Fahrbericht: Racefully Merida Ninety-Nine 29er

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 9 Jahren

Big Ninety-Nine heißt das neue 29er-Race-Fully von Merida, das künftig auf den Rennstrecken der Welt für Furore sorgen soll. Bei der Präsentation auf Mallorca konnten wir den Prototyp schon fahren.

Schritt für Schritt, nur nichts überstürzen. Nach dem ersten 29er-Hardtail Big Nine schickte Merida vergangene Saison ein neues Race-Fully ins Rennen. Doch wer den Namen Ninety-Nine mit großen Rädern gleichsetzen wollte, wurde enttäuscht. Das Ninety-Nine war vorerst eine reinrassige 26-Zoll-Rennmaschine ( BIKE 2/2012-> ). 29er Fans dürfen jetzt gespannt sein, das Big Ninety-Nine kommt ab September, zuerst jedoch in Aluminium und ab Oktober mit Carbon-Hauptrahmen und Alu-Hinterbau. Vorbild des Big Ninety-Nine ist ganz klar der kleine Bruder. Design, Federweg, Details, Kinematik – die Herkunft ist unübersehbar.

Der Prototyp zeigt einen schön gefertigten Alu-Rahmen, die Sitzstreben sind ums Sitzrohr gebogen und steif. Das macht den typischen Steg zwischen den Streben verzichtbar. Dadurch steigt die fürs 29er nötige Reifenfreiheit (bis 2,3 Zoll), zusätzlich ist der untere Teil des Sitzrohrs gebogen. Eine 31,6-mm-Sattelstütze, Steckachse und größere Rohrdurchmesser an den Schnittpunkten erhöhen die Steifigkeit. Vom Lenker aus kann man sowohl den Dämpfer blockieren und eine Plattform zuschalten als auch die Gabel blockieren und absenken. Das Big Ninety-Nine verleugnet seine Wurzeln nicht, es ist das Ninety-Nine für große Fahrer und Leute, denen das 26er zu giftig ist.


Fahrbericht Merida Big Ninety-Nine:

Bei der Präsentation auf Mallorca standen Vorserien-Bikes mit Alu-Rahmen für Testfahrten bereit. Merida hätte unser Feedback noch nutzen können, um Änderungen in die Serie einzubringen – tags drauf sollten in Asien die Maschinen anlaufen. Aus unserer Sicht passt das Bike, wir haben zumindest keine Änderungswünsche mehr geäußert. Das Bike hat gemäß seinem Einsatzbereich eine sportliche Sitzposition und fährt sich erstaunlich wendig, das Vorderrad fühlt sich leicht und agil an. Der Hinterbau ist straff und nutzte auf der mäßig schweren Testrunde den Federweg nicht aus. Dazu passt von der Charakteristik auch die DTGabel, die Blockierung nutzten wir nicht. Das Bike ist ein guter Roller, hält das Tempo und walzt über Hindernisse. Man braucht nicht nach der Ideallinie suchen. Aber: Das Bike ist ein Racer, kein All Mountain.

BIKE Testchef Christoph Listmann beim Prototypen-Test

Themen: 29 ZollMeridaNinety-NineRacefully


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