Test 2015: Sram Rise XX & Rockshox RS-1

Erster Test: Sram Rise XX und Rockshox RS-1-Gabel

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 6 Jahren

Sram Rise XX und Rockshox RS-1 – zwei High-End-Bauteile, die man in freier Wildbahn selten antrifft. Wir haben die Carbon-Neuheiten sofort an ein Scott Scale 900 geschraubt – hier der Fahrbericht!


Teil 1 von 2

Teil 1: Sram Rise XX und Rockshox RS-1: Diese Technik steckt drin
Teil 2: Sram Rise XX und Rockshox RS-1: So fahren sich Gabel und Laufräder


Bisher hielt ich Autotester zu sein für den coolsten Job der Welt. Jeden Tag rollen geschlossene Transporter in den Hof, heraus kommen grellgrüne Lamborghinis, orangefarbene Mc Laren oder es grummelt ein mattgrauer RS6-Kombi auf den Parkplatz (ja, ich habe ein Faible für solche Männerspielzeuge).

Ich beschäftige mich aber mit Fahrrädern, und das schon ziemlich lange. Ich habe mich nie beschwert über dieses Betätigungsfeld. Denn hin und wieder bringt der Job Highlights mit sich, die einen Autotester blass aussehen lassen. Bei uns im Büro rollen keine Sattelschlepper vor, sondern DHL und UPS. Kürzlich lieferten die Paketmänner drei Kartons, darin eine Rock-Shox-RS-1-Gabel, in den zwei anderen steckten Sram-Rise-XX-Laufräder.

Das komplett aus Carbon gefertigte Oberteil bringt Biegesteifigkeit.

Rise XX und RS-1 – zwei absolute High-End-Bauteile, die man in freier Wildbahn, außerhalb von abgeflatterten Worldcup-Rennstrecken, selten antrifft. Also sofort rein damit in unser Testlabor beziehungsweise unsere daran angeschlossene Werkstatt.

Der Teileträger für diese Preziosen steht schnell fest

Predictive Steering: Eine Feinverzahnung am Gabel-Ausfallende und auf der überdimensionierten Nabenachse sorgt für einen optimalen Form-/Kraftschluss. Das soll die Lenkpräzision erhöhen. Nachteil: Man braucht für die RS-1 ein spezielles Vorderrad.

Ein Scott Scale 900 SL, ebenfalls feinste Ware und schon alleine durch seinen Preis von 6499 Euro kein Allerwelts-Hardtail. Das Bike ruht sich in unserem Lager noch von den Strapazen des 24 h-Rennens in München aus – ruckzuck fliegt die Fox-Gabel raus und es steckt die RS-1 im Steuerrohr. Sie wiegt ein paar Gramm mehr als die Fox, bietet dafür aber einen hydraulischen Lockout am Lenker. Der konifizierte Schaft passt in alle modernen Bikes, allerdings braucht man eine spezielle Nabe mit breiter Abstützung, Sram nennt das System "Predictive Steering" – die Feinverzahnung von Gabel-Ausfallende und Nabenkörper erhöht Kraft- und Formschluss und soll die Steifigkeit sowie Lenkpräzision erhöhen.

Tubular-Laufräder: Nix für Amateure

Und hier kommen die Rise XX-Laufräder ins Spiel. Die hat Sram natürlich passend zur RS-1 geliefert, mit Predictive Steering Vorderradnabe. Die nackten Carbon-Räder wiegen 716 und 631 Gramm (insgesamt 1347 g) und kosten 2400 Euro. Spätestens hier steigt der Großteil der Biker aus – doch es kommt noch spezieller. Es handelt sich bei den Rise XX um Tubular-Carbon-Felgen, das bedeutet, die Reifen müssen aufgeklebt werden wie bei Wettkampf-Crossrädern. Das ist keine Arbeit für die Hobbywerkstatt und erst recht nicht, wenn man noch nie einen Reifen aufgeklebt hat. Die Auswahl der passenden Pneus ist stark eingeschränkt, es gibt welche von Tufo und Dugast, auf die Schnelle hat uns Schwalbe den Racing Ralph Tubular geschickt. Den gibt es nur in schmalen 2,0 Zoll. Ein Reifen wiegt mit Kleber etwa 600 Gramm, wer jetzt die Zahlen addiert, stellt fest, den gigantischen Gewichtsvorteil bringt diese Laufrad-Kombination nicht. Die Rise XX konkurrieren unter anderem mit den Rädern von AX Lightness, auf die man aber normale und vor allem breite Faltreifen montieren kann. Die AX wiegen nur 1210 Gramm und kosten 2900 Euro.

Problem 2: Die aufgeklebten Schwalbe-Reifen haben nur ein kurzes Ventil, ohne Ventilverlängerung steht man blöd da. Die Tubular-Reifen verlieren alle paar Tage Luft.

Super-Dan, unser Mechaniker, hat schon häufig Reifen geklebt, doch er schafft es nicht, Rise XX und Racing Ralph makellos zu paaren. Selbst Profi-Schraubern steht also der Schweiß auf der Stirn. Der unrunde Lauf lässt sich den Dingern nicht austreiben. Wir fragen uns, ob das ein Mechaniker aus dem Querfeldein-Rennsport besser oder überhaupt laufruhig hinkriegt.

Fertig montiert ist das Scott Scale 900 näher dran am Crossrad als am All Mountain. Das Bike wirkt optisch sehr schlank und mit der Upside-Down-Gabel auch sehr spannend, man sieht ihm seinen Exotenstatus sofort an. Es wiegt nach wie vor rund neun Kilo, RS-1 und Rise XX verschaffen keinen echten Gewichtsvorteil.

Neun Kilo leicht, vermutlich um 7500 Euro teuer: Das Scott Scale 900 frisiert mit RS-1-Gabel und Rise XX-Laufrädern.


Teil 1 von 2

Teil 1: Sram Rise XX und Rockshox RS-1: Diese Technik steckt drin
Teil 2: Sram Rise XX und Rockshox RS-1: So fahren sich Gabel und Laufräder

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