Freeride

Freerider

Dimitri Lehner am 12.02.2004

Sie räumen auf mit alten Vorurteilen. Viel Federweg heißt nicht „Qualen bergauf“. Robust bedeutet nicht „tonnenschwer“. Freerider sind keine Freak-Bikes, sondern Spaß-Maschinen für jedermann.

Freerider stehen in der Schusslinie. Keine andere Bike-Gattung wird so häufig missverstanden wie die robusten Federwegs-Wunder. Bei Cross-Country-Bikes ist das etwas anderes. Schnell und leicht – das versteht jeder. Denn wer schnell ist, wird bewundert. Freerider dagegen werden oft belächelt: Biken nur zur Gaudi? Kindliche Freude beim Drop vom Mäuerchen oder beim Wheelie-Fahren? Das erscheint vielen suspekt. Doch die neue Freerider-Generation will das „Schwermetall“-Image ablegen. Vorbei die Zeiten, als es schier unmöglich war, seinen Freerider bergauf zu bewegen und Freeriden mit den wilden Drops eines Josh Bender verwechselt wurde.

Neue Fahrwerke gegen das Wippen
Die neuen Federelemente revolutionieren die Bergauf-Performance. Früher war Wiegetritt auf Freeridern kaum möglich, wollte man nicht wie auf einem Fitness-Stepper in die Höhe federn. Neue Technik bändigt das Geschaukel – in Gabel und Dämpfer. Die neuen Gabeln lassen sich tief absenken – dadurch kurbelt man wesentlich effektiver den Berg hinauf. Selbst Luftfederelemente werden salonfähig. Noch im letzten Freerider-Test (BIKE 12/02) waren nur Stahlfeder-Dämpfer verbaut. Die 2004er-Modelle verfügen nicht nur über mehr Federweg, sie sind auch oft mit gut funktionierenden Luftfederbeinen ausgerüstet, die sich vielseitig abstimmen lassen.
Selbst am zweiten Pferdefuß der Freerider wird gesägt: am Gewicht. Scott beweist mit dem „Nitrous“, dass ein Freerider unter 15 Kilo wiegen kann – trotz viel Federweg und überzeugender Steifigkeit.

Die Bikes in diesem Test:
Cannondale Gemini 2000, Elan Able One, Fusion Whiplash, Ghost FR Northshore, GMP Mothership 04, GT Ruckus Flowta, Nicolai Helius FR 04, Proceed Flapjack FST, Rocky Mountain Switch SL, Scott Nitrous 10, Votec V8
 

Dimitri Lehner am 12.02.2004