Kopfzerbrechen: die Formula R1-Stopper. Im Neuzustand war so viel Flüssigkeit in den Leitungen, dass man die Hebel nur antippen brauchte, um zu bremsen. Doch dagegen half ein Aderlass am Hebel. Aber das Gequietsche, Pfeifen, Rattern und Gejaule habe ich der R1 bis heute nicht austreiben können. So muss sich also ein Tinnitus anhören, denke ich immer wieder, wenn ich kräftig in die Eisen steige. Trotz kräftigem Einbremsen und mittlerweile einigermaßen abgefahrenen Belägen gibt die Bremse immer noch diesselben nervigen Geräusche von sich wie zu Beginn des Dauertests.


Test: Orbea Alma M10

Hersteller/Modell/Jahr
Orbea Alma M10 / 2014
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Orbea, S. Coop., Ltda., 01805 1230021, www.orbea.com
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: S, M, L, XL / L
Preis
4299.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
10300.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
70.80
Vorbau-/Oberrohrlänge
90.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1106.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/100, -/-
Übersetzung
2
BB Drop/Reach/Stack
-59.00/430.00/622.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Fox 32 Float 29 100 Fit CTD/- -
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Shimano XT/Shimano XTR/Shimano XT
Bremsanlage/Bremshebel
Formula R1/Formula R1
Laufräder/Reifen
Shimano Deore XT - - - -/Geax AKA 29 2,2 Geax AKA 29 2,2
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: 29 ZollAlmaDauertestDefekteHardtailOrbeaProblemeTest


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Eurobike-Neuheiten 2015: Orbea

    29.08.2014Oiz heißt die neue Marathonwaffe der Spanier, die bei Racern Begehrlichkeiten wecken soll. Nur 1650 Gramm Rahmengewicht und durchdachte Details sprechen für sich.

  • Orbea Alma 29 S30

    19.12.2012Das Orbea Alma ist ein extravagantes, polarisierendes 29er mit vielen Custom-Optionen; der Rahmen ist wenig steif.

  • Orbea Alma G Team

    20.12.2009Durch die im Vergleich etwas einfachere Ausstattung, hat das Alma G Team leichtes Übergewicht und positioniert sich dadurch in der Verfolgergruppe.

  • Einzeltest 2020: MTB-Reifen Kenda Pinner Pro ATC
    Aaron Gwins Pneus: Kenda Pinner Pro ATC

    24.12.2020Durch die Kurven fräsen wie Aaron Gwin? Klar, wollte ich schon immer. Mit Gwins neuem Signature-Reifen sollte das ja wohl klappen.

  • Test 2014: Rose Mr. Ride 2

    21.07.2014Aufsteigen, antreten und sportlich durchs Gelände rasen. Das leichtfüßige Mr. Ride ist gewappnet für den Marathon-Einsatz, gerne auch im ersten Startblock.

  • Test 2015: Einsteiger-Mountainbikes um 1000 Euro
    Einsteiger-Bikes: Die besten Mountainbikes um 1000 Euro

    30.01.2015In keiner Preisklasse wird schärfer kalkuliert, nirgendwo ist die Konkurrenz größer. Wir haben neun Einsteiger-Mountainbikes vom Versender und Fachhändler gegeneinander getestet.

  • Bikepark-Test: Wagrain (Österreich)
    Bikepark Wagrain im großen Vergleichstest

    05.01.2016Wagrain ist ein kleiner Bikepark im Salzburgerland. Der Park liegt nahe der Autobahn und ist damit gut zu erreichen.

  • Orbea Alma 29 S30

    19.12.2012Das Orbea Alma ist ein extravagantes, polarisierendes 29er mit vielen Custom-Optionen; der Rahmen ist wenig steif.

  • Test 2014: Liteville 301 MK 11
    Dauertest: Liteville 301 MK11

    16.09.20142013 holte sich das 301 den Sieg in unserem Tuning-Contest. Besteht das Leichtgewicht auch im derben Dauereinsatz?

  • Test 2017 – Trail-Hardtails: Ghost Asket 8 AL
    Ghost Asket 8 AL im Test

    16.11.2017Das Ghost liegt eigentlich 400 Euro unter unserer Preisgrenze. Doch was die Waldsassener mit dem Asket auf die Reifen stellen, beeindruckt von der ersten Pedalumdrehung an.

  • Kurztest 2021: selbsttönende Brille Scott Prosp. Light Sens.
    Robocop: Goggle Scott Prospect Light Sensitive

    02.04.2021Eine Goggle mit lichtsensitiver Scheibe in bösem Darth-Vader-Schwarz? Musste ich ausprobieren!

  • Bikepark-Test: Lenzerheide (Schweiz)
    Bikepark Lenzerheide im großen Vergleichstest

    25.12.2015Frisch renoviert: Der Bikepark Lenzerheide hat viel Geld in neue Strecken gepumpt. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat.