Hardtail Bergamont Roxtar 10.0 im Langzeit-Test Hardtail Bergamont Roxtar 10.0 im Langzeit-Test Hardtail Bergamont Roxtar 10.0 im Langzeit-Test

Dauertest: Bergamont Roxtar 10.0

Hardtail Bergamont Roxtar 10.0 im Langzeit-Test

  • Florian Carda
 • Publiziert vor 4 Jahren

Silberpfeil mit Basisausstattung: Vom schicken Carbon-Hardtail mit Vernunftausstattung versprach sich Tester Florian stressfreies Kilometersammeln bei wenig Wartungsaufwand. Zu Recht?


LAUFLEISTUNG: 6.317 km | 81.000 hm

Die Zeiten ändern sich. Nachdem ich die letzten Jahre ausschließlich auf Fullys unterwegs war, sollte es diesmal ein Hardtail mit unkomplizierter Ausstattung sein. Die Idee dahinter: viel Zeit auf dem Trail und wenig in der Werkstatt verbringen. Die Spritzigkeit des formschönen Carbon-Rahmens prägte die ersten Fahreindrücke. Jedes Quäntchen Kraft wurde ohne Verlust in Vortrieb umgesetzt. Handling und Konfiguration des Roxtars waren zum Teil jedoch speziell. Ungewöhnlich kurze 170er-Carbon-Kurbeln sowie ein langer Vorbau erforderten eine gewisse Eingewöhnung. Die Ausstattung mit Sram-XO/X9-Schaltkomponenten, Sram-Roam-40-Laufrädern und Sram-Guide-RS-Bremsen ist grundsolide und garantierte problemlose Fahrstunden. Die Reifen von Schwalbe – vorne Rocket Ron, hinten Racing Ralph – sind für mich die perfekte Hardtail-Kombi, solange es nicht zu nass oder das Gelände zu ruppig wird.

Leider musste ich bereits nach den ersten 1500 Kilometern einen kleinen Gabel-Service durchführen. Bedingt durch das schlechte Wetter in den Wintermonaten drang Schmutz in die Gabel, die daraufhin nur noch widerwillig ihren Dienst leistete. Zudem klemmte auch bald der Lockout-Hebel. Im Gelände erwies sich das Roxtar als äußerst gutmütig. Ich fühlte mich rundum wohl auf dem Bergamont, ob im Renneinsatz, bei Wochenend-Touren oder auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Die komfortable, hauseigene Carbon-Sattelstütze trug einen wesentlichen Teil dazu bei. Beim Lenker setzt Bergamont dagegen auf Alu – solide, aber bei einem Komplettpreis von 2999 Euro wäre auch ein Carbon-Lenker angemessen gewesen. Nach etwa 3500 Kilometern machte sich mehr und mehr ein Geräusch am Hinterbau bemerkbar. Nach langem Suchen konnte ich das Schaltauge, das sich gelockert hatte, als Übeltäter ausmachen. Zum Ende des Tests wurde ein Wechsel der Bremsflüssigkeit nötig, ansonsten funktionierten die Sram-Guide-RS-Bremsen tadellos und mit ordentlicher Bremspower.


FAZIT: Trotz minimalem Pflegeeinsatz ging die Rechnung auf. Gemessen an der Kilometerleistung hielten sich die Mängel und Aufwendungen absolut in Grenzen. Für Rennen würde ich mir noch einen leichteren Laufradsatz zulegen.


Funktionalität   5 von 6 Punkten
Haltbarkeit   5 von 6 Punkten


Robert Niedring Widerwillig: Bereits nach 1500 Kilometern im Winter war es um das feine Ansprechverhalten geschehen. Ein kleiner Gabel-Service inklusive Säuberung und Schmierölauffrischung brachte Besserung bis zum Schluss.


DEFEKTE | WARTUNG


• 1510 km – kleiner Gabel-Service: Mit ständigem Schlamm- und Salzbeschuss setzten die Wintermonate der SID-Gabel zu. Ein Service brachte Besserung.


• 3007 km – neue Bremsbeläge: Hinten gingen die Beläge der Guide-Bremse als erstes in die Knie und mussten getauscht werden.


• 4054 km – Reifen und Kette: Da der Racing Ralph am Hinterrad zunehmend mit Profil knauserte und sich die Kette längte, war ein Tausch beider Teile nötig.


• 5800 km – Bremsflüssigkeit erneuert: Da der Leerweg zu gering war, spendierte ich der Bremse neue Bremsflüssigkeit samt einer Entlüftung.



TUNING


• 72 km – Griffe:  Zu dünn und damit zu wenig Komfort: Die Originalgriffe mussten bereits im frühen Teststadium komfortableren weichen. Schließlich liebt Tester Florian lange Ausfahrten. Und da nervt kaum etwas so sehr, wie schmerzende Hände.



BEZIEHUNGS-HIGHLIGHTS


Gegen die Uhr: Beim 12-Stunden-Rennen in Dießen am Ammersee durfte das Bergamont Rennluft im Vierer-Team schnuppern. An den steilen Anstiegen mit 140 Höhenmetern pro Runde keimte der Wunsch nach leichteren Laufrädern auf. Dafür lief das Roxtar defektfrei, Runde um Runde.

Privatfoto Bergamont Roxtar 10.0



DER TESTER


Der Tester: Florian Carda, BIKE-Schrauber und Dauertester
Alter / Größe / Gewicht: 35 Jahre / 1,81 m / 68 kg
Fahrerprofil: Cross Country, Marathon, Feierabend-Touren
Lieblingsreviere: Alpenvorland mit Schwerpunkt aufs Fünf-Seen-Land

Robert Niedring Florian Carda, BIKE-Mechaniker



Test: Bergamont Roxtar 10.0

Hersteller/Modell/Jahr
Bergamont Roxtar 10.0 / 2015
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Bergamont Fahrrad Vertrieb GmbH, 040/4328430, www.bergamont.com
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: XS, S, M, L / M
Preis
2999.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
10220.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
69.50
Vorbau-/Oberrohrlänge
100.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1093.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/100, -/-
Übersetzung
2
BB Drop/Reach/Stack
-48.00/414.00/611.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox SID RL/- -
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
SRAM S2210/SRAM XO/SRAM X9
Bremsanlage/Bremshebel
SRAM Guide RS/SRAM Guide RS
Laufräder/Reifen
SRAM Roam 40 - - - -/Schwalbe Rocket Ron Evo 2.25 Schwalbe Racing Ralph Evo 2.25
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: BergamontDauertestRoxtar


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