Highend Racefullys 2/2012 Highend Racefullys 2/2012
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Race-Fullys 2012: Profitest der Highend-Maschinen

Christoph Listmann am 16.02.2012

Sie sind superleicht, extrem teuer und nur für einen Zweck gemacht: Schnell fahren und Rennen gewinnen. Wir haben die Race-Fully-Elite zusammen mit Profis über die Rennstrecke gescheucht. Welches ist das schnellste Bike der Saison 2012? Hier gibt's die Antwort.

Jeder kennt sie: Top-Figur, bildhübsch, perfekt angezogen. Der feuchte Traum auf Beinen. Männer verrenken sich die Hälse, Frauen tuscheln Anfeindungen. Trophy-Girls sind zickig bis an die Bettkante. Verführerisch, schwer zu erlegen, eine Beute mit Verfallsdatum. In unserem Sport gibt es sie auch, die Trophy- Bikes. Heiße Maschinen, die man verdammt gerne hätte zum Herzeigen, bei denen man aber ahnt, dass sie eine Nummer zu groß sind. Denn launig wie eine Tussi mit PMS lassen dich die Race-Fullys der Luxusklasse spüren, wenn du einen schlechten Tag hast. Sie halten dir den Spiegel vor, wie mies du drauf bist. Beim Gedanken an Cannondale Scalpel, Cube AMS Super HPC, Ghost RT Lector, GT Zaskar 100, Haibike Sleek RX, Merida Ninety.Nine, Rotwild R.R2 und an das neue Scott Spark denkt man unweigerlich auch sofort an die geschwänzte Trainingseinheit.

Während des Tests haben wir schnell gemerkt, welche der acht Firmen bei ihrer Entwicklung auf die Hilfe von Profis vertraut hat. Die Bikes von Merida und Scott beispielsweise werden im CC-Worldcup tatsächlich eingesetzt. Und dafür gibt nicht nur geringes Gewicht den Ausschlag. Ein Profi, der im Sattel sein Geld verdient, muss hundertprozentig vom Fully überzeugt sein, damit er es auch gerne fährt.

Diese Bikes stehen auf Muskelpakete, lieben 400 Watt Dauerleistung, wollen filigran über die übelsten Downhills geführt werden. Übergewicht, das oben auf dem Sattel schaukelt, würden sie am liebsten abwerfen wie ein Hengst seinen Cowboy. Wetten Sie auf Pferde? Nein? Trotzdem haben Sie vermutlich eine Ahnung, wie Jockeys gebaut sind – so ähnlich sieht die Zielgruppe aus. Das bestätigt die Steifigkeitsmessung in unserem Labor und das beziffern die Hersteller im Kleingedruckten: Eine Gewichtsbeschränkung für die Einheit aus Fahrer, Ausrüstung und Bike ist üblich. Scott, Ghost und Haibike ziehen die Grenze bei 110 Kilo, Cube bei 115, Merida bei 120. Nur bei Cannondale, GT und Rotwild spielt der Ernährungsplan keine Rolle. In der Praxis klingen diese Limits (Fahrer bis ca. 100 Kilo) optimistisch. Nicht weil die Carbon-Fahrwerke bruchgefährdet wären, aber Steifigkeiten unter 65 Nm/Grad – und das ist Gruppendurchschnitt – empfehlen wir guten Gewissens nur Sportlern unter 90 Kilo. Ross und Reiter müssen zusammenpassen.

Die Testergebnisse dieser Highend Race-Fullys finden Sie unten als PDF-Dowload.

Highend Racefullys 2/2012

Wolfram Kurschat mit dem komfortablen Cube unterwegs auf der Teststrecke.

Highend Racefullys 2/2012

"Die Optik ist Porno", so ein Kommentar zum GT Zakar. Testfahrer Ludwig Döhl mit viel Fahrspaß im Trail.

Hier finden Sie den Videoclip zum Test:

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Christoph Listmann am 16.02.2012
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