Hardtails

Giant Anthem Advanced

Tomek am 29.10.2007

Giants Top-Fully „Anthem Advanced“ zielt voll auf den Cross-Country-Bereich: leicht, agil, knappe Federwege. (BIKE 9/2007)

Es gibt viele Einsatzbereiche für Bikes und dazwischen finden sich noch mehr Schnittmengen und Mischformen. Schön, wenn Hersteller von vornherein klare Ansagen machen: Mit dem „Anspruch auf Sieg“ (Katalog-Zitat) hat Giant seinen Top-Racer für Cross Country entwickelt.

Das „Anthem Advanced“ fällt nach alter Race-Schule gestreckt aus. Vorbau und Oberrohr sind untypisch lang und der Lenker unglaublich breit (69 cm). Lenk- und Sitzwinkel stehen dazu sehr steil, der Radstand gerät dadurch relativ kurz.

Das ermöglicht schnelle Richtungswechsel. Der Carbon-Rahmen wiegt 2160 Gramm, dazu kommt der Fox-Dämpfer mit 241 Gramm. Unser Testlabor ermittelte eine Rahmensteifigkeit von 58 Nm/Grad (STW-Wert 24,3), damit liegt das „Anthem“ im vorderen Mittelfeld der Carbon-Fullys.

Setzt man sich auf den Sattel, spürt man die sportliche Auslegung sofort. Schnell nimmt man Fahrt auf, bergauf tritt man problemlos große Gänge. Dank der Fox-Gabel mit automatischem Lockout braucht man daran keinen Gedanken zu verschwenden.

Auf Asphalt legt man den Plattform-Hebel am Fox-Dämpfer um, im Gelände braucht man das nicht. Der Hinterbau arbeitet über den gebotenen Bereich aktiv und effektiv, aber weder von Gabel noch Heck wird man mit Komfort verwöhnt. Klar, das ist Cross Country. Entsprechend passt nur ein Flaschenhalter in den Rahmen, flottes Absenken des Sattels vereitelt die doppelt geklemmte Inbus-Schelle. Für Reifen mit großer Bauhöhe wird’s im Hinterbau eng. Die schwach profilierten Hutchinson haben damit kein Problem. Sie fühlen sich zusammen mit den sehr leichten Laufrädern nach guter Beschleunigung an, allerdings führen sie bei Nässe zu abruptem Haftungsabriss. Wir könnten uns das Bike auch mit einer 100er-Gabel vorstellen, die Geometrie würde es vertragen.

FAZIT: Giants Top-Modell zielt auf Cross Country, die sportliche Tour mit fitten Trainings-Partnern und aufs Auspowern nach Feierabend. Langsam fahren will man mit diesem Bike nicht. Ein teurer Spaß! 

Giant-Rahmen: Flächige Formen, geringes Gewicht, robust im Lacktest. Schade, dass das strahlende Weiß nicht optimal zum Ton der Gabel passt.

Giants „Maestro“-Federungssystem arbeitet über einen knappen Federweg sensibel und effektiv. Asphaltpassagen fährt man mit Plattform-Einstellung.

Tomek am 29.10.2007
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