Bionicon Frequency HT 0

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 13 Jahren

Bionicons neuester Wurf hat nichts mit Fahrwerk am Hut, nichts mit Niveau-Regulierung oder Kletterhilfe. Es ist ein edles, klassisches Hardtail.

Wie geht man es an, wenn man sich als Firma einen Namen mit Fahrwerkstechnik gemacht hat und die Kernkompetenz bei Fullys mit Niveau- Regulierung liegt? Wie packt man es also an, das vermeintlich simple Thema “Hardtail”? “Von Carbon lassen wir erst mal die Finger weg”, sagt Bionicon-Boss Daniel Kohl, “das Thema ist gerade zu heikel am Markt. Wir wollen kei nen Schnellschuss.” Scandium als Rahmenmaterial – genau genommen eine Legierung aus Aluminium mit Scandium – erschien den Bayern einfacher zu entwickeln und so besteht das “Frequency” aus Scandium. Das Material ist im Kohlefaser- Hype in Vergessenheit geraten. Die Legierung ist teurer als Alu alleine, sie ermöglicht dünnere Wandstärken und damit geringeres Gewicht. Der Rahmen des “Frequency” besitzt fette Schweißnähte unter mausgrauem Lack, die Züge laufen unterm Oberrohr, alles wirkt aufgeräumt. Mit 1.447 Gramm liegt das Rahmengewicht niedriger als einige Alu-Modelle, aber höher als Kohle-Kis ten dieser Preisklasse, “dafür hält der Rahmen bei unseren Rennfahrern schon seit zwei Jahren”, erklärt Kohl.

Warum die Erfinder der Niveau-Regulierung überhaupt beim Thema “Hardtail” aktiv werden, hat ganz praktische Gründe: “Wir haben zwei Rennfahrer angestellt, und um Rennen zu fahren, braucht man oft ein Hardtail”, spricht Kohl. Recht hat er. Die Geometrie vereint eine lange, gestreckte Sitzposition mit einem kompakten Radstand und kurzen Kettenstreben (verspricht gute Traktion). Bei der Ausstattung könnte man es sich leicht machen und ins “XTR”-Regal greifen. Stattdessen wirkt das “Frequency”, als ob ein Racer alle seine Lieblingsteile am Bike versammelt hätte: Shimano-“XTR”-Kurbeln, SRAM-Schaltgruppe mit “X.O Trigger”-Hebeln und “Blackbox”-Schaltwerk, Bremsen und Gabel von den Schwaben bei Magura, Laufräder von DT aus der Schweiz, Schwalbe-Reifen, ein schmaler Carbon-Lenker, dazu den Klassiker-Ledersattel “SLR” aus Italien. Auf dem nehmen schmale Rennfahrerhintern gerne Platz und lassen sich von der sportlichen Sitzposition zu hohem Tempo motivieren. Der Rahmen ist steif (87 Nm/Grad, STW 60), aber auch knallhart im Heck. Erfreulich ist aber, dass man gabelseitig auf 100 Millimeter Federweg und einen praktischen Lockout am Lenker vertrauen darf.


FAZIT: Kein Schnäppchen, aber Ausdruck von Individualität. Bionicons neues Hardtail spricht Racer an und ist die logische Forstweg-Ergänzung zum hochalpinen Bionicon-Niveau-Regulierungs-Fully.


www.bionicon.com


Fotos: Robert Niedring, Daniel Simon

Individualität groß geschrieben: KMC-Kette, SRAM-„Blackbox“-Schaltwerk, zeitlos grauer Scandium-Rahmen mit kurzen Kettenstreben.

Auf Racer zugeschnitten: Das schmale Cockpit mit 56-Zentimeter-Lenker kommt mit Lockout-Hebel für die Gabel und leichten Schaumstoff-Griffen.

Themen: BioniconCC-RaceFrequencyHardtailMaraton


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