Race-Fullys um 3500 Euro

  • Markus Greber
 • Publiziert vor 17 Jahren

Racefullys jenseits der 5000-Euro-Grenze sind zwar das Maß der Dinge, aber zum Fahren fast zu schade. Im Schatten der Topklasse: seriöse Arbeitsgeräte für den Renneinsatz, die kaum weniger können. Zehn davon in diesem Test.

Race-Fullys um 3500 Euro – eigentlich sind das die Underdogs unter den Mountainbikes. Auf Messen werden sie mit Missachtung gestraft, weil im Rampenlicht immer nur die Topmodelle stehen. Auch im BIKE-Test sind sie unterrepräsentiert. Denn entweder wir testen günstigere Bikes – oder eben die besagten Aushängeschilder der Topklasse. Gerade deshalb sprechen viele Gründe dafür, diese Preisklasse einmal ins rechte Licht zu rücken.

Ein Bike für 3 500 Euro als Schnäppchen oder Preis-/Leistungs-Renner zu bezeichnen, wäre vermessen. Doch ein Vergleich mit der absoluten Top-Klasse (Test in Heft 1/03) bringt Erstaunliches zu Tage: So beträgt der durchschnittliche Kaufpreis der Superteuren rund 5600 Euro. In diesem Test sind es 3652 Euro, also fast 2000 Euro weniger. Macht man dafür Abstriche? Kaum. Nehmen wir das Gewicht.
Die Topmodelle wiegen im Schnitt 11,46 Kilo, die zweite Garde 11,96 Kilo. Klar, ein halbes Kilo kann Welten bedeuten. Doch oft bekommt man dafür sogar eine Extraportion Leistung. Beispiel Specialized: Im Vergleich zum Topmodell S-Works FSR XC hat man in der günstigeren Marathon-Version eine bessere Gabel am Bike – die Fox Float 80 RLC. Auch über das bewährte Rapidfire-Schaltsystem am günstigeren Specialized statt der neuen XTR mit Dual Control werden sich viele Käufer freuen.


Rahmen und Federung
Eine der Kernfragen dieses Tests war: Was haben die Hersteller in Sachen Hinterbau-Kinematik zu bieten? Vorweg: Wer auf supersteifes Hardtail-Feeling bergauf steht, kommt um die Lockout- Funktion nicht herum, die fast alle Bikes optional bieten. Aber einen leichten Rahmen mit einer effektiven und trotzdem komfortablen Federung zu kombinieren, das ist die hohe Kunst der Konstrukteure. Und kaum eine Bike-Kategorie bietet so unterschiedliche Lösungsansätze.


Gabelwahl
An der Front scheint Manitous Skareb die neue Lieblingsgabel der Hersteller zu sein. Gleich an vier Bikes ist die leichte Luftgabel verbaut. Und grundsätzlich hat sie an allen Testbikes auch gut funktioniert. Was uns jedoch wunderte: Im Dämpfungsverhalten glich keine der anderen – trotz Ausnutzung aller Einstellungsoptionen.


Für die Ausstattung
verbauen die Hersteller fast durchweg standesgemäße Komponenten, die für den Renneinsatz taugen. Geschaltet wird auf XT- oder XTR-Niveau, bissige Scheibenbremsen sind meist Standard.


Fazit
Trotz Ausreißern: In dieser Preisklasse bekommt man allerhöchste Qualität fürs Geld. Fast alle Bikes dieser Testgruppe können wir uneingeschränkt für den Renneinsatz empfehlen.


Alle Bikes in diesem Test
Bianchi CC Lite, Cannondale Scalpel 800, Cube Airwing Blackline, Klein Palomino Race, Merida XC Mission Elite, Rotwild RCC 07, Specialized Epic Marathon, Stevens F9 Team XC, Trek Fuel 98 OCLV, Wheeler Comp 10

Schlagwörter: Carbon Hardtail Race-Fully

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    Test: Race-Fullys 06/2003

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