Fahrbericht: Pinion-Hardtail von Hilite Fahrbericht: Pinion-Hardtail von Hilite Fahrbericht: Pinion-Hardtail von Hilite

Test 2014: Hilite Pinion

Fahrbericht: Pinion-Hardtail von Hilite

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 8 Jahren

Anti-Stress-Konzepte gab es viele. Doch die Schweizer Bike-Schmiede Hilite schafft dank Getriebetechnik und Riemenantrieb ein fast wartungsfreies Bike für den Sporteinsatz. Hält es sein Versprechen?

Ich gebe es zu: Ich bin Schönwetter-Biker. Bei Regen, Schnee, Matsch und Kälte bringt mich niemand aufs Bike. Nicht, weil ich ein Weichei bin, sondern weil ich keine Lust habe auf die Bike-Pflege danach. Doch bei diesem Hardtail von Hilite, das man mir für den Fahrtest anvertraute, komme ich wohl mit dieser Ausrede nicht durch. Gekapselter Antrieb dank Pinion-Getriebe plus Gates-Riemenantrieb – hier spricht im Gegensatz zur empfindlichen Kettenschaltung nichts gegen eine Dampfstrahler-Behandlung. Und nach zwei Minuten sieht das Bike wieder aus wie neu. Also rein in die warmen Klamotten und raus auf die winterlichen Matsch-Trails.

Keine klappernde Kette, kein Verschalten, auf nichts aufpassen müssen. Das Pinion-Getriebe läuft in Verbindung mit dem Riemen völlig lautlos. Die Kraftübertragung ist weich und trotzdem direkt, man gleitet regelrecht über die Trails. Nur im siebten Gang erinnert ein ganz leises Ticken daran, dass in der Box am Tretlager präzise Zahnräder werkeln. Geschaltet werden die hervorragend abgestuften 18 Gänge per Drehgriff. Das funktioniert schnell und weich, aber im Gegensatz zur Kettenschaltung nicht unter Last. Zum Runterschalten muss man die Last reduzieren, das ist in manchen Situationen nervig. Dafür freut man sich umso mehr, dass man im Stand jeden Gang einlegen kann, wenn man bei einer Pause wieder mal vergessen hat, runterzuschalten. Bergauf schlägt sich das Hilite wacker. Dank der sportlichen Geometrie besitzt es immer genug Traktion. Allerdings sorgt das Getriebe doch für gehöriges Mehrgewicht. 13,2 Kilo sind für ein Hardtail mit dieser Ausstattung dann doch ein Wort.

Test-Fazit zum Hilite Pinion

Das Anti-Stress-Konzept ist in diesem Bike konsequent verwirklicht. Gerade in Verbindung mit dem Riemenantrieb macht das Getriebe Sinn. Nie mehr verschalten, keine springenden Ketten, kaum Wartungsaufwand – das Getriebe-Bike mit dem gefühlt guten Wirkungsgrad wird sicher seine Fans finden. Ich persönlich werde weiterhin wartungsaufwändige und störanfällige Kettenschaltungen fahren. Denn die zwei Kilo Mehrgewicht durch das Getriebe sind mir persönlich zu viel. Das macht auch der geringe Pflegeaufwand nicht wett.


PLUS Nahezu wartungsfreier Antrieb mit guter Kraftübertragung; agiles, sportliches Fahrverhalten
MINUS Relativ hohes Gewicht

Markus Greber Hilite Pinion Hardtail 2014

Infos zum Hilite-Pinion-Hardtail


Preis/Infos 3999 CHF (ca. 3260 Euro)
Web  www.hilite-bikes.ch
Gewicht 13,2 Kilo, 7005er-Alu-Rahmen, doppelt und dreifach konifizierte Rohre
Federung/Antrieb Rock-Shox-Reba-Gabel, Pinion-P1.18-Getriebe, Gates-Riemen
Ausstattung Ritchey-Pro-Anbauteile, Notubes-ZTR-Flow-Felgen, Continental-Mountain-King-27,5x2,2-Reifen, Shimano-XT-Naben, Selle-Italia-Q-Bic-Sattel, FSA-Steuersatz

Markus Greber Gekapselt, praktisch, gut: In der kompakten Box im  Tretlager sitzt das Herzstück dieses Bikes. Das hochwertige Pinion-Getriebe verfügt über 18 Gänge und einen gefühlt sehr günstigen Wirkungsgrad. Wermutstropfen: Schalten unter Volllast funktioniert nicht.

Markus Greber Sauber, wartungsfrei, haltbar: Das Carbon-Drive-System von Gates soll bei gleichem Wirkungsgrad die zwei- bis dreifache Lebensdauer besitzen wie eine herkömmliche Kette. Die schmale Mittelführung (Center-Track-System) macht den Antrieb resistent gegen Schmutz.

Maria Knoll Markus Greber, Fotograf und BIKE-Tester

Themen: FahrberichtHardtailHilitePinion


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