Trek Scratch 9 Trek Scratch 9 Trek Scratch 9

Trek Scratch 9

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 11 Jahren

Nach der Präsentation auf den Herbstmessen 2009 konnten wir das Enduro Scratch erstmals in der freien Wildbahn testen. Trek wählte dazu den heiligen Boden von Moab.

Das neueste Modell von Trek heißt Scratch und soll die Lücke zwischen dem im Federweg verkürzten Remedy und dem Downhill-Monster Session füllen. Als hervorragende Strecke für ein Bike dieser Liga erwies sich der wohl spektakulärste Trail Moabs. Er heißt The Whole Enchilada und beinhaltet epische Abschnitte wie Porcupine Rim oder Kokopelli.

Der Rahmen des Scratch besteht aus Aluminium und arbeitet mit ähnlicher Anlenkung des Hinterbaus wie das Remedy: “Full Floater” nennt das Trek in der Marketing-Sprache. Dabei handelt es sich um einen Mehrgelenker, bei dem der Dämpfer schwimmend im Hauptrahmen sitzt. Besonders wichtig bei der Entwicklung war laut Trek die Entkopplung des Fahrwerks von Bremseinflüssen. Dieses Ziel wurde spürbar umgesetzt, selbst bei harschen Bremsungen schluckt das Fahrwerk auch tiefe Bremswellen sensibel weg.

Im getesteten Scratch 9 arbeiten vorn und hinten Fox-Fabrikate mit Stahlfeder. Die Modelle Scratch Air 6 und 8 besitzen ein Luftfahrwerk. Auf den Hub hat das jedoch keine Auswirkung, 170 mm hinten und 160 vorn stehen dem Fahrer bei allen vier Modellvarianten zur Verfügung. Das Stahlfahrwerk lässt sich vielseitig aufs jeweilige Terrain abstimmen.

Im Trail fuhr sich das Scratch spritzig und agil, wenn man das bei 16 Kilo Gesamtgewicht noch behaupten kann. Es wirkt sehr steif und lässt sich auch von groben Steinpisten und deftigen Drops kaum aus der Ruhe bringen. Erstaunen löst die bemerkenswerte Kletterfreude aus. Klar hemmt das Gewicht, aber steile Uphills, verschärft mit Stufen und Absätzen, meistert das Scratch mit Bravour.

In Sachen Ausstattung lässt Trek beim Top-Modell nichts anbrennen. Alles wirkt sehr gut durchdacht: Die Race-Face- Zweifach-Kettenblätter mit Führung auf der ISCG-3-Aufnahme und die Joplin-Sattelstütze sind perfekte Partner. Bei den neuentwickelten Bontrager-Anbauteilen ging Haltbarkeit vor Gewichtsoptimierung. Allerdings würden ein etwas breiterer Lenker und dickere Griffe die Kontrolle noch verbessern.

Wer fährt das Scratch? Ganz klar: der Enduro-Pilot. Es kann auf keinen Fall die Lücke zum Downhill-Bike komplett überbrücken und es gleichzeitig mit Freeride-Bikes der 180er-Federwegsklasse aufnehmen. Im Enduro-Lager werden Stahlfeder-Fahrwerke immer seltener, so greift die Mehrheit der Kunden vermutlich zur Luft- Version und freut sich über ein gespartes Kilo. Wer ein Enduro- Stahlfeder-Bike mit top Abstimmungsmöglichkeiten und klasse Performance sucht, wird mit dem Scratch 9 glücklich.


 


Preis: 4999 Euro


Federweg vorne/hinten: 160/170 Millimeter*


Gewicht: 16,0 kg inkl. Pedale


Rahmengrößen: 15,5/17,5/19,5/21,5 Zoll


Gabel/Dämpfer: Fox 36 Vanilla RC2 Fit/Fox DHX-RC4


Bremsen: Avid Elixir CR Mag


Reifen: Bontrager FR-4 2,35 Zoll


Sattelstütze: Crankbrothers Joplin Remote

*Herstellerangabe


Web: www.trekbikes.com


Fotos: Craig Glasspell, Sterling Lorence, Stephan Ottmar

Variable Geometrie: Das Flip-Flop-System an der Wippe ändert den 66-Grad-Lenkwinkel auf 66,5 Grad, gleichzeitig wächst der Sitzwinkel um 0,5 Grad und das Tretlager hebt sich um sieben Millimeter.

In der Achse des Scratch versteckt sich ein aufwändiges Steckachs-System mit zwölf Millimetern Durchmesser. Es ermöglicht einen einfachen und schnellen Radaus- und -einbau.

Themen: EnduroTrek


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