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Test 2015: Exoten-Bikes Test 2015: Exoten-Bikes

Test 2015: Exoten-Bikes

Mountainbikes mit Kult-Faktor im BIKE-Test

Christian Artmann am 07.01.2016

Biken ist keine Wissenschaft, sondern pure Emotion. Kein Wunder also, dass selbst in Zeiten des harten Preiskampfes extravagante Kult-Bikes gedeihen. Ein Test fernab von Mainstream und Vernunft.

Mit der Einstellung zum Biken verhält es sich wie mit der Urlaubsplanung: Individualreise oder All-inclusive-Angebot? Der Eine sucht sich den Urlaub im Katalog aus. Er freut sich über tolle Pauschalangebote und liebt das Best-Price-Feeling mit Erholungsgarantie – abgesichert durch zahllose Internet-Bewertungen. Der Andere rümpft bei so etwas die Nase. Er sucht seine Erholung lieber jenseits vorgetretener Pfade, plant jede Übernachtung individuell und nimmt eventuell auftretende Herausforderungen allein schon wegen des Erlebniswertes in Kauf. Jeder Tag ein Abenteuer, quasi. Dass er dabei am Ende wohl etwas mehr für seinen Urlaub bezahlt als der Pauschalurlauber, stört ihn wenig, denn es war ja sein ganz persönliches, individuell zusammengestelltes Erlebnis.

So ähnlich ist das auch bei unseren Exoten-Bikes, die wir für diesen Test gefahren sind. Hier geht es nicht um Vergleichbarkeit, STW-Werte und Punktetabellen. Es geht auch nicht um das bestmögliche Preis-/Leistungsverhältnis, sondern um die Charaktere der Bikes, die aus den teilweise extravaganten Exoten persönliche Traum-Bikes machen.

Die Test-Ergebnisse dieser Kult-Bikes finden Sie im Test:

Fotostrecke: Test 2015: Exoten-Bikes

• Banshee Spitfire (27,5" / 26")
• Ibis Tranny Unchained Custom
• Koga Beachracer
• Moots X YBB 29
• Pilot Twentynineplus
• Pivot Mach 6 Carbon
• Turner Burner 275

Test 2015: Exoten-Bikes

Das Mountainbike als Visitenkarte: Mit Exoten wie dem Pilot Titan hebt man sich sofort von der Masse ab.

Die hier getesteten Bikes sprengen Konventionen. Sie lassen sich nicht in einfache Denkschemata oder Kategorien pressen. Sie regen an, die Faszination Biken neu zu erleben und das zuzulassen, was tief in einem jeden von uns schlummert – der Wunsch nach Individualität und einzigartigen Erlebnissen. Viele, wenn nicht sogar die meisten Biker, sehen in Mountainbikes Sportgeräte, die funktionieren müssen. Doch es gibt auch jene, für die neben der tadellosen Funktion und Performance auch nicht messbare Werte und Qualitäten zählen. Emotionen eben. Dass das Erfüllen solcher Träume dann auch ein wenig mehr kosten darf, belegen die meisten Bikes im Testfeld. Bikes wie das Koga Beachracer zeigen aber auch, dass man bereits mit wenig Geld spannende Produkte kaufen kann. Doch nicht der Preis ist es, der unsere Testkandidaten zu Exoten stempelt, sondern der Mut, anders zu sein. Träume zu leben und Träume zu erfüllen. Wer kommt nicht ins Schwärmen, wenn er einen edlen Titanrahmen wie den des Moots Softtails sieht? Wer denkt da nicht an Begriffe wie Zeitlosigkeit oder Kult? Und wer würde nicht mal gerne ein Turner über die Trails jagen? Verkörpert es doch die Neuinterpretation eines der ersten Fullys der Mountainbike-Geschichte. Es ist klar, dass diese Bikes fernab vom Mainstream nicht für jedermann gemacht und geeignet sind. Zeigt sich das Pivot Mach 6 beispielsweise noch als Allround-Talent, so macht das Banshee Spitfire mit seiner Gravity-Mentalität schnell klar, dass es für eine ganz bestimmte Zielgruppe entwickelt wurde. Ebenso das ex­travagante Pilot Twentynineplus oder die Unchained-Version des Tranny-29ers.

Am Ende kann man aber auch mit den Exoten nicht mehr tun als biken. Womit wir wieder bei der Grundsatzfrage vom Anfang wären. Pauschalurlauber oder Individualreisender – wer hat nach dem Urlaub mehr erlebt und tiefere Eindrücke gesammelt? Eine Frage, auf die es nur individuelle Antworten gibt.

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe BIKE 6/2015 können Sie in der BIKE-App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen:

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Christian Artmann am 07.01.2016