Scott Gambler FR 10 Scott Gambler FR 10 Scott Gambler FR 10

Scott Gambler FR 10

  • Christian Schleker
 • Publiziert vor 13 Jahren

Jetzt ist jemand an der Hydroforming-Quetsche durchgedreht, konnte man leicht denken, als erste Bilder des neuen Scott-Freeriders durchs Internet flimmerten. Monströse Kantrohre wurden da zu einem wuchtigen Rahmen verbacken, dass man gar nicht wagte, übers Gewicht zu spekulieren.

Jetzt ist jemand an der Hydroforming-Quetsche durchgedreht, konnte man leicht denken, als erste Bilder des neuen Scott-Freeriders durchs Internet flimmerten. Monströse Kantrohre wurden da zu einem wuchtigen Rahmen verbacken, dass man gar nicht wagte, übers Gewicht zu spekulieren. Das Oberrohr zeigte so üppige Ausbuchtungen, dass man fragen wollte: “Der Benzintank?” Eines wurde jedenfalls sofort klar, hier rollte keine Variationen der bisherigen Freeride-Modelle “Nitrous” oder “Octane” an den Start.

Das hier ist was ganz anderes. Scott will mit dem “Gambler” eine Plattform schaffen, die sich sowohl als Worldcup-taugliches Downhill-Racer aufbauen lässt, aber auch als verspieltes Big Bike für den Bikepark mit Slopestyle-Qualitäten. Um das zu schaffen, wurde der Rahmen sehr variabel konstruiert. Es gibt z. B. verschieden lange Dropouts. Freerider montieren die kurzen, Downhiller für mehr Laufruhe die langen. Ähnliches kann man mit dem Lenkwinkel anstellen. Flach (64°) mögen’s die Downhiller, steiler (66°) die Freerider. Auch der Federweg des Hinterbaus bietet drei Optionen: 190, 210, 230 mm Federweg. Das Gute: Man braucht tatsächlich nur wenig Handgriffe für die Veränderungen. Natürlich kann man kombinieren. Wir fuhren zum Beispiel die Downhill-Variante mit Doppelbrückengabel und 230er Federweg aber kurzen Kettenstreben. Der Hinterbau lässt sofort spüren: fette Reserven. Wenn du den dicken Drop mit diesem Bike nicht schaffst, dann mit keinem. Selbst bei einem Zwei-Meter-Drop ins Flache kribbeln die Handgelenke nur leicht – die Federung schluckt den Aufprall wie ein durstiges Kamel das Oasenwasser. Selbst für raue Bikeparks erscheint der Downhiller “too much”. Mit so einem gewichtigen Großkaliber muss man das Gas stehen lassen und mit Mach 1 ins Tal glühen. Alles andere ist Blödsinn. Deswegen schwangen wir uns auf den Freerider, der sich natürlich auch “umbauen” lässt. Statt einer Doppelbrückengabel ist die Rock Shox “Totem” verbaut. Aber auch der Freerider wiegt stattliche 20,5 Kilo. Da mögen einige die Stirn runzeln. Doch die robuste und wartungsarm getrimmte Bauweise hat enorme Vorteile. Einen Rahmenbruch zum Beispiel kann man sich beim “Gambler” beim besten Willen nicht vorstellen. Und ist etwas Schwerkraft im Spiel, fallen die Pfunde ohnehin nicht weiter auf: Das Bike fährt sich lebendig, lässt sich durch leichten Armzug in den Manual ziehen oder zum Bunny Hop in die Luft abdrücken. Unterm Strich ein schlüssiges Konzept.


Den gesamten Einzeltest erhältst Du als gratis PDF-Download.


Test: Scott Gambler FR 10

Hersteller/Modell/Jahr
Scott Gambler FR 10 / 2008
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
Scott Sports AG, 089/898783619, www.scott-sports.com
Material/Grössen/Testgrösse
Alu / H: M, L / M
Preis
4300.00
Preis (Rahmen)
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
20000.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
64.90
Vorbau-/Oberrohrlänge
-
Radstand/Tretlagerhöhe
1133.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/180, 190/230
Übersetzung
1
BB Drop/Reach/Stack
-/-/-
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox Totem Solo Air/Rock Shox Vivid
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Truvativ Holzfeller/SRAM X-9/SRAM X-9
Bremsanlage/Bremshebel
Avid Code/Avid Code
Laufräder/Reifen
- Scott Components Mavic EX 325 Disc DT-Swiss 340 Mavic EX 325 Disc/Maxxis Super Tacky Minion DH 26x2,5 Maxxis Super Tacky Minion DH 26x2,5
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. Das BIKE-Urteil ist preisunabhängig. BIKE-Urteile: super (150-125 P.), sehr gut (124,75-110 P.), gut (109,75-90 P.), befriedigend (89,75-65 P.), mit Schwächen, ungenügend.

Themen: GamblerScott

  • 0,99 €
    Scott Gambler FR 10

Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Scott Contessa Spark

    30.06.2008Das sportlichste Lady-Bike im Test überzeugt durch den leichten Carbon-Rahmen, die wertige Ausstattung und mit sattem Vortrieb. Auch die Abfahrtsqualitäten liegen auf einem hohem ...

  • Nino Schurter gewinnt Worldcup auf 27,5 Zoll

    19.03.2012Nino Schurter heißt der souveräne Sieger des Worldcup-Auftaktes in Pietermaritzburg, Südafrika. Er eroberte den Sieg auf einem Bike mit Laufrädern im Format 27,5 Zoll – oder 650B. ...

  • Scott Spark 35

    20.04.2010Mit leichtem Carbon-Rahmen und ordentlich Federwegsreserven bietet das Spark 35 ein stimmiges Paket für engagierte Marathonracer.

  • Scott Spark RC

    22.02.2009Nach wie vor gehört das Scott Spark zu den besten Race-Fullys der Welt. Top-Fahrwerk, erlesene Ausstattung, super Fahreigenschaften. Der Sitzdom bietet wenig Variabilität.

  • BIKE Enduro Camp 2017
    3 Tage Trail-Flow: Jetzt Platz sichern!

    29.05.2017Drei Tage Trails fahren, an der Fahrtechnik feilen und Tipps von Profis bekommen: Sei dabei beim BIKE Enduro Camp in Nauders am Reschenpass vom 6.-9. Juli 2017 mit Holger Meyer ...

  • Einzeltest 2021: Scott Ransom eRide 910
    Scott Ransom eRide 910: die E-Version des Erfolgs-Enduros

    04.01.2021Mit dem Ransom erweitert Scott seine E-MTB-Palette in höhere Federwegsregionen. Das Enduro kommt mit Bosch-Antrieb, üppig Federweg und schnörkelloser Optik. Wir haben das ...

  • Scott Genius 30

    20.01.2010Die Fahrwerksverstellung macht das Genius zum Charakter-Bike. Bergab hängt es seine Konkurrenten aber nicht mehr ab.

  • Depression: Karriereende von Jenny Rissveds
    Jenny Rissveds beendet Profikarriere

    27.02.2018Jenny Rissveds gehört ohne Zweifel zu den größten Talenten, die der Mountainbike-Sport je gesehen hat. Wegen einer Depression muss die Schwedin nun ihre Karriere beim ...

  • Freerider

    12.02.2004Sie räumen auf mit alten Vorurteilen. Viel Federweg heißt nicht „Qualen bergauf“. Robust bedeutet nicht „tonnenschwer“. Freerider sind keine Freak-Bikes, sondern Spaß-Maschinen ...