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Test 2017: Super-Enduros Test 2017: Super-Enduros

Test 2017 – Super-Enduros: Yeti SB-6 T-Series

Yeti SB-6 T-Series im Test

Ludwig Döhl am 21.12.2017

Schon nach der ersten Testfahrt mit der "Handbuild Racebreed", der handgefertigten Rennzucht (Oberrohraufdruck), ist klar, warum Richie Rude die Enduro World Series 2016 erbarmungslos dominiert hat.

Sponsor Yeti hat sein Arbeitsgerät gnadenlos auf Vollgas getrimmt. Der Trend zu immer kürzeren Kettenstreben interessiert die Amerikaner dabei reichlich wenig. Mit 442 Millimetern hat das SB6 das längste Heck in unserem Testfeld. Ein Agilitätswunder ist da in Verbindung mit dem flachem Lenkwinkel nicht zu erwarten. Bei gemächlichen Fahrten über leichtere Trails reagiert das Bike auf Lenkmanöver teilweise stur wie ein Esel. Nur mit viel Körpereinsatz lässt es sich zum Richtungswechsel zwingen. Aber wehe, man gibt dem Bike die Sporen. Traut man sich im steilen oder technischen Gelände, die Bremse loszulassen, rollt das Yeti sicher wie ein Schienenfahrzeug in Richtung Tal. Lediglich die klappernden, innen verlegten Züge stören, wenn man sich im rauen Gelände dem Geschwindigkeitsrausch hingibt. Das straffe Fahrwerk passt zum sportlichen Charakter. Obendrein ist das Yeti mit fahrfertigen 13,2 Kilo das leichteste Enduro in unserem Testfeld. Trotz Alu-Felgen ist der Laufradsatz sogar leichter als das Carbon-Pedant am Cannondale. Der 73 Grad steile Sitzwinkel reicht aus, um bergauf die Ambitionen des SB6 zu unterstreichen. Dennoch, Touren-Fahrer werden sich daran stören, dass sie sich für den Griff zur Trinkflasche bis an die Unterseite des Tretlagers verrenken müssen. Im Rahmendreieck bleibt kein Platz für die Erfrischung zwischendurch. Wenn man so will, stellt das Yeti in diesem Test den krassen Gegenpol zum verspielten Rocky Mountain dar. Kein Wunder, dass unser Profi-Tester das Megavalanche-Finale mit dem Yeti bestritt.

Leo Putzenlechner, Deutscher Enduro-Meister 2017: Mir gefiel besonders die Laufruhe bei hoher Geschwindigkeit. Das Fahrwerk mit Infinity-Link funktioniert nicht zwingend besser als die Konkurrenz, passt aber zur Auslegung des Bikes. Klappernde Züge und der fehlplatzierte Flaschenhalter nerven im Touren-Einsatz.

Leo Putzenlechner

Leo Putzenlechner, Deutscher Enduro-Meister 2017

Test 2017 – Super-Enduros: Yeti SB-6 T-Series

Yeti SB-6 T-Series: Der Switch-Infinty-Link lässt den zentralen Drehpunkt des Hinterbaus beim Einfedern fünf Millimeter auf und ab wandern. Wir sind von der Funktion überzeugt.  

Test 2017 – Super-Enduros: Yeti SB-6 T-Series

Yeti SB-6 T-Series: Trotz Alu-Felgen hatte das Yeti den leichtesten Laufradsatz im Testfeld.

Test 2017 – Super-Enduros: Yeti SB-6 T-Series

Yeti SB-6 T-Series

Test 2017 – Super-Enduros: Yeti SB-6 T-Series

Yeti SB-6 T-Series


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Testbrief: Yeti SB6 T-Series

Hersteller/Modell/Jahr Yeti SB6 T-Series/2017
Fachhandel/Versender Fachhandel
Herstellerangaben
Allgemeine Infos Silverfish UK Ltd., 0044-1752 843882,
www.silverfish-uk.com
Material/Grössen/Testgrösse Carbon/H: XS, S, M, L, XL / L
Preis / Preis (Rahmen) 9.239,00 Euro / 4.490,00 Euro
BIKE-Messdaten
Gewicht ohne Pedale 12,83 kg
Lenk-/Sitzrohrwinkel 65,1 °/73,2 °
Vorbau-/Oberrohrlänge 50,0 mm/631,0 mm
Radstand/Tretlagerhöhe 1.219,0 mm/348,0 mm
Federweg Vo. min/max, Hi. min/max -/159,0 mm, -/157,0 mm
Übersetzung 1-fach
BB Drop/Reach/Stack -6 mm/444 mm/619 mm
Ausstattung
Gabel/Dämpfer Fox 36 Float Factory/Fox Float X Evol LV Factory 3Pos C6YB
Kurbel/Schaltwerk/Schalthebel SRAM XO1/SRAM XO1 Eagle/SRAM XO1 Eagle
Bremsanlage/Bremshebel SRAM Guide RS/SRAM Guide RS
Laufräder/Reifen DT Swiss XM 481/Maxxis Minion DHF 3C maxxterra exo protection TR 27,5x2,5 WT, Maxxis Aggressor exo protection TR 27,5x2,3
BIKE Urteil1 super
1 Das BIKE-Urteil gibt die Labormesswerte und den subjektiven Eindruck der Testfahrer wieder. BIKE-Urteile: super (250–205 P.), sehr gut (204,75–170 P.), gut (169,75–140 P.), befriedigend (139,75–100 P.), mit Schwächen, ungenügend.
Ludwig Döhl am 21.12.2017