Ribisu: CNC-Skulptur aus 100 Kilogramm Aluminium Ribisu: CNC-Skulptur aus 100 Kilogramm Aluminium Ribisu: CNC-Skulptur aus 100 Kilogramm Aluminium

CNC-gefrästes Freeride-Bike Ribisu

Ribisu: CNC-Skulptur aus 100 Kilogramm Aluminium

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 7 Jahren

Ribisu – ein Kunstwerk auf zwei Rädern. Der filigrane Rahmen in Fachwerk-Bauweise ist aus dem Vollen gefräst und gut für bis zu 220 Millimeter Federweg.

Der antike Künstler und Wissenschaftler Daidalos, der der Sage nach unter anderem das Labyrinth und die ersten Flügel erfand, mit denen sein Sohn Ikaros vom Himmel stürzte, war angeblich in der Lage, die schönsten Marmorstatuen zu erschaffen, die Athen je gesehen hatte. Als er gefragt wurde, was sein Geheimnis sei, soll er nur bescheiden geantwortet haben: "Die Götter schließen die Statuen in Marmorblöcke ein. Ich sehe sie nur und lege sie dann frei." Vielleicht ist Adrian Summermatter aus dem Wallis so eine Art moderner Daidalos. Statt Meißel benutzt er eine CNC-Fräse, statt Marmor verwendet er Aluminium, die Methode des Freilegens ist dieselbe.

Angefangen hatte alles im Jahr 2009 mit Bremsscheiben. An vielen Orten auf der Welt gibt es besonders lange, oder besonders steile Abfahrten. Im Wallis gibt es beides gleichzeitig. Und zwar mehrfach. Kein Wunder, dass Adrian Summermatter ständig Probleme mit zu heißen Bremsen hatte. Sogar 200er Scheiben wurden zu heiß, die Druckpunkte wanderten, die Bremsleistung fiel ab. Es musste also schwereres Gerät her. Schon bald lagen die ersten 220er-Scheiben, "Marke Eigenbau", vor Summermatter. Hat offensichtlich Vorteile wenn man bei Firmen wie Bosch arbeitet. Es folgten dann ein vollgefedertes Tandem 2010 sowie ein Carbonrahmenschutz für verschiedene Modelle.

Die Idee einen Downhillrahmen zu bauen ließ nicht lange auf sich warten. Da CNC-Teile Summermatter immer fasziniert hatten, war die Methode schnell klar. Der Rahmen würde aus dem Vollen gefräst werden. Der Vorteil: Keine Schwachstellen durch Schweißnähte, eine ungewöhnliche, überzeugende Optik. Von einem 100-kg-Aluminiumblock blieben nur noch ein paar wenige Kilo übrig. Der Ribisu-Frame war geboren. Ribisu ist Walliserdeutsch und bedeutet "Reibeisen" oder auch "schwierige Frau". Henri Lesewitz hat breits über die erste Generation des Ribisu berichtet.

Privatfoto Downhiller Marke Eigenbau: Das erste Bike von Adrian Summermatter ist ein Einzelstück. Von der verfeinerten zweiten Generation soll es – hoffentlich – eine Kleinserie geben.

Auch in der zweiten Generation hat sich an der grundlegenden, Motocross-inspirierten Form des Rahmens wenig geändert. Ganze 400 Gramm konnten aber gegenüber dem ersten Modell durch noch mehr Aussparungen und Käfigstruktur auch in den Kettenstreben eingespart werden. Der Federweg liegt nach wie vor bei etwa 220 Millimetern. Der Rahmen ist jetzt orange eloxiert, wohl noch schöner und noch steifer als das erste Modell. Eine Kleinserie ist geplant, es müssen allerdings noch einige Hürden genommen werden. Summermatter verspricht trotzdem, dass ein Rahmen zumindest in Größe M ab 2015 eloxiert und in diversen Standardfarben verfügbar sein wird. Wir hoffen, dass er dieses Versprechen halten kann.

Adrian Summermatter Ribisu: Etwa vier Kilo wiegt die CNC-gefräste Schönheit ohne Dämpfer.

Den aktuellesten Stand der Dinge finden Sie auf der Ribisu Facebook-Seite

Sie haben auch einen Eigenbau, der Bikerherzen höher schlagen lässt? Dann bewerben Sie sich mit ein paar aussagekräftigen Schnappschüssen und einer kurzen Info zu ihrem Schatz mit dem Stichwort "Leserbike" unter  BikeMag@bike-magazin.de

Themen: CustomDownhillEigenbauLeserbike


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Downhill Worldcup 2017 #3: Leogang Rennbericht
    Gwin schafft den Hattrick

    13.06.2017Der Worldcup in Leogang wurde auf den Sprüngen entschieden. Aaron Gwin war hier schneller als jeder andere. Bei den Damen gab es eine neue Worldcup-Siegerin. Tipp: Besonders in ...

  • Atherton Racing: Endura neuer Sponsor für 2018
    Neue Partnerschaft: Endura und Atherton-Racing

    23.01.2018Der schottische Klamottenspezialist und die walisischen Downhill-Geschwister. Das musste ja irgendwie passen. Ab sofort gehen Endura und die Athertons gemeinsame Wege.

  • Neu: E-Thirteen LG1 Race-Pedal für ambitionierte Gravity-Piloten

    10.01.2014E-Thirteen legt mit dem LG1r eine leichtere Edelvariante der bekannten LG1-Plattformpedale nach. Hauptunterschied ist die nun aus Titan gefertigte Achse.

  • Wildhaber und Thoma gewinnen Bike Attack in Lenzerheide

    13.08.2012Bereits zum sechsten Mal konnte sich der Schweizer René Wildhaber beim Downhill-Klassiker Bike Attack in Lenzerheide durchsetzen. Bei den Damen siegte die Deutsche Ines Thoma.

  • iXS Int. Rookies Championships in Serfaus-Fiss-Ladis
    Nachwuchs-WM in Serfaus: Vorschau und Live-Stream

    04.08.2017Ein Wochenende im Zeichen der jungen Talente. Bei den iXS international Rookies Championships kann der Nachwuchs im Downhill richtig Gas geben. Am Ende wird um den inoffiziellen ...

  • Video: Megavalanche Alpe d'Huez 2016
    Megavalanche: Legendärer 2600-hm-Downhill-Marathon

    14.07.2016Wenn sich Hunderte Mountainbiker beim Massen-Downhill Megavalanche Alpe d’Huez im Knäuel über die Schneefelder des Pic Blanc ins Tal stürzen, stockt einem der Atem. Hier das ...

  • DH-Worldcup #1 Lourdes: Platz fünf für Carpenter und Radon
    Start in die DH-Saison: Radon schafft Platz fünf

    04.05.2017Beim Downhill-Worldcup in Lourdes standen keine deutschen Fahrer auf dem Treppchen – aber ein deutsches Team schaffte es auf die Bühne. Manon Carpenter fuhr mit Radon auf Platz ...

  • Porträt Jürgen Beneke
    Jürgen Benekes letzter Versuch

    16.07.2008Er war der Mountainbike-Superstar der Neunziger. Nun will sich Jürgen Beneke seinen letzten großen Sportlertraum erfüllen – den Deutschen Meistertitel im Downhill.

  • FMB World Tour: White Style 2016 in Saalfelden Leogang
    Szymon Godziek wiederholt Sieg beim White Style

    03.02.2016Das White Style auf Schnee ist ein Slopestyle-Contest der besonderen Art. Szymon Godziek konnte in den winterlichen Bedingungen erneut überzeugen. Fabio Wibmer gewann das ...