Freeride

Ghost FR Northshore 600

BIKE Magazin am 28.02.2008

FAZIT: Spaßiger Freerider zu einem Superpreis. Beim DH nicht ganz so potent wie die Konkurrenz. Zwei Kettenblätter würden die Einsatzmöglichkeiten erweitern und das Bike trail-tauglich machen.

Das “Northshore” rollt im Kampfanzug daher. Nicht nur der Lack schimmert Nato-oliv, auch der Preis ist eine Kampfansage: 1899 €. Doch das Bike ist kein Billigheimer, das der teuren Konkurrenz hinterherhinken müsste. Das “Northshore” hält mit. Allerdings nur, wenn man dem Hinterbau sein Potential mit der richtigen Federhärte entlockt. Sonst wird’s straff und bockelig. Also: 450er raus, 350er rein. Dennoch wirkt das Fahrwerk straffer verglichen mit z. B. Canyon, Votec, Specialized. Ein Nachteil bei Highspeed. Biegt der Trail in die Fallline und zerbröckelt in Stufen, Felsrillen und Steinabsätzen – dann glaubt man mit dem Ghost eher ein Superenduro unterm Hintern zu haben als einen Freerider. Schuld daran sind auch der hohe Schwerpunkt und die hohe Front, die das Bike stelziger machen. Schlägt der Trail aber Haken und kurvt wild durch’s Gelände, fühlt sich das Ghost viel wohler. Vielleicht daher der Name: Northshore – langsamer und technisch. Das Bike lässt sich noch im Sitzen pedalieren und bei knapp 17 Kilo Gewicht auch mit Spaß über Trails im gewellten Gelände beschleunigen, ohne dass die Herzkammer platzt. Dann wünscht man sich allerdings zwei Kettenblätter statt des Einfachblatts mit Kettenführung. Für den Kampfpreis ist das Ghost stimmig ausgestattet und macht jede Menge Spaß – nur im harten Downhill-Vergleich zeigt sich, dass die Konkurrenz oft mehr kann.

FAZIT: Spaßiger Freerider zu einem Superpreis. Beim DH nicht ganz so potent wie die Konkurrenz. Zwei Kettenblätter würden die Einsatzmöglichkeiten erweitern und das Bike trail-tauglich machen.

Anmerkung: Oft werden wir gefragt, welchen günstigen Freerider unter 2000 € man sich kaufen kann. Unsere Antwort: diesen hier!

BIKE Magazin am 28.02.2008