Enduro

Norco Shore 1

Christian Schleker am 31.10.2007

Ein nagelneues „Shore 1“, vier Tage Liftpass für den besten Bikepark der Welt und die Wetterprognose: sonnig. Auf den ersten Blick ist das fast schon ein unmoralisches Angebot. Auf den zweiten Blick aber nicht. Im Gegenteil: Es ist ein Vertrauensbeweis. In diesem Fall von Norco ins eigene Produkt. Denn die Whistler-Trails sind ein Härtetest mit eingebautem Zeitraffer.

Ein nagelneues “Shore 1”, vier Tage Liftpass für den besten Bikepark der Welt und die Wetterprognose: sonnig. Auf den ersten Blick ist das fast schon ein unmoralisches Angebot. Auf den zweiten Blick aber nicht. Im Gegenteil: Es ist ein Vertrauensbeweis. In diesem Fall von Norco ins eigene Produkt. Denn die Whistler-Trails sind ein Härtetest mit eingebautem Zeitraffer. Sie bieten alles: wurzel- und felsdurchsetzte Downhillpisten, schnelle Sprungtrails und Stunts in allen Varianten – harter Tobak für ein Bike. Gleichzeitig verfällt jeder Freerider in einen solchen Rausch, dass er so viele Abfahrten in ein paar Tagen meistert, wie sonst in einer Saison. Kein Bike der Welt kann hier irgendwelche Schwächen verheimlichen. Das “Shore 1” gehört zur neuen Generation der Norco-Bikes. Der kanadische Hersteller hat aufgeräumt. Im Vorjahr gab’s noch viel gebogenes Geröhr, für 2008 jedoch überraschte Norco mit einer ganz modernen Optik. Der hydroformierte Rahmen mit seinem geschmiedeten Steuerrohr und geschwungenen, tief heruntergezogenen Oberrohr wirkt sehr hochwertig und erinnert an das “Demo 7” von Specialized. Unterstrichen wird die Edel-Optik durch die geschmackvolle Lackierung: die Gabel passend zum Logo. Besser geht es kaum. Dass man hier mit einem Eyecatcher unterwegs war, bestätigte das Getuschle und die neidischen Blicke, die das “Shore” in der Liftschlange auslöste. Schon beim ersten Aufsitzen, spürt man: Das Ding muss gut sein. Die Geometrie, die Art wie Marzocchis “Roco”-Dämpfer einfedert und sich das Fahrwerk unter den Kurbeltritten anfühlt. Auch in Action bleibt dieser Eindruck. Wieder fühlt man sich an Specializeds “Demo 7” erinnert. Das ist als Kompliment gemeint, denn das “Demo” bekam Bestnoten. Dank tiefen Schwerpunkt und potentem Fahrwerk (vorne 180, hinten 181 mm) liegt das “Shore” satt auf, wirkt dabei aber überhaupt nicht schwerfällig. Auf den reinen Jump-Trails “Dirtmerchant” und “A-Line” zeigte sich der großkalibrige Freerider sogar als verspielter Sprungteufel. In verwinkelten Techniktrails dagegen kurvte das Shore mit seinen kurzen Kettenstreben agil und wendig durch den Trail und bei Drops pufferte das Fahrwerk souverän alles weg. Kurzum, so sehr man auch nach Schwächen forschte, man wurde nicht fündig. Zumindest nicht im Bikepark. Und da gehört das Shore hin, denn mit über 18 Kilo werden Freeride-Touren immer anstrengend.

Den gesamten Einzeltest erhältst Du als gratis PDF-Download.

Christian Schleker am 31.10.2007
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren