Hardtails

Cannondale Scalpel 5

Tomek am 24.07.2006

Cannondale für Einsteiger: Das Race-Fully „Scalpel“ gibt es jetzt ab 2249 Euro. Ein erster Fahrbericht. (BIKE 7/2006)

Cannondale ist nicht erst seit der eigenwilligen „Lefty“-Federgabel mit nur einem Standrohr für eigenständige technische Lösungen bekannt. Bei der Rennmaschine „Scalpel“ verzichten die Amis auf ein Hauptgelenk. Stattdessen flext eine Kettenstrebe aus Carbon. Cross-Country-Star Christoph Sauser holte mit dieser Technik 2004 und 2005 den Worldcup-Gesamtsieg.

Den gleichen Rahmen (Gewicht: unter zwei Kilo!), mit dem Sauser am Fließband gewinnt, gibt es jetzt auch mit einer günstigen Ausstattung. Cannondale bietet das „Scalpel 5“, ein Modell der Saison 2007, für 2 249 Euro an. Vergleicht man diese Summe mit dem Preis für das Rahmen-Set, bleiben nur etwa 250 Euro für die Ausstattung mit Bremsen und Gabel übrig.

Unter diesen Voraussetzungen hat Cannondale einen guten Job gemacht. Denn immerhin bremst eine Avid „Juicy 5“ am „Scalpel“, geschaltet wird mit SRAM-„X.7“-Triggern und „X.9“-Schaltwerk. Tuning-Potenzial liegt in den Laufrädern verborgen – die wiegen üppige 4,7 Kilo. Trotzdem liegt das Gesamtgewicht des „Scalpel 5“ unter zwölf Kilo. Damit hat man auf den meisten Marathon-Kursen gute Karten.
Besonders gut eignet sich das Cannondale für lange Anstiege. Die Kraft kommt sehr direkt am Hinterrad an, den Hinterbau mit dem minimalistischen Federweg von 67 Millimetern blockiert man nur auf glatten Asphaltrampen. Allerdings erfordert die sehr gestreckte Sitzposition eine trainierte Rückenmuskulatur.

Auch bergab sorgen der lange Radstand und der flache Lenkwinkel für Laufruhe. Etwas Körper­einsatz ist aber nötig, um das Cannondale durch enge Kehren zu scheuchen.

Das Fahrwerk mit den kurzen Federwegen dient nur als grober Notpuffer. Schon bei Schlägen mittlerer Härte muss die Arm- und Beinmuskulatur des Fahrers mitarbeiten.

PLUS:
- Rahmengewicht
- Vortrieb
- verhältnismäßig günstig
- steife Gabel

MINUS:
- nur für trainierte Fahrer
- Ausstattung etwas schwer

(Fotos: W. Watzke)
 

Tomek am 24.07.2006
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