Merida Big Nine Team: Modell 2016 gegen 2017 Merida Big Nine Team: Modell 2016 gegen 2017 Merida Big Nine Team: Modell 2016 gegen 2017

Test ALT gegen NEU: Merida Big Nine Team

Merida Big Nine Team: Modell 2016 gegen 2017

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 5 Jahren

Merida Big.Nine, das steht sozusagen als Synonym für den Cross-Country-Rennsport. Nun jedoch musste ein neuer Rahmen für das Bike entwickelt werden.

Unzählige Male wurde dieses Carbon-Hardtail von José Antonio Hermida, Gunn-Rita Dahle Flesjå und dem Rest des Merida-Werksteams über die Rennstrecken dieser Welt gejagt. Der Produkt-Lebenszyklus des alten Carbon-Rahmens war dabei mit fünf Jahren erstaunlich lange. Zuletzt war aber vor allem das Rahmengewicht von 1341 Gramm nicht mehr zeitgemäß. Die logische Konsequenz: Ein neuer Rahmen musste her.

Das 2017er-Kohlefaser-Chassis verzichtet auf sämtliche Alu-Einlagen an Tretlager und Bremsaufnahme, in der Team-Version fällt sogar die Montagemöglichkeit für den Umwerfer weg, um Gewicht zu sparen. Das Ergebnis der konsequenten Diät kann sich sehen lassen. Federleichte 878 Gramm bringt der Rahmen auf die Waage. Das 2017er-Komplett-Bike ist sogar ein ganzes Kilo leichter als sein Vorgänger. Neben dem Rahmen sparen vor allem eine neue Gabel, Bremsen und Laufräder das restliche Gewicht ein. Auf unserer Testrunde giert das 8,55 Kilo leichte Hardtail nach jedem Höhenmeter. Auch das 2016er-Modell lässt sich angenehm bergauf treten, aber mit der Zwölffach-Schaltung hält sein Thronfolger einfach einen leichteren Gang für steile Anstiege parat. Die Sitzposition fällt beim neuen Modell deutlich sportlicher aus, denn der Reach wächst um satte 23 Millimeter. Allerdings wird der längere Hauptrahmen durch einen etwas kürzeren Vorbau zum Teil kompensiert. Überhaupt verbessert das neue Cockpit das Handling des Big.Nines ungemein, denn auch der Lenker wird 20 Millimeter breiter. Extrem direkt und wendig steuert die Race-Feile so über die Trails. Die kurzen Kettenstreben laden zum Drift durch die Kurven oder zur Fahrt auf dem Hinterrad ein. Auf der Testrunde können wir uns nicht daran erinnern, wann Hardtail-Fahren zuletzt so viel Spaß gemacht hat. Nicht, dass uns das 2016er-Modell die Lust am Mountainbiken verdorben hätte, aber sein Nachfolger ist einfach in allen Bereichen konsequenter umgesetzt. Weder bergauf, noch bergab zwingt einen das 2017er-Big.Nine Kompromisse auf. Selbst die 30,9 Millimeter dicke Sattelstütze bietet dank flachem kobra­artigen Kopf mehr Komfort als die alte 27,2-Millimeter-Variante und kann sogar durch eine gängige Teleskopstütze ersetzt werden.

Dennoch, eine kleine Träne rollt uns auch beim neuen Big.Nine über die Backe. Mit Rock Shox’ neuer Sid-Gabel müssen wir vom über die Jahre lieb gewonnenen X-Lock-Hebel Abschied nehmen. Der hydraulische Lockout-Knopf mit Kugelschreibermechanismus war bei seiner Einführung vor Jahren zukunftsweisend, stets leicht zu bedienen und konnte dezent mit Sram-Brems- oder Schalthebel kombiniert werden. Das neue Lockout funktioniert wieder mit einem Schaltzug, wirkt etwas plump und bleibt manchmal hängen. Dafür hat die Gabel jetzt eine separat einstellbare Druckstufe. Auch die neuen Sram-Level-Bremsen beißen nicht ganz so fest zu wie die Guides mit ihren vier Kolben am alten Big.Nine.


Fazit Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur
Wer hätte gedacht, dass uns ausgerechnet ein neues Hardtail so vom Hocker haut. Eine Spezies, von der man glaubte, sie sei längst ausgereift. Merida stellt mit dem neuen Big.Nine einen Racer auf die Beine, der auch auf normalen Touren verdammt viel Spaß macht. Der Preisunterschied von über 1000 Euro macht aber auch das Auslaufmodell attraktiv.

Ronny Kiaulehn Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur


Merida Big.Nine Team 2016

Georg Grieshaber Merida Big.Nine Team 2016 

Georg Grieshaber Merida Big Nine Team 2016: PLUS   Über die Jahre haben wir den X-Lock Dank seiner geringen Bedienkräfte liebgewonnen. Auch wenn er manchmal entlüftet werden musste.

BIKE Magazin Merida Big Nine Team 2016: Die alte Sid-Gabel spricht extrem sensibel an und gibt den Federweg linear bis zum Schluss frei. 

BIKE Magazin Merida Big Nine Team 2016: Dank geringerem Reach und kürzerem Oberrohr ist die alte Sitzposition etwas komfortabler als die des 2017er-Bikes.


Merida Big.Nine Team 2017

Georg Grieshaber Merida Big.Nine Team 2017  

Georg Grieshaber Merida Big Nine Team 2017: MINUS   Der neue Lockout-Hebel wirkt etwas plumper, auch die Level-Bremsen mit nur zwei Bremskolben verzögern etwas schlechter. 

BIKE Magazin Merida Big Nine Team 2017: Die neueste Cross-Country-Gabel von Rock Shox ist generell etwas straffer und bietet gegen Ende des Federwegs eine angenehme Progression.

BIKE Magazin Merida Big Nine Team 2017: Der längere Hauptrahmen macht die Sitzposition etwas sportlicher, die kürzeren Kettenstreben das Fahrverhalten verspielter und direkter.


Test: Merida Big.Nine Team 2017

Hersteller/Modell/Jahr
Merida Big.Nine Team 2017 / 2017
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Merida & Centurion Germany GmbH, 07159/9459-600, www.merida.de
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: 15, 17, 19, 21, 23 / 19
Preis
5999.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
8550.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
70.40
Vorbau-/Oberrohrlänge
80.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1120.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/100, -/-
Übersetzung
1
BB Drop/Reach/Stack
-67.00/441.00/633.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox SID World Cup 29/- -
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
SRAM XX1 Eagle/SRAM XX1/SRAM XX1
Bremsanlage/Bremshebel
SRAM Level Ultimate/SRAM Level Ultimate
Laufräder/Reifen
Fulcrum Red Passion - - - -/Maxxis Ikon 3C Max Speed 2,2 Maxxis Ikon 3C Max Speed 2,2
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. BIKE-Urteile: super (250–205 P.), sehr gut (204,75–170 P.), gut (169,75–140 P.), befriedigend (139,75–100 P.), mit Schwächen, ungenügend.
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