Freeride

Commencal "Furious"

Christian Schleker am 30.10.2007

Wütend (furious) sieht der neue Freerider von Commençal eigentlich nicht aus – eher lustig, so in swimmingpoolblau und mit Loch im Oberrohr. Wofür das gut sein soll, konnten wir erst nicht ganz nachvollziehen, aber wenn einer auf dem Rad sitzt und der andere von der Seite guckt, wird klar: Der Ausgleichsbehälter des Dämpfers braucht beim Einfedern Platz, deshalb. Form follows function. Auch sonst bietet das „Furious“ sinnvolle Details.

Wütend (furious) sieht der neue Freerider von Commençal eigentlich nicht aus – eher lustig, so in swimmingpoolblau und mit Loch im Oberrohr. Wofür das gut sein soll, konnten wir erst nicht ganz nachvollziehen, aber wenn einer auf dem Rad sitzt und der andere von der Seite guckt, wird klar: Der Ausgleichsbehälter des Dämpfers braucht beim Einfedern Platz, deshalb. Form follows function. Auch sonst bietet das “Furious” sinnvolle Details: Die Druckstreben des abgestützen Eingelenkers sitzen weit außen am Ausfallende auf und geben dem Hinterbau Stabilität, der Drehpunkt der Schwinge liegt weit vorne und genau auf Kettenblatthöhe und im 1.5er Steuerrohr steckt eine Marzocchi mit dickem Schaft. Mit der Fixierung auf nur ein Kettenblatt vorne ist das Zieleinsatzgebiet klar: Bikepark. Szenewirbelwind Cedric Gracia hatte bei der Entwicklung des “Furious” ein Wörtchen mitzureden. Er wollte ein Bike, das bei Speed bergab sicher läuft, hohe Drop aktionen wegsteckt und dabei handlich genug ist für modernes, trickorientiertes Fahren. Wir haben das Bike im Park und auf verblockten Naturstrecken getestet. Die Geometrie passt – dank tiefem Tretlager und langem Oberrohr sitzt man “im” Bike. Bei hohem Tempo bleibt das “Furious” sehr ruhig, trotzdem gibt das Fahrwerk eine gute Rückmeldung und vermittelt ein direktes Fahrgefühl. Anlieger kann man im Motocross-Stil im Sitzen und mit Fuß raus durchheizen – Spaß pur. Bei Sprüngen macht sich die gute Gewichtsverteilung und der kurze Hinterbau bemerkbar: Das Furious lässt sich locker whippen und bleibt dabei ruhig in der Luft. Gabel wie Hinterbau arbeiten sehr harmonisch, feinfühlig am Beginn, straff im mittleren Bereich und mit ausreichend Progression am Ende für ganz grobe Sachen. Der Bashguard an der Kurbel fehlt und sollte bei dem Einsatzbereich serienmäßig verbaut sein.

Den gesamten Einzeltest erhältst Du als gratis PDF-Download.

Christian Schleker am 30.10.2007