Test 2014: Specialized S-Works Stumpjumper 29

Straffer Edel-Racer: Specialized S-Works Stumpjumper

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 6 Jahren

S-Works – dieser Schriftzug lässt bei Hobby-Racern den Puls in die Höhe schnellen und bringt die Oberschenkel zum Zucken. Wie bei Auto-Fans ein Mercedes-AMG oder ein M-Modell von BMW.

Beim Stumpjumper-29er bürgt der S-Works-Schriftzug für reinrassige Rennsport-Gene, gierigen Vortrieb und Leichtbau am Limit. Bereits im Labor überzeugt das Kohlefaser-Chassis mit Top-Werten: Mit 100,1 Nm/° bei der Lenkkopfsteifigkeit, 1298 Gramm Rahmengewicht und satten 9,6 mm Flex bei der Komfortmessung am Sattel spielt das Stumpjumper überall in der Champions League. Auch die gestreckte Sitzposition passt zum Sekundenjäger, erlaubt viel Sattelüberhöhung und eine optimale Kraftübertragung. Auf der Startrunde fliege ich im Wiegetritt den Kopfsteinpflasteranstieg hoch – in Strava-Bestzeit.

Meine Oberschenkel brennen, die Lunge röchelt auf Anschlag: Nur das Stumpjumper zirkelt völlig unbeeindruckt durch die staubige Trail-Abfahrt im Anschluss – süchtig nach Überholmanövern und wendig wie ein aufgescheuchter Feldhase. Nur auf sehr schnellen Downhills merkt man den (auch für ein Race-Hardtail) steilen Lenkwinkel: Mit 71,2° fehlt es dem Specialized dann etwas an Spurtreue. Selbst nach zehn Vollgasrunden im Staub reagiert die XTR auf jedes Tippen am rechten Schalthebel wie ein Uhrwerk. Das kleine 24er-Blatt habe ich auf der welligen Runde durch den Olympiapark nicht benutzt, für Marathons ist die Zweifach-Übersetzung aber ideal. Auch das Blockieren der straffen SID-Gabel mit 90 mm Hub wird mir abgenommen: vom Brain-System. So kann ich mich bis zum Schluss aufs Wesentliche dieses Rennens konzentrieren: Treten, Schalten und Lenken. Die XTR-Stopper bieten perfekt zu dosierendes Verzögern. Wer damit einen Bremspunkt verpasst, ist selber Schuld.


Fazit Das S-Works macht seinem Ruf alle Ehre: Der straffe Edel-Racer mit Notfall-Kit giert nach Höhenmetern und Über­holmanövern – Hauptsache schnell.


PLUS Steifer Rahmen, viel Flex/Komfort am Sattel, integriertesNotfall-Kit, super dosierbare Bremsen
MINUS  Kleine Bremsscheiben, kein Chainsuck-Schutz, teurer (Rahmen), steiler Lenkwinkel

Specialized S-Works Stumpjumper 29 2014

Kam in München nicht zum Einsatz, rettet im Renneinsatz aber vor dem Ausscheiden: das SWAT-Kit mit Notfallschlauch und Mini-Tool.

Nur auf den ersten Blick umständlich: Um das Hinterrad auszubauen, braucht man einen 5er-Inbus. Der befindet sich im Tool unterm Flaschenhalter.


Test: Specialized S-Works SJ 29

Hersteller/Modell/Jahr
Specialized S-Works SJ 29 / 2014
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Specialized Germany GmbHMarketing Office, www.specialized.com
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: S, M, L, XL / M
Preis
7299.00
Preis (Rahmen)
3399.00
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
9210.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
71.20
Vorbau-/Oberrohrlänge
90.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1077.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/89, -/-
Übersetzung
2
BB Drop/Reach/Stack
-61.00/413.00/611.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox/Specialized SID 29 Brain/- -
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Specialized S-Works OS carbon/Shimano XTR/Shimano XTR
Bremsanlage/Bremshebel
Shimano XTR/Shimano XTR
Laufräder/Reifen
DT Swiss Roval Control SL 29 - - - -/Specialized S-Works Fast Trak 2,0 Specialized S-Works Fast Trak 2,0
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.
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