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Schnelle Downhills, satte Sprünge, verspielte Trails – da fühlt sich das 16-Kilo-Enduro aus Kanada wohl. Schnelle Downhills, satte Sprünge, verspielte Trails – da fühlt sich das 16-Kilo-Enduro aus Kanada wohl.
Enduro

Norco Six One

Tomek am 02.10.2006

Als direkter Nachfahre des Freeriders „VPS Six“ will das Norco „Six One“ bei der Enduro-Klientel punkten. (BIKE 9/2006)

Mit dem „Six One“ schickt die kanadische Schmiede Norco ein Enduro-Bike ins Rennen, das seine Freeride-Gene kaum verbergen kann. Das Bike basiert auf dem letztjährigen Freerider „VPS Six“. Zwar ist das „Six One“ zwei Kilo leichter als der Vorgänger, mit knapp 16 Kilo Gesamtgewicht aber auch in der Enduro-Klasse noch ein Schwergewicht. Rahmen und Dämfer wiegen über vier Kilo und auch die stabilen Syncros-Laufräder bringen stolze fünf Kilo auf die Waage.

Doch das Norco will gar nicht verheimlichen, dass es kein Uphill-Spezialist ist, sonst hätten die Kanadier ihm wenigstens eine höhenverstellbare Gabel spendiert. Mit 150 Millimeter in der Vorderhand und einem Fox-„DHX“-Dämpfer, der ein rhythmisches Wippen selbst mit Plattform kaum unterdrücken kann, sind längere Anstiege kein Vergnügen. Der Spaß fängt mit dem „Six One“ an, wenn man sich den Gipfel schweißtreibend erkämpft hat und sich endlich in den Downhill bohren kann. Dann trumpfen der sehr agile Fox „DHX“ und die Marzocchi „Z1“. Auf schnellen, ruppigen Pisten bleibt das Bike jederzeit gut kontrollierbar und spurtreu, kleine und große Drops werden von den 165 Millimetern Federweg (je nach Anlenkung 145 oder 165 Millimeter) des Viergelenker-Hinterbaues locker geschluckt. In engen technischen Trails agiert das Bike wendig und kompakt, Steuerbefehle befolgt das Bike sehr präzise, die Hayes „HFX 9“ verzögern gut. Einzig die Reifen dürften etwas bissiger sein – die 2.35er-Kenda „Nevegal“ wirken an diesem Bike unterdimensioniert.

Der abgespeckte Freerider hat einen rustikalen Charakter: Stahlfederdämpfer und -gabel, nur zwei Kettenblätter, wuchtige Laufräder, breiter Sattel. Bergab zeigt das Bike von der kanadischen Northshore tolle Qualitäten. Wer sich damit auf eine längere Tour begeben will, muss entweder Fitness oder Leidensfähigkeit mitbringen. Praktisch: die clevere Sattelverstellung „I-Beam“.

PLUS
– Viel Federweg für grobes Terrain
– Sensibles Fahrwerk
– Robuste Ausstattung

MINUS
– Gabel nicht höhenverstellbar
– Für Touren zu hohes Gesamtgewicht
– Unterdimensionierte Reifen

Tomek am 02.10.2006