Enduro-Bike: Zerode Taniwha mit Pinion-Getriebe Enduro-Bike: Zerode Taniwha mit Pinion-Getriebe Enduro-Bike: Zerode Taniwha mit Pinion-Getriebe
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Test 2017: Zerode Taniwha Getriebe-Bike

Enduro-Bike: Zerode Taniwha mit Pinion-Getriebe

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Bleiben Getriebe-Bikes Nischenware, oder ist das Zerode Bikes Taniwha der Vorbote einer neuen Ära? Wir haben das Enduro-MTB von Zerode ausführlich getestet.

Übergewicht und geringe Effizienz machen Getriebe-Bikes so sexy wie Birkenstock-Sandalen. Und dennoch glaubt Rob Metz, Gründer von Zerode Bikes, dass in Getriebeschaltungen die nächste Evolution des Mountainbikes steckt. Aus Felgen- wurden Scheibenbremsen, Elastomergabeln wurden durch Luftfeder­elemente mit Öldämpfung ersetzt, und Rahmen aus Stahl gelten mittlerweile als retro. Nur an der grundlegenden Funktion der Kettenschaltung hat sich wenig getan. Dabei wäre es höchste Zeit, denn defekte oder abgerissene Schaltwerke und der hohe Verschleiß von Ritzeln und Ketten nerven viele. Das Zerode Taniwha aus Carbon haucht der Diskussion um Getriebe-Bikes neues Leben und vor allem eine gehörige Portion Sexappeal ein.

Manuel Rohne Sexy Erscheinung. Das Zerode Carbon-Bike  mitgelungenem Design zieht auf jedem Trail die Blicke auf sich.  

Wir haben den Hoffnungsträger der Querdenker über eine tschechische Rennpiste gescheucht, um zu sehen, ob ein Getriebe der übermächtigen Kettenschaltung wirklich den Kampf ansagen kann. Erste Zweifel kommen bereits in unserem Testlabor auf. Das Kilo Mehrgewicht des Pinion P 1.12-Getriebes (verglichen mit einem Shimano-XT-Antrieb) schlägt sich gnadenlos im Gesamtgewicht nieder. Trotz 2600 Gramm leichtem Carbon-Rahmen und exquisiten Anbauteilen bringt das Bike aus Neuseeland fahrfertig 15,3 Kilo auf die Waage. Ein Wert, der selbst strammen Waden alles abverlangt. Dank der 600 Prozent Bandbreite des 12-Gang-Getriebes gibt es aber einen leichten Klettergang, der den Anstieg erträglich macht. Oben angekommen, wird es für das Taniwha direkt ernst.

Manuel Rohne Mit 2,6 Kilo ist das Pinion 12-Gang-Getriebe am Zerode Taniwha ziemlich genau ein Kilo schwerer als ein vergleichbarer Shimano-XT-Antrieb. Die zentrale Gewichtsverteilung macht sich beim Fahren angenehm bemerkbar.  

Drei, zwei, eins und der Sprint aus dem Starthäuschen beginnt. Je schneller man die Kurbeln rotieren lässt, desto größer wird das Gefühl, dass ein gewisser Prozentsatz der Muskelkraft im Getriebe stecken bleibt. Zudem misslingt unter Vollast jeglicher Versuch, mit dem Drehgriff die Gänge zu wechseln. Anstatt wie gewohnt "tack, tack" die Gänge im Sprint reinzuhämmern, muss man hier deutlich Druck vom Pedal nehmen, um zu schalten. Dafür blüht das Bike in den technischen Abschnitten der Rennstrecke regelrecht auf.

Trotz 64,6 Grad flachem Lenkwinkel und hohem Gewicht fährt sich das Taniwha verspielt. Die zentrale Gewichtsverteilung und das überragende Fahrwerk mit 170 Millimetern Federweg sorgen für maximalen Grip auf Wurzelteppichen und verblockten Abschnitten. Wie auf Schienen meistert das Zerode Steilstücke und schnelle Kurven. Hier kann es wirklich punkten. Dennoch, für den sportlichen Renneinsatz bleibt das Zerode zu schwer und die Schaltvorgänge mit Entlastung der Kurbel zu kompliziert. Auf gemütlichen Touren kann man sich mit den Nachteilen arrangieren. Schraubermuffel werden das Taniwha sogar lieben, denn außer einem Ölwechsel nach 10000 Kilometern ist das Getriebe wartungsfrei. Aber funktional kann das Getriebe der Kettenschaltung noch nicht ganz das Wasser reichen. Noch!

Manuel Rohne Pinion bietet ausschließlich einen Drehgriff für sein Getriebe an. 


Ludwig Döhl, BIKE-Testredakteur:
Das Zerode Taniwha ist ein erstklassiges Bike mit gelungener Geometrie. Vor allem die zentrale Verteilung des Gewichts machen das Handling bergab spaßig. Vielfahrer, welchen ein sorgloses Bike wichtig ist, werden mit dem Pinion-Getriebe glücklich. Biker mit sportlichem Fokus stören sich am Mehrgewicht und der Schaltfunktion unter Last.

Wolfgang Watzke Ludwig Döhl, BIKE Testredakteur

BIKE Magazin Zerode Taniwha Getriebe-Bike

BIKE Magazin Die Geometriedaten des Zerode Taniwha mit Pinion-Getriebe im Überblick.



Test: Zerode Taniwha

Hersteller/Modell/Jahr
Zerode Taniwha / 2017
Fachhandel/Versender
Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos
MRC Trading, 0951-1209524, www.mrc-trading.de
Material/Grössen/Testgrösse
Carbon / H: M, L, XL / L
Preis
5699.00
Preis (Rahmen)
5699.00
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale
14929.00
Lenk-/Sitzrohrwinkel
64.60
Vorbau-/Oberrohrlänge
50.00
Radstand/Tretlagerhöhe
1206.00
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max
-/170, -/164
Übersetzung
1
BB Drop/Reach/Stack
-1.00/441.00/601.00
Ausstattung
Gabel/Dämpfer
Rock Shox Lyrik Solo Air RC/Fox Float X Evol Factory
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel
Pinion -/Pinion P1.12/Pinion P1.12
Bremsanlage/Bremshebel
SRAM Guide/SRAM Guide Ultimate
Laufräder/Reifen
- DT Swiss 240 QR 15 x 100 NN Zerode Taniwha SA 12 x 142 NN/Maxxis Minion DHR II 3C MaxxTerra Exo 2,3 Maxxis Minion DHR II Exo 2,3
BIKE Urteil¹
Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. BIKE-Urteile: super (250–205 P.), sehr gut (204,75–170 P.), gut (169,75–140 P.), befriedigend (139,75–100 P.), mit Schwächen, ungenügend.
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    Test 2017: Zerode Taniwha Getriebe-Bike
    Enduro-Bike: Zerode Taniwha mit Pinion-Getriebe
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    Test 2017: Zerode Taniwha Getriebe-Bike
    Interview mit Zerode Bikes Gründer Rob Metz

Themen: EnduroPinion GetriebeTaniwhaTestZerode


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