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Ego Kit Elektromotor im Test

Fahrbericht Ego-Kit

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 11 Jahren

1200 Watt auf Abruf: Der Ego-Kit-Elektromotor zum Nachrüsten peitscht schwere Freerider mit Topspeed bergauf. Wir sind ihn am Gardasee gefahren.

Das Ego-Kit, ein Elektromotor zum Nachrüsten, soll Freeridern neue Höhen erschließen. Der Motor sitzt unter dem Unterrohr, die Steuerung am Vorbau, der Akku im Rucksack. Vor meiner Brione-Runde am Gardasee heißt es also: Rucksack auf, Stecker unter dem Sattel anschließen und Motor starten. Das Anfahren erfordert Feingefühl am Gashebel, sonst sorgt der brachiale 1200-Watt-Elektromotor schnell für einen ungewollten Abgang. Was sich dann auf den Kehren zum Brione-Gipfel abspielt, packt mich an meiner Biker-Ehre: Im Handumdrehen schieße ich an einem Dutzend strampelnder und verdutzt blickender Biker vorbei – ohne selbst einen Tropfen Schweiß zu verlieren. Während ich anfangs noch fleißig mit in die Pedale trete, spare ich mir die unnötige Anstrengung nach den ersten 100 Höhenmetern. Die Arbeit lasse ich den Motor unter dem Unterrohr verrichten. Gespeist wird er vom 3,5 Kilo schweren Akku im Rucksack, der für 1000 Höhenmeter reichen soll.

Robert Niedring Die Edelstahl-Halterung passt an etwa 70 Prozent aller Bikes.

Bike mit Ego Kit fährt sich eher wie ein Trial-Motorrad

Obwohl die 4,5 Kilo des Ego-Kit-Antriebs tief und günstig platziert sind, lenkte sich das Kona Stinky mit 180 Millimetern Hub und seinen knapp 21 Kilo etwas träge und schwerfällig. Gesteuert wird der Antrieb über einen Controller, der am Vorbau sitzt. Im ruppigen Trail am Grat sind eher Trial- oder Motocross-Qualitäten gefragt, um sich ohne treten bei hohen Stufen auf dem Bike zu halten. Statt mit Muskelkraft und Fahrtechnik nach möglichen Linien zu suchen, bügelt man mit dem Ego-Kit einfach darüber hinweg. Durch insgesamt drei Freiläufe hat man die Wahl, ob man mitpedaliert oder nicht. Nur in großen Gängen sollte man bergauf nicht zu lange am Gas bleiben, sonst läuft der Motor heiß und schaltet sich vorübergehend aus. Um bei der Abfahrt nicht versehentlich am Gasgriff zu drehen, schalte ich die 1870 Euro teure Vortriebshilfe aus. Auf dem verblockten, mit Absätzen gespickten Trail fährt sich das Kona unauffällig – wie ein 20-Kilo-Freerider vor fünf Jahren eben.

Robert Niedring Wenn das grüne Licht am Gashebel brennt, steht noch genügend Saft zur Verfügung.

Fazit zum Fahrtest des Ego Kit Elektromotors

Kraftvolle Aufstiegshilfe für Freeride und Downhill für lange, schwere Anstiege. Trial- oder Motocross-Erfahrung ist von Vorteil. Lässt sich an etwa 70 Prozent aller Bikes nachrüsten. Hat aber mit Mountainbiken nur noch am Rande zu tun.

Themen: E-BikeEgo-KitElektromotor


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